Arno Lustiger - renommierter Historiker und Publizist - kehrt an die Orte seines Lebens zurück und erinnert sich an seine Kindheit in Bedzin, an die Schrecken der Konzentrationslager, die Leiden der Todesmärsche, den schwierigen Neuanfang im Land der Täter sowie an die Weggefährten und die Leitsterne seines Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2004
Das Buch mit Texten von Arno Lustiger, bei denen es sich um Essays zur Geschichte Israels, Erinnerungen an seine Kindheit sowie Porträts von Widerstandskämpfern des Warschauer Ghettos sowie Mithäftlingen aus Auschwitz und Buchenwald handelt, hat Urs Hafner "interessante Einblicke" verschafft. Lustiger ist Journalist und Publizist, der sich stets für das Gedenken an den Holocaust und gegen den "Geschichtsrevisionismus" eingesetzt hat, informiert der Rezensent. Der vorliegende Band vermittelt eine Vorstellung von den verschiedenen "jüdischen Bewegungen", insbesondere dem Sozialismus und dem Zionismus, vermerkt der Rezensent angetan. Was er dagegen zu kritisieren hat, sind die ihm mitunter "problematisch" erscheinenden historischen Einordnungen Lustigers. So findet er die "Analogie", die der Autor zwischen dem sogenannten "Fettmilchaufstand" im Frankfurt des 17. Jahrhunderts und der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zieht, "verkürzend und anachronistisch". Auch die Haltung des Autors zum palästinensisch-israelischen Konflikt kritisiert Hafner als "irritierend. Seinen "besonderen Reiz" dagegen gewinnt dieses Buch durch die "durch und durch liberale Haltung", lobt der Rezensent, der sich allerdings eine sorgfältigere Betreuung der Texte durch den Verlag gewünscht hätte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2004
Ein Leben für den Widerstand als "pointierte Darstellung der jüdischen Geschichte im 20. Jahrhundert" würdigt Hans-Jürgen Döscher diese Erinnerungen von Arno Lustiger. Er berichtet aus dem bewegten Leben des 1924 in Westpolen geborenen Juden, seinen Leidensweg über verschiedene Zwangsarbeitslager ins Konzentrationslager Auschwitz-Blechhammer, die Rettung durch die amerikanischen Truppen, sein Leben in Frankfurt. Vor allem Lustigers Erfahrungsberichte über Begegnungen mit vielen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, unter anderen mit dem Violinvirtuosen Yehudi Menuhin, der 1945 Konzerte für die Überlebenden der Konzentrationslager gab, und John J. McCloy, dem amerikanischen Militärgouverneur und Hohen Kommissar für Deutschland, haben beim Rezensenten "bewegende Eindrücke" hinterlassen. "Erhellend" findet er zudem das Kapitel über Lustigers Cousin, der im Krieg mit Hilfe christlicher Widerstandskämpfer Zuflucht bei den Jesuiten gefunden hatte und nach dem Studium der Philosophie und Theologie sowie dem Militärdienst 1954 zum Priester und 1979 zum Bischof von Orleans geweiht wurde. Historische Exkurse zum Antisemitismus in Europa sowie kritische Reflexionen über Sozialismus und Zionismus ergänzen laut Döscher die persönlichen Erinnerungen.
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