Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Das geht nicht im Geschirrspüler

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

08.09.2009. Der New Yorker bestellt deckenhohe Schuhschachteltürme bei Zappos. In Literaturen erklärt Terezia Mora, warum die IT-Gemeinde nicht Oberschicht sein will. In HVG möchte Agata Gordon lieber homosozial statt homosexuell genannt werden. Der Guardian geht ins Bett mit J.M. Coetzee. NZZ-Folio singt ein Loblied auf den Lehrling. Der Chronicle of Higher Education staunt über ein literarisches annus mirabilis bei Google.

The New Yorker (USA), 14.09.2009

Bild zum ArtikelAlexandra Jacobs beschreibt die sagenhafte Erfolgsgeschichte des führenden amerikanischen Internet-Schuhversandhandels Zappos, das 1999 gegründet wurde. "Die exklusivste Form des Schuhkaufs findet noch immer in mit pastellfarbenen Teppichböden gedämpften Schuhsalons statt, wo Verkäufer (in der Regel Männer – man möchte gar nicht so genau wissen, weshalb) mit Stapeln von Schuhkartons heranwanken und sich niederknien, um den perfekten Sitz zu überprüfen. Und manche Leute betrachten es noch immer als einen amüsanten Sport, sich durch die Verkaufsregale bei Bloomingdale's oder durch die in fluoreszierendes Licht getauchten Gänge des Designer Shoe Warehouse zu wühlen. Zappos und seine Nachahmer – shoes.com, heels.com und Gaps Laden mit dem unerklärlichen Namen piperlime.com – haben diesen öffentlichen Vorgang dagegen in die Privatheit der Kundenwohnzimmer verlagert. Dort können wir, dank der 365-Tage-Rückgabe-Garantie von Zappo alle zu Imelda Marcos werden, deckenhohe Schuhschachteltürme sichten und in schweißtreibender Trägheit darauf warten, bis UPS unseren Ausschuss wieder abholt."


Weitere Artikel: Judith Thurman schreibt über Bücher zu der amerikanischen Flugpionierin und Frauenrechtlerin Amelia Earhart, die 1937 im Pazifischen Ozean verschwand. Sasha Frere-Jones porträtiert die Band Nine Inch Nails. Anthony Lane führt durch die Foto-Ausstellung "The Americans" von Robert Frank im Metropolitan Museum of Art. Außerdem sah er im Kino Shane Ackers Animationsfilm "9" und Neill Blomkamps Science-Fiction-Thriller "District 9". Zu lesen ist die Erzählung "The Low River" von Paul Theroux und Lyrik von Justin Quinn, Tom Sleigh und James Schuyler.

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Literaturen (Deutschland), 01.09.2009

Bild zum ArtikelEine gutgelaunte Terezia Mora spricht im Interview über ihren neuen Roman "Der einzige Mann auf dem Kontinent", dessen Hauptperson Darius in der IT-Branche arbeitet und dann seinen Job verliert. Ein Kommentar zur Wirtschaftskrise ist der Roman aber nicht, sagt Mora. "Was ich im Kopf hatte, war die Krise von 2001. Sie war eine Art Wetterscheide für die IT-Gemeinde. Die jetzige Krise begreift man dort (noch) nicht als die eigene, das ist die Krise der Banken. Und für mich ist der Roman ein Buch zur Frage, wie wir sind, wie wir leben, und zwar nicht nur jetzt, sondern schon seit einer ganzen Weile. (...) Das Interessante an dieser Gruppe ist, dass sie nicht höher steigen wollen, sie wollen nicht Oberschicht sein. So, wie sie jetzt leben, soll es bleiben. Auf die Frage nach der Entwicklung ihrer Arbeitsbedingungen sagten die Arbeitskollegen meines Mannes unisono: 'Bis ich 65 bin, wird sich das System noch haltenlassen.'"


Im Schwerpunkt von Literaturen geht's um China, das Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Jörg Magenau war zusammen mit den Schriftstellern Marcel Beyer und Rolf Lappert und dem Übersetzer Ulrich Kautz eingeladen worden, an Germanistischen Instituten in Schanghai und Nanjing zu lesen und Seminare abzuhalten. Einer ihrer Gesprächspartner ist der Schriftsteller Bi Feiyu: "Deutsche und Chinesen, sagt er, haben ein ähnliches Problem. Die deutsche Sprache sei durch die Faschisten verschmutzt worden, die chinesische durch die Kulturrevolution. Chinesische Autoren müssten deshalb 'die Reinheit der Sprache' wiederherstellen: 'Das geht nicht im Geschirrspüler. Man muss die Teller von Hand abspülen.' Große Hoffnungen setzt Bi Feiyu auf die Jüngeren, die in den achtziger Jahren geboren wurden, denn seine eigene Generation sei verdorben worden. Und er rühmt Bernhard Schlinks Roman 'Der Vorleser', weil Schlink sich der Geschichte stelle. 'Du musst dich erinnern', sagt er, 'ist der Imperativ des Erzählens.'"

Weiter gibt es im Schwerpunkt Besprechungen neuer Bücher von Li Yiyun, Ma Jian, Liao Yiwu, ZhuWen und anderen. Der Sinologe Ulrich Kautz erklärt, wie man chinesische Literatur übersetzt. Und es gibt einen Text von Bi Feiyu. Besprochen werden außerdem David Foster Wallaces Roman "Unendlicher Spaß", Roberto Bolanos "2666", politische Bücher zum Wahlkampf und der neue Vargas-Krimi "Der verbotene Ort".

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HVG (Ungarn), 04.09.2009

Bild zum ArtikelAm vergangenen Samstag fand in Budapest die jährliche Gay-Pride-Demo statt – unter massiven Sicherheitsvorkehrungen, nachdem die Teilnehmer im letzten Jahr schwer attackiert worden waren. Die Gegner dieser Demonstration sind oft der Ansicht, jeder könne in den eigenen vier Wänden tun, was er wolle, Homosexualität sei aber keine Angelegenheit der Allgemeinheit, sie gehöre nicht auf die Straße. Dazu sagt die Schriftstellerin und Homo-Aktivistin Agata Gordon im Interview mit Tamas Vajna: "Wir kämpfen gegen die aggressiven Homophoben und nicht gegen die Mehrheitsgesellschaft. Letztere wollen wir vielmehr davon überzeugen, dass wir normale Menschen und keine in der Entwicklung gestörten Individuen sind. Meiner Ansicht nach wird die Abneigungen oft durch den missverständlichen Begriff 'homosexuell' hervorgerufen, weil er eindeutig auf die Körperlichkeit bezogen ist. Als würden sich Schwule und Lesben nur für die Sexualität interessieren. Dabei ist das nur ein Teil ihrer sozialen und emotionalen Lebenswelt. Der Begriff 'homosozial' wäre treffender. Schwule sind zum Beispiel in vielem an Männern interessiert: in intellektueller, sozialer, geschäftlicher Hinsicht oder im Sport, in der Wissenschaft."

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The Guardian (Großbritannien), 05.09.2009

Bild zum Artikel"Wie kann jemand ein großer Schriftsteller werden, der nur ein gewöhnlicher kleiner Mann ist?", sagt eine weibliche Hauptfigur in J. M. Coetzees neuem Roman "Summertime" über den Autor Coetzee. Es gibt, schreibt Rezensent James Meek, keinen härteren Kritiker Coetzees als Coetzee selbst. Immer wieder treten in seinen Büchern Doppelgänger auf. In "Summertime" erzählen vier Frauen und ein Mann von dem Autor Coetzee, den sie gekannt und - manchmal nur ganz kurz - geliebt haben. "Der Coetzee, der aus den Beschreibungen der Frauen hervortritt, ist eine reizlose Person, kalt, unbeholfen, entrückt, dickköpfig, töricht. Er ist in jeder Hinsicht ungepflegt und unattraktiv: physisch, emotional und intellektuell. Er ist grob. Frech, wenn er diskret sein sollte, zurückhaltend, wenn er leidenschaftlich sein sollte. Er hat dünnes Haar, einen zotteligen Bart und ist schlecht gekleidet. Er ist ein unromantischer Verlierer und lebt mit seinem Vater in einem heruntergekommenen Cottage, allein, kinderlos und arm. Er ist ein gewöhnlicher Versager, ein schlechter Liebhaber. 'Er machte Liebe fast wie ein Autist. Das ist nicht als Kritik gemeint, sondern eine Diagnose', sagt Julia zu Mr. Vincent. 'Zwei rätselhafte Automaten haben jeweils mit dem Körper des anderen rätselhaften Verkehr: So fühlte es sich an, wenn man mit John im Bett war.'"

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NZZ Folio (Schweiz), 07.09.2009

Bild zum ArtikelDieses Heft ist dem Lehrling gewidmet. Der, so glauben viele, ist einer, der es nicht ans Gymnasium geschafft hat. Für den Wirtschaftspädagogen Rolf Dubs ist das "dummes Prestigedenken. Schauen Sie, wie viele Juristen und Psychologen wir ausbilden – wo sollen die alle eine ihrer Ausbildung entsprechende Arbeit finden? Das gilt auch für die Hochschule St. Gallen: Viele HSG-Absolventen glauben, sie stünden vor einer Wahnsinnskarriere. Dem ist nicht so! Ich frage mich, ob die HSG-Absolventen, die als Kreditsachbearbeiter im mittleren Kader einer Bank hängenbleiben, zufriedener sind als ein Konditor mit eigenem Laden."


Etwas Prestige muss aber offenbar doch sein, denn die Lehrlinge, die im Heft vorgestellt werden, lernen alle bei ersten Adressen: Der  Schneiderlehrling Martha Staub im Haute-Couture-Atelier "a ma chere", der Uhrmacherlehrling Nicolas Huguenin bei Audemars Piguet in Le Locle, die angehende Confiseurin Rahel Blank bei Vollenweider in Winterthur, der Bootsbauerlehrling Jan Lüscher bei Pedrazzini in Bäch. Und der Automechatronikerlehrling Kevin Greb bei Foitek in Urdorf. In der Duftkolumne trifft Luca Turin ein "serpent de mer".

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L'Espresso (Italien), 04.09.2009

Bild zum Artikel Können wir Wikipedia vertrauen? Nein, sagt Umberto Eco, aber keine Information ist ja todsicher. Seine Lösung: Andere Quellen suchen, zur Not auch einfach den gleichen Wikipedia-Artikel in einer anderen Sprache abgleichen. "Am Anfang bin ich noch eingeschritten, um meinen Artikel zu korrigieren, weil er falsche Daten oder Irrtümer enthielt (zum Beispiel hieß es, ich wäre der erste von dreizehn Brüdern, aber das war mein Vater). Das habe ich schließlich aufgegeben, denn jedesmal, wenn ich mal wieder auf meinen Artikel gestoßen bin, habe ich wieder irgendwelche netten kleinen Fehler gefunden. Jetzt haben mich einige Freunde darauf angesprochen, dass ich laut Wikipedia die Tochter meines Verlegers Valentino Bompiani geheiratet habe. Diese Meldung ist in keiner Weise verletzend, ich bin aber eingeschritten, weil es meine guten Freunde Ginevra und Emanuela stören könnte. In diesem Fall kann man weder von einem Verständnisfehler sprechen (wie die Geschichte von den dreizehn Brüdern) noch von einem Gerücht, das gerade kursiert. Niemand hat je davon gehört, dass ich mich mit Ginevra oder Emanuela arrangiert hätte. Der unbekannte Co-Autor von Wikipedia hat einfach seine private Fantasie veröffentlicht, ohne dass es ihm je in den Sinn gekommen wäre, diese Meldung durch irgendeine andere Quelle zu bestätigen."

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The Chronicle of Higher Education (USA), 31.08.2009

Geoffrey Nunberg, Linguist aus Berkeley, legt einen sehr instruktiven Artikel über Google Book Search vor - diesmal geht es nicht um das Google Book Settlement und seine Konsequenzen, sondern um die bisher äußerst dürftige Aufbereitung von bibliografischen Metadaten zu den Büchern, die angesichts des kommenden und bereits teilweise realisierten Monopols von Google bei "verwaisten Büchern" dringend verbessert werden müssen. Eines der vielen Beispiele aus seinem Artikel sind falsch angegebene Publikationsjahre: "Um es mit einem Google-Wort zu sagen - 1899 war ein literarisches annus mirabilis, in dem Raymond Chandlers 'Mörder im Regen', eine Taschenbuchausgabe von Dorothy Parker, Andre Malraux' 'La Condition Humaine', Stephen Kings 'Christine', die gesammelten Erzählungen Virginia Woolfs, Raymond Williams' 'Culture and Society 1780-1950' und Robert Sheltons Biografie über Bob Dylan erschienen."

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El Pais Semanal (Spanien), 06.09.2009

"Höllisches Paradies." Zutiefst verstört ist der spanische Schriftsteller Juan Jose Millas von einer Reise mit den 'Ärzten ohne Grenzen' durch Kaschmir zurückgekehrt, wo beinahe die Hälfte des indischen Heeres stationiert sein soll (500 000 Soldaten): "Nach Angaben von Khurram Parvez, einem Koordinator verschiedener Bürgerrechtsorganisationen, sind der Anwesenheit dieser Militärs in letzten zwei Jahrzehnten etwa 70.000 Todesopfer und 8.000 Vermisste zuzuschreiben. Außerdem seien mindestens 18.000 Personen verhaftet worden." Millas hört die schlimmsten Berichte über Folterungen, Misshandlungen, Tötungen, Verschleppungen und fragt sich und Parvez nach den Gründen für das internationale Desinteresse an der Situation. Parvez hat mehrere Erklärungen: "Erstens: Kaum ein Konflikt auf der Welt dauert bereits so lange. Zweitens: Im Westen gilt Indien als ein Land voller Gandhis - wie soll es da Gewalt geben? Drittens: Nach drei Kaschmir-Kriegen zwischen Indien und Pakistan wird dieser Konflikt nur noch als ein wenig attraktives Problem mit Muslimen betrachtet. Viertens: Dabei haben alle fünf Nachbarländer hier ihre jeweiligen Interessen. Fünftens: Indien hat ein demokratisches Image, was für die Lösung des Konfliktes wenig hilfreich ist: Tibet erregt soviel Interesse bei den Medien, weil es mit China Schwierigkeiten hat, das nicht als demokratisches Land wahrgenommen wird."

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The New York Review of Books (USA), 24.09.2009

Lorrie Moore stellt die brasilianische Autorin Clarice Lispector (1920-1977) vor, die von Fachleuten als göttlich und größte Autorin des Landes verehrt wird, vom Rest der Welt dagegen kaum wahrgenommen wird. "Für die Öffentlichkeit blieb sie ebenso charismatisch wie obskur, eine Hexe, eine Einsiedlerin, ein Rätsel: die brasilianische Sphinx. Ihr seltsamer Name ließ die Menschen denken, sie sei ein Mann oder schreibe unter einem nom de plume (was sie manchmal tat, aber sie hieß tatsächlich Lispector). Sie war eine Art Feministin, aber eine, die in ihrer Zeitungskolumne Schönheitstipps gab und den Schrank voller Designer-Kleider hatte; sie war keine feministische Feministin. Als später ihre Arbeit hermetisch und sie selbst ein 'heiliges Monster' genannt wurde, fand sie das schrecklich."


In einem ausführlichen Report über die Zukunft der Zeitungen sieht Michael Messing das Zeitalter kommerzieller Medien zu Ende gehen; für vielversprechender hält er nonprofit-Ansätze, wofür er einen Beitrag in der New York Times von Yales Investmentdirektor David Swensen und dem Finanzanalysten Michael Schmidt zitiert: "'Stiftungen', schrieben sie, 'würden die Autonomie der Zeitungen gewähren und sie zugleich vor den wirtschaftlichen Kräften abschirmen, die sie gerade herunterziehen.' Bei der Times zum Beispiel schätzten sie, dass die Redaktion ungefähr 200 Millionen Dollar im Jahr kosten würde. Mit zusätzlichen Ausgaben für die Verwaltung würde die Zeitung eine Stiftung mit dem Vermögen von fünf Milliarden Dollar brauchen. 'Aufgeklärte Philanthropen müssen jetzt handeln oder sie werden mitansehen, wie eine entscheidende Komponente der amerikanischen Demokratie in die Bedeutungslosigkeit versinkt."

Weitere Artikel: Philippe Sands fragt, warum sich General Richard B. Myers in seiner Autobiografie nicht auch an seine Folterbefehle erinnert. Howard W. French bespricht neue Bücher über den Krieg im Kongo. Ronald Dworkin widmet sich der schwierigen Berufung der Richterin Sonia Sotomayor an den Obersten Gerichtshof der USA.

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Archiv: Magazinrundschau

Morbid-intimes Sentiment

07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen

Pakt des Nicht-Lesens

31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen

So roch die Welt der Männer

24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen

Ständige Verwirrung

17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen

Archiv: Magazinrundschau

Hm, das ist komisch

10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen

Das Ohr des Präsidenten

03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen

Blicken Sie ins Dunkel

20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen

Die Treppe für Texte

13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen

Diese glühbirnenköpfige Kreatur

06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen

Lesen, aber nicht berühren

29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen

Ein veritabler Brocken

22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen

Aber man vibriert

15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen

Das Kulturerbe der Muppets

08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar NarancsMehr lesen

Die Früchte der Revolution

01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen

Warum nicht alles?

25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen

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