Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Saadawis moderne Adaption und Politisierung des Frankenstein-Stoffes spielt zwei Jahre nach der US-amerikanisch geführten Intervention im Irak und dem Sturz Saddam Husseins. Der Bürgerkrieg eskaliert, die Milizen liefern sich erbitterte Kämpfe, Selbstmordattentate erschüttern die Stadt Bagdad. Der Roman ist die Parabel über einen Gesellschaftszustand, in dem eskalierende Gewalt ständig neue Gewalt gebiert und die Grenzen zwischen schuldig und unschuldig verschwimmen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.10.2019
Angela Schader taucht ein in die 2005 spielende überbordende Handlung des Romans von Ahmed Saadawi. Wie der Autor den Frankenstein-Stoff neu erzählt, indem er aus den Leichenteilen der Opfer von Bombenattentaten in Bagdad ein Monster erschafft, das die ethnische, religiöse und soziale Vielgestaltigkeit der Stadt und des Landes widerspiegelt, findet Schader bemerkenswert. Vor der Leserin entfaltet sich laut Schader ein Panoptikum der Stadt aus Hellsehern, Kriegsprofiteuren, Schlägern, aus jüdischen, christlichen, islamischen Elementen, das Saadawi mal bös ironisch, mal ganz realitätsnah erfasst.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…