Adrian H. Koerfer

Das glaubt mir doch kein Mensch

Erinnerungen an eine andere Welt
Cover: Das glaubt mir doch kein Mensch
Edition W, Neu-Isenburg 2026
ISBN 9783949671258
Gebunden, 138 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Adrian H. Koerfer erzählt von einer Kindheit und Jugend zwischen großem Wohlstand und brutaler emotionaler Kälte. Aufgewachsen im Schatten eines abwesenden Vaters, betreut und erzogen von Angestellten und allein gelassen von einer überforderten Mutter, wird er schließlich an die Odenwaldschule abgeschoben - einen Ort, der sich als Schauplatz systematischen Missbrauchs durch Lehrkräfte erweist. Erst als Heranwachsender findet Adrian die Kraft, sich Gewalt und Schweigen zu widersetzen. Seine Lebensgeschichte legt schonungslos die Mechanismen familiärer Verdrängung und institutioneller Macht offen.Ein Blick zurück im Zorn, der die Gegenwart in die Pflicht nimmt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.05.2026

Rezensent Ambros Waibel respektiert auch die Wiederholungen und auch das Fragmentarische im Buch von Adrian H. Koerfer, der als Kind an der Odenwaldschule missbraucht wurde. Nur so und mit der Drastik der Darstellung, die Koerfer nicht scheut, lässt sich die Last der Opfer "übertragen", meint er. Das Buch ist auch eine Anklage gegen die Eltern des Autors, die ihren Sohn dem Missbrauchssystem freimütig überließen, erläutert Waibel. Dieses System und seine Funktionsweise aus Scham und Schweigen zeigt der Autor schonungslos auf. Für Waibel ein wertvolles Buch, nicht zuletzt weil es anderen mit ähnlichen Erfahrungen vielleicht Mut macht. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2026

Rezensentin Melanie Mühl nennt Adrian H. Koerfers Buch über den Missbrauch an der Odenwaldschule ein Dokument gegen das Vergessen. Auch wer die Fakten kennt, wird erschüttert aus der Lektüre hervorgehen, warnt Mühl. Den Alltag und das System des Missbrauchs schildert der Autor laut Mühl nüchtern aus der eigenen Erfahrung, die erschreckende Wirkung mindert das nicht. Besonders stark erscheint ihr der Teil im Buch, in dem Koerfer seine Prädestinierung zum "idealen Opfer" nachvollzieht: Als "wohlstandsverwahrloster" Sohn gefühlskalter wohlhabender Eltern sucht er die Nähe der Täter. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.03.2026

Rezensent Pitt von Bebenburg zeigt sich entsetzt über den Inhalt des Buches von Adrian Koerfer. Koerfer gehört zu den Missbrauchsopfern des Pädophilennetzwerks an der Odenwaldschule und zu den Kämpfern für Aufklärung und Konsequenzen "in vorderster Linie", wie Bebenburg weiß. Auch wenn vieles bekannt ist, erschüttert ihn, was der Autor über seine Erfahrungen aufschreibt, von der "Wohlstandsverwahrlosung" durch desinteressierte Eltern über das System der sexuellen Gewalt bis zum Austritt aus der Schule und dem erstmaligen Öffnen einer anderen Person gegenüber. Das Buch enthält Erkenntnisse, die über den Fall der Odenwaldschule hinausreichen, meint Bebenburg.