Aus dem Koreanischen und mit einem Nachwort von Heike Lee. Die autobiografisch geprägten Werke von Lee Hochol thematisieren den Bürgerkrieg, die Teilung Koreas und die Heimatlosigkeit des Einzelnen. Die Versöhnung zwischen Nord- und Südkorea sind sein Hauptanliegen. Wegweiser dazu ist für ihn vor allem aber pure Menschlichkeit, die über alle Eigeninteressen hinweg das Fundament eines neuen Zusammenlebens ermöglichen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2005
Für Steffen Gnam ist Lee Hochols schon zwischen 1964 und 1965 als Fortsetzungsroman erschienene Erzählung vieles zugleich: ein "Sittengemälde" des koreanischen Bürgerkriegs, ein "kleinbürgerliches Kammerspiel" und eine konzentrierte Darstellung der "Scheidewege" der koreanischen Geschichte. Im Sommer 1950 hat die nordkoreanische Armee bis auf ein Gebiet im Südosten fast die ganze Halbinsel besetzt, in der Hafenstadt Pusang, wo der Roman spielt, drängen sich die Flüchtlinge. Vor dem Hintergrund der großen weltgeschichtlichen Auseinandersetzungen und mit einer "düsteren Leuchtkraft" beschreibt Hochol die alltäglichen Sorgen und oberflächlichen Vergnügungen der Protagonisten. Gnam lobt die Genauigkeit, mit der der Autor - damals selbst aus dem Norden geflohen - das langsame Einsickern des Krieges in das Leben der "Kleinen Leute" beschreibt. "Fast unbeteiligt", als "wertfreier Beobachter" dokumentiere der Autor die Umstürze, die sich damals in der Gesellschaft abspielten. "Bildgewaltige Wasser- und Strommetaphern" gerinnen im Kopf des Rezensenten dabei zu einer "Ästhetik des Umbruchs".
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