Aus dem Amerikanischen Anabelle Assaf. Barbados, 1830: Der schwarze Sklavenjunge Washington Black schuftet auf einer Zuckerrohrplantage unter unmenschlichen Bedingungen. Bis er zum Leibdiener Christopher Wildes auserwählt wird, des Bruders des brutalen Plantagenbesitzers. Christopher ist Erfinder, Entdecker, Naturwissenschaftler - und Gegner der Sklaverei. Das ungleiche Paar entkommt in einem selbst gebauten Luftschiff von der Plantage. Es beginnt eine abenteuerliche Flucht, die die beiden um die halbe Welt führen wird. Eine Geschichte von Selbstfindung und Verrat, von Liebe und Erlösung. Und eine Geschichte über die Frage: Was bedeutet Freiheit?
Isabella Caldart lässt sich von Esi Edugyan und ihrem Roman über einen Sklaven auf der Flucht aus Barbados bezaubern. Vor allem der märchenhaft leichte Ton und der flott erzählte Plot lassen sie die eigentlich düstere, grausame Story ertragen. Historisch kann der Text sein, ohne metaphorisch auf die Gegenwart zu zielen, erklärt Caldart anerkennend. Dass die Autorin ihre Figuren mit Ruhe entwickelt, gefällt ihr ebenso, wie die Dynamik zwischen ihnen und die Behandlung der Frage nach der Schuld. Eugyans Verzicht auf allzu dunklen Realismus lässt Caldart den Vergleich zu Jules Verne ziehen.
Rezensent Paul Stoop hat sich mit Esi Edugyans Roman über den Skalvenjungen Wash, der 1830 von einer Plantage auf Barbados flieht und letztlich als 28-jähriger in London hilft, das erste Salzwasser-Aquarium der Welt zu bauen, gut unterhalten. Zwar fand der Kritiker das abenteuerliche Leben des Protagonisten spannend, aber die Vielfalt der Themen - von der Anklage der Sklaverei über die Entdeckung verschiedener Kontinente und den Weg einer Person zur Wissenschaft - nimmt dem Roman laut Stoop die Dringlichkeit. Dem Vergleich mit anderen aktuellen Büchern zur Sklaverei wie Colson Whiteheads "Underground Railroad" hält "Washington Black" deshalb in Stoops Augen nicht ganz stand.
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