Ästhetik des Unsichtbaren

Bildtheorie und Bildgebrauch in der Vormoderne
Cover: Ästhetik des Unsichtbaren
Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783496013112
Kartoniert, 375 Seiten, 69,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von David Ganz und Thomas Lentes. Mit zahlreichen Abbildungen. In der mittelalterlichen Ästhetik und Zeichentheorie existieren - auch jenseits des Bilderverbotes - differenzierte Modelle, die eine Sichtbarkeit des Unsichtbaren bestimmen. Die Autoren dieses Bandes erörtern, in welcher Weise materielle Bilder an einer Medialisierung des Heiligen beteiligt waren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2005

Instruktiv findet Rezensent Steffen Siegel diesen von David Granz und Thomas Lentes herausgegebenen Band über "Bildtheorie und Bildgebrauch in der Vormoderne", der Erträge der Arbeit der Forschergruppe zur "Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum" präsentiert. Als zentrale Frage des Bandes nennt er dabei die Frage nach einer "Ästhetik des Unsichtbaren", der eine Vielzahl von Beiträgen nachgeht. Eine Erkenntnis, die Siegel bei der Lektüre gewonnen hat, besagt, dass zur Sichtbarkeit des Bildes dessen Unsichtbarkeit gehört und zwar nicht allein in einem theologischen, sondern auch in einem dinglichen Sinn. In diesem Zusammenhang hebt er den Beitrag von Valerie Möhle hervor, die ein solches Verhältnis anhand des spätmittelalterlichen Wandelaltars demonstriert. Weiter erwähnt er Felix Thürlemanns Überlegungen zu den von den Brüdern Limburg geschaffenen Miniaturen der "Tres Riches Heures". Diesen wie weiterem Beiträge gelingt es nach Siegels Urteil, Bilder - in einem geläufigen Sinn Medien der Sichtbarkeit - "als privilegierte Medien des nicht Sichtbaren" verständlich zu machen. "Ein Bildersehen aber, das die Möglichkeit seines Gegenteils in sich einschließt", so der Rezensent abschließend, "ist das weitreichendste Plädoyer für die Bedeutung und die Symbolisierungskraft der Bilder überhaupt".

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