Adam Zagajewski

Das wahre Leben

Gedichte
Cover: Das wahre Leben
Carl Hanser Verlag, München 2024
ISBN 9783446279667
Gebunden, 72 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. In seinem letzten Gedichtband blickt der große polnische Dichter Adam Zagajewski mit beeindruckender Klarheit und der typischen ironischen Melancholie auf die Vergangenheit. In "Das wahre Leben" vereinen sich noch einmal die großen Themen von Zagajewskis unverzichtbarem Werk: das Bewahren der Geschichte, die ewige Kunst, die Magie des Reisens und die Erinnerungen an ein früheres Selbst. "Ich bin fünfzehn, / nachsichtig betrachte ich / die Erwachsenen. Ich weiß, ich mache gewiss / nicht die gleichen Fehler wie sie."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2024

Rezensentin Ilma Rakusa begrüßt die Veröffentlichung der von Renate Schmidgall übersetzten Gedichte des polnischen Autors Adam Zagajewski sehr. Die Texte sind, so die Rezensentin, geprägt von einem Ineinander von Freude am Alltäglichen und geschichtlich gesättigter Melancholie, von lebendigen Alltagsszenen und Betrachtungen und nicht wieder gut zu machenden Versehrungen - etwa, wenn in einem Gedicht schwarze Brombeeren nahe des Konzentrationslagers Belzec wachsen. Rakusa rechnet dem Autor hoch an, wie seine Dichtung der Komplexität des Lebens zu entsprechen versucht, ohne didaktisch zu werden. Diesen letzten Gedichtband des 2021 in Krakau verstorbenen Autors kann sie sehr zur Lektüre empfehlen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2024

Der hier rezensierende Dichter Dirk von Petersdorff ist dankbar, dass er dank Renate Schmidgalls hervorragender Übersetzung noch einmal einen letzten Gedichtband des 2021 verstorbenen polnischen Lyrikers Adam Zagajewski entdecken darf. Der Autor widmet sich darin den Schrecken des 20. Jahrhunderts. Die polnische Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg kommt zur Sprache, ganz besonders wird der Verlust der Lwówer Heimat deutlich: Zagajewskis Großvater war Professor an der dortigen Universität, zu spät kommende Studenten wurden ausgesperrt, doch der Lauf der Geschichte ließ sich nicht von einer verschlossenen Tür bremsen. Am Ende steht die Erkenntnis "Es gibt nur das Mitleid,/ immer zu spät", wie der merklich gerührte und von der Aktualität der Gedichte beeindruckte Kritiker feststellt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.03.2024

Drei Jahre nach dem Tod des Autors freut sich Kritiker Carsten Hueck, noch einmal einen Band mit Gedichten des polnischen Lyrikers Adam Zagajewski entdecken zu dürfen und widmet den Gedichten, die die "Trias Welt, Mensch, Kunst" besingen, eine ausführliche Besprechung. Zagajewskis Gedichte sind von einem Willen zum Verstehen geprägt, von der Offenheit gegenüber dem, was er sieht und dem Wunsch, Verbindungen herzustellen, erfahren wir. "Dichter zu sein ist eine Sache der Loyalität" heißt es, der Lyriker hat sich sowohl den existenziellen Themen als auch der konkreten Hinwendung zum Gegenstand verschrieben, "der Dichter leidet für Millionen", heißt es, wie Hueck schreibt. Das ist bewegend und für den Kritiker mit vielen Erkenntnissen verbunden, aufgrund derer er die Lektüre der Gedichte nur empfehlen kann.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 16.03.2024

Rezensent Marko Martin hat nur wenige Zeilen für diesen Gedichtband, empfiehlt ihn aber wärmstens: Der 2021 verstorbene polnische Dichter Adam Zagajewski wollte bis zu seinem Tod nichts wissen von der "bitteren Freude des Nichtunterscheidens" (Zagajewski). Er wollte unterscheiden, bis zum Schluss, genau hinsehen und weder Harmoniegesängen noch apokalyptischen Warnungen nachgeben. "Der Dichter vielmehr fragt: 'Die kurzen Momente/ Die so selten vorkommen - Das soll das Leben sein?'", zitiert ihn Martin und drückt das Büchlein ans Herz.

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