Agnes Heller

Die Auferstehung des jüdischen Jesus

Cover: Die Auferstehung des jüdischen Jesus
Philo Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783825702434
Kartoniert, 118 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

"Die Auferstehung des jüdischen Jesus" handelt von einem Spezialfall des Vergessens und der Wiedererinnerung, dessen Besonderheit darin besteht, daß hier zwei miteinander nicht direkt verknüpfte Sphären - die der Geschichtsschreibung und die der Heilsgeschichte - einander beeinflussen, ohne ihre wesentliche Verschiedenheit zu verlieren. Weder fehlte bisher das Wissen um historische Zusammenhänge, noch sind (beispielsweise) die neuerdings gemachten Handschriftenfunde der Grund für jene neue Art der Erinnerung, deren Genese nachzuzeichnen sich das Buch von Agnes Heller vorgenommen hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2002

Erstaunlich lange, stimmt Jan-Heiner Tück in seiner Rezension der Autorin zu, hat das Christentum die Tatsache verdrängt, dass Jesus Jude war - wie umgekehrt das Judentum Jesus als christlichen Messias niemals anerkennen konnte. Erst im 20. Jahrhundert haben Forscher beider Seiten das "Judesein Jesu" wieder in den Blickpunkt gerückt. Und nur von diesem Ausgangspunkt aus, meint Heller, ist wahre Ökumene vorstellbar. Sie wendet sich dabei, so Tück, vor allem gegen eine "Relativierung der religiösen Wahrheitsansprüche" und wirbt für eine "Hermeneutik der Anerkennung", die der Intoleranz entgegenarbeitet. Der Rezensent stimmt ihr darin ganz ausdrücklich zu.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.09.2002

Friedrich Wilhelm Graf echauffiert sich in der Süddeutschen Zeitung bei der Besprechung von Agnes Hellers "Evangeliums des toleranten Europäers". Heller wolle den Juden Jesus im "kollektiven Gedächtnis der Juden" verankern und hoffe, auf diese Art ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen Christen und Juden zu schaffen. So weit, so gut. Der Haken sei jedoch, dass die Philosophin "jeder wissenschaftshistorischen Reflexivität entbehre" und damit auch der Kenntnis der Debatten um Jesus, die im 19. Jahrhundert geführt worden seien. Und somit merke die "glaubensernste" Autorin auch nicht, dass ihr jüdischer Jesus der "Individualitätsrepräsentant des Kulturprotestantismus um 1900" sei, womit sie sich selbst und dem gequälten Rezensenten das Buch augenscheinlich hätte ersparen können.
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