Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Versonnen, berechnend, zärtlich zugleich

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

14.12.2009. Die SZ ruft den Fundamentalisten der Aufklärung ins Gewissen: Die Religionsfreiheit war zuerst da. In der Berliner Zeitung konstatiert die Politologin Naika Forouta: 70 Prozent der Musliminnen in Deutschland tragen kein Kopftuch. In der Welt erklärt Monika Maron, warum sie keine Angst vorm Internet hat. FR und FAZ feiern Oliver Reeses Frankfurter "Phädra"-Inszenierung. In der FAZ spricht auch Werner Söllner über seine IM-Zeit. Aufregung im Netz: Google baut ein eigenes Handy.

Frankfurter Rundschau, 14.12.2009

Hingerissen ist Peter Michalzik von der "Phädra", die Oliver Reese in Frankfurt inszeniert hat. "Allein aus der Frage der Berührung, wer von diesen in ihrem Unglück Gefangenen berührt wen wann und wie, macht Reese eine eigene Aufführungsschicht. Wie Oenone, Phädras Vertraute, wunderbar eigennützig, ängstlich, wachsam gespielt von Franziska Junge, an Phädras nacktem Abendkleidarm entlangstreicht, ohne ihn zu berühren, versonnen, berechnend, zärtlich zugleich, das ist ein großer Moment kleiner Gestik, eine überraschende und überzeugende Übersetzung Racines in eine heutige Kunstform."


Ulrich Raulff hat kürzlich in einem Interview zu seinem George-Buch behauptet, der "interessantere Teil der Geistesgeschichte" der Bundesrepublik sei rechts. Hans-Martin Lohmann betrachtet das als Affront gegen die Frankfurter Schule und entgegnet: "Es gibt ein Foto von Adorno auf einer Faschingsfeier, das ihn, orientalisch verkleidet, mit zwei jungen Frauen im Arm und grinsend zeigt. Und es gibt ein Foto von George, das ihn in der Aufmachung des Dichterfürsten Dante präsentiert, streng, entrückt, gottgleich, flankiert von Jünglingen und Männern. George wollte so gesehen werden. In diesen Bildern manifestiert sich der ganze Unterschied - man muss ihn nicht kommentieren."

Weitere Artikel: Daniel Kothenschulte bemerkt bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises in Bochum eine Tendenz zur Abschottung gegen den Rest der Welt. In Times Mager erkennt Christian Schlüter in einem Video mit tanzenden Mitglieder der französischen Regierung mindestens einen neuen Totalitarismus. Arno Widmann stellt zwei chinesische Opernsänger in Frankfurt vor: Wen Wei Zhang und Dong-Jun Wang.

Besprochen werden ein Rammstein-Konzert in Frankfurt ("Exakt 90 Minuten beste und reinste Unterhaltung. Davon kann das ZDF nur träumen. Nur würde es dort nicht so oft brennen", bemerkt Christoph Schröder) und Johann Lippets "Chronologie einer Bespitzelung" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Berliner Zeitung, 14.12.2009

Die Politologin Naika Foroutan attestiert den Muslimen in Deutschland eine große Integrationsbereitschaft und verweist auf die Studie "Muslimisches Leben in Deutschland": "Die Studie zeigt deutlich: Wir haben keine stetig nachwachsenden Kopftuchmädchen in Deutschland: Insgesamt 70 Prozent der Musliminnen in Deutschland tragen kein Kopftuch, und die Zahl nimmt bei der zweiten Generation stetig ab."

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Neue Zürcher Zeitung, 14.12.2009

Leicht euphorisiert berichtet Samuel Herzog von der Biennale in Lyon, die ihn vor "vorweihnachtlichem Autokannibalismus" bewahrt hat: "Wie ein schöner Saucisson besteht auch die Biennale aus Fett und Fleisch, gespickt mit Pistazien und vielleicht sogar Trüffeln, die von einem theoretischen Diskurs wie von einer Wursthaut umschlossen werden."


Weiteres: Im Interview mit Brigitte Kramer erklärt die Erfolgsschriftstellerin Almudena Grandes, warum sie sich erst jetzt, mit 50, der franquistischen Vergangenheit in Spanien widmet: "In den Jahren nach dem Ende der Diktatur hatten wir anderes im Kopf: Wir waren um die 20, wollten reisen, flirten, uns betrinken. Die Demokratie war jung wie wir." In einem zweiten Text bespricht Kramer auch Grandes' Roman "Das gefrorene Herz".

Besprochen werden außerdem Barbara Freys Inszenierung von Heiner Müllers "Quartett" in Zürich, eine Aufführung von Mozarts "Don Giovanni" in Genf und ein Konzert des Collegium Novum im Zürcher Schiffbau.

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Die Tageszeitung, 14.12.2009

Auf der Medienseite zeigt Steffen Grimberg wenig Verständnis für Alfred Neven Dumonts Forderung nach Staatshilfe: "Recht hat er mit dem Hinweis, dass die Politik in Mediendingen gern und lange schläft. Doch wie kann ein Verleger, der ein paar Absätze weiter die Vorgänge beim ZDF 'schamlos' nennt und die öffentlich-rechtlichen Sender 'am Wickel der Politik' weiß, jetzt blauäugig Staatssubventionen von ebendieser Politik fordern? Oder alle Verantwortung beim Kartellamt abladen, dass ihm selbst seinerzeit im Rahmen einer 'Sanierungsfusion' sehr wohl die Übernahme der Kölnischen Rundschau - und damit ein Zeitungsmonopol in der Domstadt ermöglichte?"


Im Kulturteil berichtet Christian Werthschulte über die Verleihung des Europäischen Filmpreises. Und Christian Semler hörte zu, als in Jena Norbert Frei, Tim Schanetzky, Jonas Scherner und Carola Sachse über die Wirtschaft im NS-Regime diskutierten.

Und Tom.

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Die Welt, 14.12.2009

In einem Doppelgespräch zu Ost-West-Erfahrungen auf der Magazinseite erzählt der MP3-Erfinder Karlheinz Brandenburg von seiner Arbeit am Fraunhofer Institut in Ilmenau, wo er gerade eine Art Holodeck in 3D-Audiotechnik entwickelt. Und Monika Maron erklärt, warum sie im Gegensatz zu Frank Schirrmacher keine Angst vor dem Internet hat: "Ich glaube, der macht Spiele im Internet. So was mache ich ja nicht. Es ist schließlich meine freie Entscheidung. Zum Recherchieren ganz wunderbar, denke ich an mein letztes Buch über Bitterfeld. Ich habe mehr zu Hause recherchiert als am Ort selbst. Aber etwas anderes: Das Internet gibt es noch gar nicht so lange, und man fragt sich schon manchmal, wie man ohne all das früher ausgekommen ist: ohne Handy, ohne Kreditkarten, ohne E-Mail und Internet."


Im Feuilleton berichtet Johnny Erling, dass sich der chinesische Schriftsteller Mo Yan jetzt gegen Vorwürfe verteidigt hat, bei der Buchmesse in Frankfurt als Staatsschriftsteller aufgetreten zu sein. Manuel Brug lästert nach dem Pina-Pausch-Gedenkabend bei den Berliner Festspielen über das "in die Jahre gekommene, dafür umso hennaroter gefärbte Biotop" des Westberliner Kulturbürgertum. Peter Zander berichtet von der Verleihung der Europäischen Filmpreise hauptsächlich an Michael Haneke.

Besprochen werden die Baselitz-Ausstellungen in der Kunsthalle und im Frieder Burda Museum in Baden-Baden und eine Bestandsaufnahme zu 20 Jahren deutscher Einheit am Theater Bremen.

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Aus den Blogs, 14.12.2009

Bild zum Artikel

Die Sensation des Wochenendes ist, dass Google ein eigenes Handy bauen wird. Nexus One wird es heißen. Hübscher als das iPhone ist es nach einem im Blog Mashable publizierten Foto jedenfalls nicht. Viele weitere Fotos bei Techcrunch.

Die Internetprovider wollen sich nicht zu einem "Inkassoinstitut für die Verleger" degradieren lassen, sagt Stefan Engeln von 1&1 im Interview mit Robin Meyer-Lucht von Carta. Er fürchtet, dass die Provider über eine Leistungsschutz-Einzugszentrale (LEZ) einen "Solidaritätszuschlag für Holzmedien" an die Zeitungen entrichten sollen und droht mit Sperren für Verlagsangebote: "Man könnte den Internetnutzern theoretisch wieder eine Wahlmöglichkeit eröffnen: Möchte er die Leistung der Verleger in Anspruch nehmen oder nicht? Wenn ja, dann würde er einen Zuschlag in Höhe der Leistungsschutzabgabe zahlen. Wenn nein, dann könnten auf Wunsch des Nutzers Verlegerseiten für den Zugriff gesperrt werden."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2009

Hubert Spiegel hat den Lyriker Werner Söllner getroffen und ihn auch danach befragt, warum er so lange über seine Securitate-Verstrickungen geschwiegen hat: "Mehr als dreißig Jahre lang hat Werner Söllner nicht über jene drei bis vier Jahre in den Siebzigern gesprochen, in denen ihn die Securitate zur Zusammenarbeit zwang und in Verhören über Freunde und Kollegen ausfragte. Mehr als dreißig Jahre lang habe er aus 'Schuld und Scham' geschwiegen, nicht weil er verschweigen wollte, was damals geschehen ist, sondern weil ihm Kraft und Mut fehlten, seine Verstrickung offen zu bekennen: 'Ich habe es einfach nicht geschafft.'"


Gerhard Stadelmaier ist begeistert von Oliver Reeses Frankfurter "Phädra"-Inszenierung, und vor allem von der Hauptdarstellerin Stephanie Eidt: "Mit dunkel vibrierendem Alt stößt die Schauspielerin das Wort 'Liebe', das Bekenntnis eines wahnsinnigen, jedes Maß sprengenden Begehrens, aus, als stehe die Figur unter den Fieberschauern einer tödlichen Infektion, die nicht nur die Seele, sondern den Körper krümmt, zerbricht, peinigt, die Herrschaft über Gefühl und Verstand zerstört."

Weitere Artikel: Matthias Hannemann berichtet von Klimagipfelbegleitveranstaltungen in Kopenhagen, etwa einem Vortrag von Peter Sloterdijk, der die "meteorologische Reformation" kommen sah. Keinen Spaß hatte Oliver Jungen bei der Verleihung der Europäischen Filmpreise, obwohl Michael Hanekes "subtil-geniale Psychoanalyse" "Das weiße Band" seiner Ansicht nach völlig zu Recht die Hauptpreise abräumte. Arnold Bartetzky stellt den Siegerentwurf des Architekturbüros "Schulz & Schulz" für den Bau der Leipziger Propsteikirche vor. In der Glosse stellt Gina Thomas das Weihnachtsgedicht der britischen poeta laureata Carol Ann Duffy vor. Martin Kämpchen schreibt einen kurzen Nachruf auf den indischen Schriftsteller Dilip Chitre. Auf der Medienseite freut sich Oliver Jungen, dass die Stadt Ratingen von Google für seine Street-View-Aufnahmewagen ein Wegegeld fordern will.

Besprochen werden Oliver Reeses Frankfurter Inszenierung von Jean Racines "Phädra", die Nürnberger Uraufführung von Franzobels Stück "Große Kiste oder Das Spiel vom Zeugen" (Bernd Noack allerdings will über den Holocaust nicht lachen, und schon gar nicht so), die Pariser Ausstellung surrealistischer Fotografie "La subversion des images", und Bücher, darunter Alexander Demandts Biografie "Alexander der Große" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 14.12.2009

Gustav Seibt ruft Islamkritikern wie Ayaan Hirsi Ali, Henryk Broder und Anne Applebaum, die sich durch Rechtfertigung des Schweizer Minarettverbots einer fundamentalistischen Logik ergeben hätten, zu: "Die europäische Toleranz wurde zunächst nicht für Aufklärung und aufgeklärte Menschen erstritten, sondern als Modus des Zusammenlebens zwischen Katholiken und Protestanten, später auch Juden. Erst in einem zweiten Schritt entwickelten sich aus der religiösen Toleranz jene weitergehenden Freiheiten des öffentlichen Vernunftgebrauchs, die zur Grundlage der modernen Verfassungsstaaten wurden."


Weitere Artikel: In den "Nachrichten aus dem Netz" stellt Jean-Michel Berg ökologische Suchmaschinen vor, die nach einer bestimmten Anzahl Klicks Bäume pflanzen lassen und auf eine energieaufwändige weiße Homepage verzichten. Hans Hoff verfolgte die Vergabe der Europäischen Filmpreise in Bochum. Sonja Zekri besucht Sterbehospize in Moskau, die zumindest krebskranken (aber nicht zum Beispiel Aids-kranken) Russen ein Sterben in Würde ermöglichen - viele dieser Hospize werden Künstlern und Autoren unterstützt. Jonathan Fischer stellt den Rapper Brother Ali vor, einen fast erblindeten und zum Islam konvertierten Albino, auf dem die Hoffnungen des erlahmten Genres ruhen. Jens Schneider berichtet über Diskussionen in der linken Szene Hamburgs über antisemitische Ausschreitungen autonomer Gruppen gegen die Vorführung eines Films von Claude Lanzmann. Laura Weißmüller verfolgte eine von der SZ ausgerichtete Münchner Diskussion mit Ulrich Beck über den Klimawandel.

Auf der Medienseite wird eine Kampagne der Freischreiber angekündigt, die Magazine und Zeitungen mit geweißten Flächen von Artikeln und Fotos freier Journalisten zeigen. In Interviews sollen Chefredakteure der betroffenen Medien ihre Politik gegenüber Freien erörtern.

Besprochen werden Franzobels Stück "Große Kiste oder das Spiel vom Zeugen" in Nürnberg und Bücher, darunter eine zweisprachige Ausgabe des palästinensischen Nationalpoeten Mahmoud Darwish.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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