Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Lüstern, luftig, voller Süße

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

29.07.2010. Jon Stewart bringt die Enthüllung von Wikileaks auf den Punkt. In der Berliner Zeitung isst Liv Ullmann Fleischklopse mit einem stummen Ingmar Bergman und einem stummen Woody Allen. Die Zeit fordert von den Öffentlich-Rechtlichen: Gebühren oder Quote. Und die Feuilletons sind hin und weg von Wolfgang Rihms "Dionysos"-Oper.

Aus den Blogs, 29.07.2010

Jon Stewart hat jetzt zwar einen schrecklichen Bart, aber sein Kommentar zu den Reaktionen auf die Veröffentlichung von Wikileaks ist einfach grandios. All diese oberschlauen Experten, die es zum Beispiel nicht neu finden, dass der Westen Pakistan Milliarden zuschiebt, damit dessen Geheimdienst die Taliban aufrüsten kann:




Der Germanist Michael Shaughnessy, selbst spezialisiert auf das computergestützte Erlernen von Sprachen, schickt eine Postkarte an BoingBoing von der Middlebury Sprachenschule, die in einem kleinen Ort in Vermont ein Sommerprogramm besonderer Art anbietet: "At the core of the language program here is the contractual agreement of all participants to only use their language of study for the duration of their stay. The 'language pledge' is in effect 24-7 and contributes to the full-immersion environment. [...] Today, Middlebury teaches 10 languages and on any Friday night, the town pub becomes an even more surreal place. As you walk in you can hear a table of German speakers, a table of French, a table of Spanish, etc. If you passed through town accidentally and did not know what was going on, you might question where in the world you were. If you try to speak to the students, you would only get a strange look or an answer in the language they study. The motto of the Language Schools is 'No English Spoken Here'."

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Berliner Zeitung, 29.07.2010

Liv Ullmann erzählt im Interview mit Jan Brachmann, wie sie ein Treffen zwischen Woody Allen und Ingmar Bergman arrangierte, als sie in New York die Nora spielte und Bergman ebenfalls in der Stadt war: "Woody Allen ist ja ganz anders als in seinen Filmen. Er kam in einer großen Limousine samt Chauffeur mit weißen Handschuhen vorgefahren, betrat Ingmars Zimmer, ich stellte die beiden einander vor. Und sie sagten - nichts! Zwei Genies, die sich nur anstarrten, vor Staunen stumm. Es gab etwas zu essen. Ingmar nahm Fleischklopse, Woody Allen nahm Fleischklopse. Er machte alles nach, was Ingmar machte. Keiner sagte was. Bei der Heimfahrt in seiner Limousine fasste Woody Allen mich plötzlich am Arm und seufzte: 'Danke, Liv!' Kaum war ich zu Hause, rief Ingmar an: 'Danke, Liv!'"

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Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2010

Musik von "bisweilen unglaublicher Schönheit" hat Peter Hagmann in Wolfgang Rihms in Salzburg uraufgeführter "Dionysos"-Oper gehört. Das beste aber sind die Brüche: "Gewiss erinnert die Eröffnungsszene mit ihren lachenden Frauen um den sprachlosen N. an die Rheintöchter aus Wagners 'Ring', spielt das zweite Bild mit der 'Alpensinfonie' von Richard Strauss und wartet das dritte mit einem allerliebsten Walzer auf. Doch kaum leuchtet es, platzt die Birne."


Weiteres: Joachim Güntner schreibt den Nachruf auf die Loveparade: "Festhalten muss man, dass die Love Parade weder an Alkohol noch an Designer-Drogen oder zu lauter Musik zugrunde gegangen ist, sondern daran, dass man aus der bewegten eine gestaute Masse machen wollte, eingezäunt und eingeengt in eine Arena." Markus Bauer meldet, dass bisher unbekannte Briefe Paul Celans in Rumänien aufgetaucht seien.

Auf der Filmseite unterhält sich Sarah Elena Schwerzmann mit Regisseur Christopher Nolan über seinen Film "Inception". Simon Spiegel hat sich "Toy Story 3" angesehen.

Besprochen werden außerdem Werke von Borges und Bioy Casares in der Gesamtausgabe und Isabelle Stamms Roman "Schonzeit" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Frankfurter Rundschau, 29.07.2010

Der Militärhistoriker Klaus Naumann fürchtet in einem kleinen Essay zum Afghanistan-Einsatz, dass die Republik "die im öffentlichen Auftrag entsandten Mitbürger in Uniform mit der ganzen Person für halbe Sachen haften lässt". Arno Widmann begrüßt die nach links blickende Büste Heinrich Heines ("das Äußerste an Subversion") in der Walhalla. Hans-Jürgen Linke staunt nach Anhören und Betrachten des Rihmschen "Dionysos" nach Nietzsche, "wie unversehrt, verschlossen, ganzheitlich" Rihms Musik angesichts der Fragmente des Philosophen ist, und feiert die Oper als "einsamen Höhepunkt" im Salzburger Sommer. In der Leitglosse schildert Bernhard Bartsch, wie China aus eine klassenlosen zu einer Gesellschaft von VIPs wurde.


Auf der Medienseite stellt Christian Esch den überaus Putintreuen russischen Staatssender Russia Today vor.

Besprochen werden die "Toy Story 3" und Radu Mhaileanus Film "Das Konzert" (mehr hier).

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Die Tageszeitung, 29.07.2010

So schlimm wird sie in Deutschland gar nicht diskriminiert, schreibt Cigdem Akyol, Tochter von Gastarbeitern aus dem Ruhrgebiet, außer von Journalistenkollegen, denen sie hundert mal zurufen kann: "Ich habe Völkerrecht studiert, nicht Einwandererdasein... Bei meinem ersten Vorstellungsgespräch wünschte ich mir, nicht über Migrationsthemen schreiben zu müssen. Mein Ressortleiter äußerte Verständnis, aber es sei gerade Ramadan. Ob ich nicht einen türkischen Metzger porträtieren könne?"


Tobias Nolte liest in der Zeitschrift Mittelweg 36 Briefe von Hannah Arendt und Leni Yahil. Werner Ruzicka, Leiter der Duisburger Filmwoche, spricht im Mailinterview über die Katastrophe in Duisburg und Spektakelkultur.

Besprochen werden Christopher Nolans Film "Inception", Dietrich Brüggemanns Film "Renn, wenn du kannst", Christian Freis Dokumentarfilm "Space Tourists" über die Reste der russischen Raumfahrt und Chaplins Film "Monsieur Verdoux" auf DVD.

Schließlich Tom.

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Die Welt, 29.07.2010

Eckhard Fuhr begutachtet Bert Gerresheims Heine-Büste für die Walhalla und erklärt zufrieden: "Keiner ist in der Walhalla so zerrissen wie Heine. Aber Heines Zerrissenheit geht doch nicht so weit, dass alle anderen dumm da stehen." Für das Archiv des amerikanischen Musik-Ethnologen Alan Lomax (1915-2002, mehr hier) wurde am Wochenende ein eigener Kanal auf Youtube gegründet, dort kann man jetzt Filmaufnahmen von Lomax sehen, freut sich pp. Stefan Koldehoff meldet einen Teilerfolg im Raubkunststreit.


Besprochen werden die Uraufführung von Wolfgang Rihms "Dionysos"-Oper in Salzburg (einen "unterhaltsamen, ganz selten rührenden Abend", hat Manuel Brug erlebt), der Pixarfilm "Toy Story 3", Radu Mihaileanus Klassikmelodram "Das Konzert" und Dietrich Brüggemanns Behindertendrama "Renn, wenn du kanst".

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2010

Ganz hin und weg ist Eleonore Büning von Wolfgang Rihms in Salzburg uraufgeführter Nietzsche-Oper "Dionysos": "Lüstern, luftig, voller Süße und konstruktiver Ironie ist diese Musik. Unmöglich, von all ihren Wundern zu berichten, die füllhornartig ausgekippt werden. Viele Instrumentationszaubereien stecken darin; einiges in der Feinheit der Stimmenführung, die mit flüssiger Opulenz gekoppelt ist, erinnert wieder einmal stark an die Meisterschaft des späten Richard Strauss. Aber vor allem steckt jede Menge Rihm in diesem neuen Rihmschen Werk." Kurzum: "So muss Oper sein: eine Ahnung dessen, was gemeint war mit der Utopie vom Gesamtkunstwerk."


Weitere Artikel: Über die sehr kontroverse US-Diskussion zu Sinn und Bedeutung der Wikileaks-Afghanistan-Dokumente berichtet Jordan Mejias. Bei der Aufnahme Heinrich Heines in Walhalla war Oliver Jungen zugegen. Am Rande schreibt Hannes Hintermeier den Nachruf auf einen der reichsten und unbekanntesten Deutschen, den Aldi-Mitgründer Theo Albrecht. Ex-Bundesaußenminister Klaus Kinkel ist ganz anderer Ansicht als Patrick Bahners, der die antiföderalistischen Anwandlungen von Annette Schavan kritisierte, und plädiert für die Aufhebung des zwischen Bund und Ländern festgeschriebenen "Kooperationsverbots". Alles, was man über die Umbaupläne der Tübinger Universität wissen muss (und womöglich noch viel mehr), erfährt man von Timo John. Vom Literatur- und Musikfest "Wege durch das Land" berichtet Andreas Rossmann. Gina Thomas erläutert die Einzelheiten der heftig kritisierten Abschaffung der britischen Filmförderanstalt UK Film Council (Website mit Kommentar zur Abschaffung).

Besprochen werden Jakob Ahlboms Salzburger Theaterprojekt "Innenschau", die Ausstellung "Scheinbar vertraut" im Staatlichen Museum Schwerin, die Ausstellung "Glitter and be Gay - Erik Charell und die schwule Operette" im Berliner Schwulen Museum, Laurie Andersons erste Platte seit Ewigkeiten "Homeland", das neue Here-We-Go-Magic-Album "Pigeons", Lee Unkrichs Spielzeugfilmsequel "Toy Story 3" (mehr) und Bücher, darunter Patrice Nganangs Roman "Hundezeiten" und der zum "Inception"-Start einschlägige Sammelband "Das Kino träumt" (mehr in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 29.07.2010

Gekürzt abgedruckt wird Dominik Grafs ziemlich großartige Laudatio auf den Filmemacherkollegen Klaus Lemke zur Verleihung des Münchner Filmpreises. Er erzählt darin eine wirklich super Anekdote: "In einer der - wahrscheinlich vor allem für uns Filmleute - lustigsten Lemke-Szenen überhaupt bekommt [Paul] Lyss in 'Leopoldstraße kills me' vom Tonmann einen Sender ans Revers geheftet, der angeblich achteinhalbtausend - damals noch D-Mark - kostet... Lyss läuft mit dem guten Stück auf der Leopoldstraße auch prompt den Filmern davon. Sie versuchen dann über den Sender akustisch zu erkennen, wo er gerade sein könnte. Und kriegen hilflos mit, wie er das Ding an den nächstbesten Hehler für zweieinhalbtausend Mark weiterverkauft."


Weitere Artikel: Über derzeit noch in der Projektphase befindliche berührungslose Computer-Interfaces und Zwischenstationen dahin informiert Andrian Kreye. Warum das E-Book ein verlockendes Geschäftsmodell für jene ist, die ohnehin schon bekannt sind, erläutert Thomas Steinfeld am Beispiel des Agenten Andrew Wylie, der die traditionellen Verlage gerade zur Weißglut treibt. Schreibkurse von Richard Powers (mehr) und Donna Leon im Schweizer Musikdorf Ernen hat Kristina Maidt-Zinke besucht. Jens Bisky blickt voraus auf die "Geretteten Götter", das heißt die rekonstruierte Ausstellung der im Krieg weitgehend zertrümmerten Skulpturen und Reliefplatten von Tell Halaf.  

Besprochen werden die Salzburger Uraufführung von Wolfgang Rihms Nietzsche-Oper "Dionysos" (Reinhard J. Brembeck lobt sie als "ästhetisch radikaler" als Rihms bisheriges Werk), Jakob Ahlboms in der Salzburger "Young Directors"-Sektion zu sehendes Theaterprojekt "Innenschau", die Ausstellung "Miroslaw Balka: Wir sehen dich" in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe (Ausstellungsfilm), die Ausstellung von Eckhart Schmidts neuem Fotozyklus "Rom/Amor" in der Münchner Galerie Stephen Hoffman, der neue Pixar-Film "Toy Story 3" und Christian Freis Dokufilm "Space Tourists" sowie ein Sammelband  zum Thema "Think Tanks. Die Beratung der Gesellschaft" (mehr dazu in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Zeit, 29.07.2010

Das öffentlich-rechtliche System muss sich entscheiden, meint Jens Jessen genervt von der Volksverblödung bei ARD und ZDF: Gebühren oder Quote. Dass es sich aber mit Milliarden für eine Freiheit ausstatten lässt, die es nicht nutzt, hält er für untragbar: "Man könnte sogar den satanischen Gedanken fassen, dass die Programmmacher inzwischen selbst schön finden, was sie tun, also ehrliche Fans von Hansi Hinterseer sind, von Traumschiff-Serien und minderwertigem Dudelfunk. Man will es nicht glauben. Die Alternative ist jedoch charakterlich nicht erfreulicher: Dann wären es Zyniker, die den Massen verachtungsvoll vorwerfen, was sie selber niemals konsumieren würden. Aber natürlich gibt es noch eine blasse dritte Möglichkeit, und das ist die Feigheit im Schatten übermächtiger Politikeinflüsse. Da wäre dann tatsächlich, weil Idealismus im Schatten der Macht nicht gedeiht, die Quote das einzige Argument für den Bestand der öffentlich-rechtlichen Sender."


Henning Kober unterhält sich mit Schriftsteller Bret Easton Ellis über dessen neuen Roman "Königliche Schlafgemächer" und Ellis' guten Vorsatz, stabil zu werden: Keine Drogen mehr. "Kein Wein mehr, auch kein Bier, zurzeit mag ich Tequila sehr gern."

Weiteres: Anna Marohn knüpft sich die Ministerpräsidenten vor, die sie in Sachen Medienpolitik für völlig überfordert hält. Ijoma Mangold besucht das Museum am Alten Garten in Schwerin. Frank Zöller erzählt, dass Michelangelo zu seiner "Kentaurenschlacht" von einer antiken  Marmorgruppe inspiriert wurde. Besprochen werden Hans Neuenfels' Bayreuther "Lohengrin" ("Auf Gralsbeglückung können die Rattenmenschen nicht mehr hoffen", weiß Claus Spahn jetzt), die beiden Salzburger Aufführungen vom "Jedermann" und von Peter Steins "Ödipus auf Kolonos", das Album "The ArchAndroid" der begnadeten Janelle Monae, Beethoven-CDs des Artemis-Quartett, ein 3D-"Piranha"-Film und Bücher, darunter Ferdinand von Schirachs "Schuld" sowie Wassili Grossmans Erzählung "Alles fließt" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Auf der ersten Seite bescheidet Andrea Böhm Wikileaks und andere Unbefugte, dass zu großer Enthüllungseifer nicht immer zum Besten des Volkes sei: "Das 'Leak', die Weitergabe vertraulicher Informationen ist nicht an sich schon ein Segen. Die Geheimhaltung in der Politik ist nicht nur dazu da, um Kriege zu verschleiern und die Bevölkerung zu belügen. Oft dient sie auch dazu, Schlimmeres zu verhindern."

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

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28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

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27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

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Die Augenbrauen des Holofernes

25.01.2012. Die Welt lernt das Alphabet des Umsturzes. Die Frankfurter Rundschau fürchtet, dass die Berliner High Society nicht mit der Provinz mithalten kann. Die Japaner verlieren ihren Glauben an die Technik, beobachtet die NZZ. Die SZ konstatiert: Leistung lohnt sich nicht, wenn keiner hinsieht. Die FAZ versammelt Beispiele der französischen Liebe zu Amerika. Mehr lesen

Vergegenwärtigungskunst

24.01.2012. In der französischen Huffington Post attackiert Caroline Fourest den tunesischen Präsidenten Moncef Marzouki. Wer sich für Freiheit im Netz einsetzt, arbeitet in Wahrheit dem Kapital in die Hände, findet der Tagesspiegel.  Die Welt begibt sich auf die Suche nach der Kairoer Kunstszene, findet sie aber nicht so recht. Die SZ staunt über Hans Holbeins Schutzmantelmadonna in Schwäbisch Hall. De FAZ bringt eine kleine Hommage auf den Künstler Denis Limonow, der durch eine tollkühne Aktion zwei weißrussische Jugendliche vor der Hinrichtung bewahren will. Mehr lesen

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