Olaf Kraemer

Ende einer Nacht

Die letzten Stunden von Romy Schneider
Cover: Ende einer Nacht
Blumenbar Verlag, München 2008
ISBN 9783936738421
Gebunden, 188 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Roman. In "Ende einer Nacht" spürt Olaf Kraemer den ungeklärten letzten Stunden Romy Schneiders im nächtlichen Paris nach. Sie ist zum Zeitpunkt ihres Todes hoch verschuldet. Tablettenüchtig. Alkoholabhängig. Ihr geliebter Sohn ist bei einem Unfall ums Leben gekommen, sein Vater hatte zuvor Selbstmord begangen. Für einen deutschen Verlag soll sie ihre Biographie schreiben. In ihrem Tagebuch notiert sie: "Der Mann, den ich liebte, sagte immer: Lass dich doch mal gehen, gib dich ganz, spring ins Wasser..." Die letzten Stunden von Romy Schneider - Ein psychologisch dichtes literarisches Porträt von Deutschlands bekanntester Schauspielerin, die sich in den Stunden vor ihrem Tod im Mai 1982 mit entscheidenden Momenten und Situationen ihres Lebens auseinandersetzen muss - weil sie ihre Memoiren schreiben soll.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2008

Bert Rebhandl verschmäht Olaf Kraemers fiktive Chronik über Romy Schneiders Tod "recht triviale literarische Spekulation". Der Rezensent stellt sich auf die Seite der Kritiker, die in dieser Form der "dokumenatrischen Phantasie" eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten sehen. Kraemer handle anmaßend, meint Rebhandl, weil er sich Schneiders Lebensgeschichte aneignet und einfach neu fabriziert. Im Roman spekuliert Kraemer über "die letzten Stunden" der deutschen Schauspielerin und weiß ihre Tablettensucht und psychische Labilität gekonnt in Szene zu setzen. Beeindruckt haben Rebhandl allerdings die Passagen, in denen Kraemer aus der subjektiven Perspektive erzählt. Er bewahre dabei nämlich Diskretion. Doch das allgemeine stark voyeristische Anliegen des Buches hat das in Rebhandls Augen nicht mildern können. Kritisch äußert er sich ebenfalls zu Passagen, die Kraemer infolge einer Klage eines Angehörigen aus dem Buch streichen musste: hier hatte er Romys Mutter eine Nähe zu Hitler unterstellt. Eine unschöne Angelegenheit, wie Rebhandl findet.

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