Vera ist weg. Raus aus seinem Leben, aber nicht raus aus seinem Kopf. Vieles scheint schon vergessen. Doch nur die Erinnerung bringt am Ende Erleichterung. Dies ist die Geschichte von einem, der eine Geschichte los werden will - die Geschichte vom Untergang der großen Liebe. Erzählen ist Erinnern - irgendwo zwischen verdammt hart und sehr, sehr lustig. In der Jetztzeit, am Schreibtisch des Erzählers in der Münchner Blumenstraße, wird der Memomat in Gang gesetzt. Mit dem ganz speziellen Waschpulver aus Schlüsselbildern und Schlüsselwörtern, die die Tür zum Vergessenen öffnen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 25.09.2003
Nadja Geer scheint in ihrer Kurzkritik angetan von diesem Debütroman, in dem ein Ich-Erzähler mit seiner Partnerin durch das "noch nicht ganz wiedervereinigte" Deutschland reist. Zwar stellt die Rezensentin fest, dass sich der Autor durchaus auf "Grundpfeiler der Popkultur" stützt, indem er sich an einer Stelle beispielsweise auf die "Lindenstraßen"-Fernsehserie, auf Rainald Goetz und Thomas Bernhard bezieht. Trotzdem unterwerfe er sich in seinem "ohne Hierarchien" beobachteten Begebenheiten nicht rückhaltlos den Konventionen der Popliteratur, indem er sich dankenswerter Weise der Nabelschau enthalte, so Geer erfreut.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.02.2003
Eva Marz beginnt ihre Rezension mit einer etwas skeptischen Definition von Popliteratur, um von diesem Ausgangspunkt aus zu erklären, wieso FX Karls Geschichte bessere Popliteratur ist. "Memomat" ist ihrer Meinung nach gelungener als die meisten Bücher dieser Art, weil die Geschichte mehr leistet, als die Moden und Lebensgewohnheiten unserer Zeit zu dokumentieren: "es gibt im Verlauf dieses Buches eindringliche Passagen und Bilder, die jenseits aller Archivierung der Gegenwartskultur einfach schön sind". Das Personal des Buches wächst der Rezensentin jedenfalls ans Herz, besonders der Sekretär, der den Ich-Erzähler begleitet. Auch das Streben des Protagonisten nach Bewältigung einer verflossenen Liebe kann sie durchaus nachvollziehen: "Der Roman erzählt keine Geschichte, weil er gerade von der Sehnsucht und Anstrengung handelt, eine Geschichte zu finden im Datenchaos der eigenen Vergangenheit".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…