Die OLG-Päsidentin

Gedenkschrift für Henriette Heinbostel
Cover: Die OLG-Päsidentin
Berliner Wissenschaftsverlag (BWV), Berlin 2007
ISBN 9783830514442
Kartoniert, 177 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Konstanze Görres-Ode, Monika Nöhre und Anne-Jose Paulsen. Die Karriere von Henriette Heinbostel "ist Ausdruck eines gewandelten Verhältnisses von Frau und Justiz. Tatsache ist, dass Recht und Justiz immer weiblicher werden" (aus dem Geleitwort der Bundesministerin der Justiz, Brigitte Zypries). Deshalb war es an der Zeit, anlässlich des 50. Jahrestages der Ernennung der 1. OLG-Präsidentin in Deutschland eine Gedenkschrift herauszugeben, die beweist, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Justiz längst Realität ist. Die drei in der Rechtsprechung dieses Landes durch ihre signifikante Spruchpraxis ausgewiesenen Herausgeberinnen, OLG- bzw. Kammergerichts-Präsidentinnen aus Schleswig, Düsseldorf und Berlin, haben ihrem Vorbild Henriette Heinbostel diesen Band gewidmet und unterstreichen damit, dass Feminismus heute in ihren Kreisen "lächerlich und unnötig" ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.01.2008

Durchaus amüsant scheint Rezensent Rainer Maria Kiesow diese Festschrift zu Ehren Henriette Heinbostels, der ersten Oberlandesgerichtspräsidentin der Bundesrepublik Deutschland. Er weiß natürlich, dass Heinbostel eine Fiktion ist, die sich die Autorinnen des Bandes, Juristinnen wie Ruth Herz, Christine Hohmann-Dennhardt, Jutta Limbach, Heide Pfarr und Brigitte Zypries, ausgedacht haben, um exemplarisch Stationen und Probleme der Geschichte der Emanzipation der Juristinnen vor Augen zu führen und die endlich erreichte Gleichberechtigung auf dem Gebiet der Justiz zu würdigen. Auf die von den Autorinnen immer wieder aufgeworfene Frage, ob das Recht weiblicher geworden sei, findet er zwar keine ernsthafte Antwort. Aber das hat er bei einer Festschrift, die ihm "nicht selten wirklich" witzig erscheint, auch nicht unbedingt erwartet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007

Amüsiert hat sich Rolf Lamprecht bei der Lektüre dieses Bands, der aufzeigt, "wie Frauen in die Richterrobe wuchsen". Die Idee, den steinigen Weg von Frauen in die Justiz anhand einer Gedenkschrift für die Kunstfigur Henriette Heinbostel vor Augen zu führen, hält er für witzig und zudem für gelungen umgesetzt. Heinbostel, die (fiktiv) erste OLG-Präsidentin in Deutschland, verkörpere alles, was Juristinnen im letzten Jahrhundert an Zumutungen, Zurückweisungen oder Arroganz von männlicher Seite erlebt und erlitten hätten. Die Beiträge der Herausgeberinnen sowie weiterer 18 Autorinnen, allesamt hochrangige Juristinnen, zeichnen sich in Lamprechts Augen durch Ironie, Selbstironie sowie einen unprätentiösen, heiteren Ton aus.
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