Aus dem Norwegischen von Lothar Schneider. Verantwortung abgeben, das ist es, was er sich wünscht; statt dessen bekommt er immer mehr aufgebürdet. Hier die beiden Töchter, die mit Mitte Zwanzig noch nicht auf eigenen Füßen stehen, dort die alten Eltern, die pflegebedürftig werden. Und auch Brenner selbst bleibt von Krankheiten nicht verschont. Die lange geplante Familienreise nach Chicago soll zum ersten Schritt in ein unbeschwerteres Leben werden, doch es kommt alles ganz anders . Nach dem Erfolg mit seiner Romantrilogie um den jungen Pianisten Aksel Vinding ist "Die Unsterblichen" Ketil Bjørnstads persönlichstes Buch. Es ist eine Bestandsaufnahme, nicht nur eines Lebens, sondern einer ganzen Generation. Die Menschen scheinen alterslos, nahezu unsterblich doch zu welchem Preis?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2012
Klaus Birnstiel hat sich von Ketil Bjoernstads Roman über eine zwischen den uralten Eltern und den partout nicht erwachsen werdenden Kindern eingeklemmte Generation sehr in den Bann ziehen lassen und lobt das eher leise daherkommende Buch zum großen Wurf aus. Sehr eindrücklich und mit faszinierender Präzision beschreibe der norwegische Pianist und Schriftsteller die prekäre Stellung des Arztes Thomas Brenner, der sich zwischen den Bedürfnissen seiner Eltern und Schwiegereltern auf der einen Seite und den Nöten seiner erwachsenen Töchter, die dennoch nicht auf eigene Beine kommen, aufreibt, preist der Rezensent. Damit geht der Autor, wie Birnstiel meint, über schlichte "Mittelschichtsprobleme" weit hinaus und zeichnet eine Problemlage, die gesellschaftlich weiter zunehmen wird, wie der Rezensent prophezeit. Er attestiert dem Roman, den er für seine klare, genaue und berührende Bestandsaufnahme lobt, einen langen Nachhall bei seinen Lesern.
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