Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Von Lesern empfohlene Bücher

Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich

Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Wikipedia und der Google Juice
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- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
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- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Mahlender blauer Schmerz
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
31.03.2009. Mit der Globalisierung ist es gar nicht so weit her, wie ihre Hohepriester meinen, stellt die FR fest. Der Tagesspiegel beleuchtet den Kulturkampf zwischen Bloggern und Journalisten. Nach dem Brockhaus gibt auch Microsoft seine Enzyklopädie Encarta auf, meldet techcrunch. Und in der FAZ stöhnt Urs Widmer: So einer wie Steinbrück ist in der Schweiz undenkbar.
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Frankfurter Rundschau, 31.03.2009
Dass die Globalisierung Schnee von gestern ist und die Musik bald nur noch auf regionalen und lokalen Märkten spielt, hat Arno Widmann in Bruce C. Greenwalds und Judd Kahns Buch "Globalization" gelernt: "Der Grund ist, so die Autoren, einfach: Es ist der steigende Anteil von Dienstleistungen am Bruttosozialprodukt. Die sind nämlich kaum zu transportieren. Es gibt tatsächlich die viel beschworenen indischen Röntgenärzte, die für billigstes Geld im Auftrage amerikanischer Krankenhäuser Röntgenaufnahmen auswerten. Aber es sind nur ein paar hundert, und das seit Jahren. Dienstleistungen sind lokal. Sie müssen lokal erbracht und bezahlt werden. Wenn ihr Anteil an der Weltwirtschaft steigt, sinkt der der globalisierenden Faktoren."
Widmann stellt außerdem in Times Mager fest, dass das Christentum gar keine Mitleidsreligion ist. Daniel Kothenschulte schreibt zum Tod des Komponisten Maurice Jarre.
Auf der Medienseite drängt der scheidende Deutschlandfunk-Intendant Ernst Elitz im Interview bei der Digitalisierung des deutschen Rundfunks zur Eile: "Deutschland tapert hinterher. Wenn nicht bald etwas geschieht, wird die EU-Kommission diese Frequenzen wieder einkassieren und an die private Telekommunikationsindustrie verscherbeln. Dann wird Deutschland das einzige Land sein, das auf Dauer seine Radioprogramme über den Museumsstandard UKW ausstrahlt, mit den Intendanten der ARD als technologischen Museumswärtern."
Besprochen werden die Ausstellung "My berlinczycy. Wir Berliner" im Märkischen Museum Berlin, ein Konzert des Geigers Renaud Capucondie mit dem SWR Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt, die Schau "Le Siecle du Jazz" im Pariser Musee du Quai Branly, Lizzie Dorons Roman "Es war einmal eine Familie", Christine Gräfin von Brühls Buch "Noblesse oblige" (für Judith von Sternburg "die kurioseste Langeweile des Frühjahrs") und Christian Mosers Band "Die teuflischen Tricks der Monster des Alltags" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 31.03.2009
Sogar Dubai spürt die Finanzkrise, bemerkt Henrike Thomsen. "Viele Baustellen, auf denen vor einem Jahr eifriger Betrieb herrschte, stehen still. In der Branche herrschen Zahlungsverzögerungen von neun Monaten, berichten die Zeitungen. Pro Monat würden 30.000 Arbeiter in ihre Heimatländer Pakistan, Indien, Sri Lanka oder die Philippinen abgeschoben, erzählt ein Pakistani. Dubai soll inzwischen 60 Milliarden Euro Schulden haben, nicht ganz so viel wie Berlin, aber man nähert sich an. Für die Entwicklung der Kunstszene und des Kunstmarktes hat dies unterschiedliche Auswirkungen: Während sich die Marktdynamik auf der Art Dubai deutlich abgeschwächt zeigte, gewann die inhaltliche Auseinandersetzung auf der Messe und auf der Sharjah-Biennale an Qualität."
Außerdem: Alexander Cammann resümiert eine Tagung in Marbach über Hans Magnus Enzensberger. Julian Weber war beim Kongress "Operation Ton" in Hamburg. Cilli Pogodda schreibt zum Tod des Komponisten Maurice Jarre. Besprochen wird Jonathan Littells Buch über "Das Trockene und das Feuchte" der faschistischen Sprache (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Berliner Zeitung, 31.03.2009
Sabine Pamperrien stellt Befremden über das Gutachten zur chinesischen Berichterstattung der Deutschen Welle fest. In dem Gutachten hatte Ulrich Wickert die Reaktion der Politik auf Vorwürfe der Regimefreundlichkeit als übereilt kritisiert (die SZ machte Wickerts Gutachten neulich publik). Pamperrien zitiert die kritisierten Politiker: "Der CDU-Politiker Stephan Eisel spricht von einem 'starken Stück'. Wickert bilde sich ein Urteil über Leute, mit denen er nicht gesprochen habe. Zudem seien die Feststellungen Wickerts entgegengesetzt zu den Äußerungen des Intendanten. Der habe längst journalistische Mängel in der China-Redaktion eingeräumt und personelle Konsequenzen gezogen."
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Die Welt, 31.03.2009
Uwe Wittstock erinnert daran, dass Frankfurt nicht nur die Suhrkamp-Kultur hervorgebracht hat, sondern auch den Versand Zweitausendeins, der inzwischen zwar verkauft ist, aber immer noch "haarsträubende Angebote" macht: "Das Gesamtwerk von Franz Kafka zum Beispiel in einem Band für den Preis einer Packung Kaffee."
Weiteres: Im Interview mit Josef Engels erklärt der Saxofonist Branford Marsalis ein wenig zwischen Tür und Angel, warum er gern Wagner hört: "Es gibt sehr viele nette Menschen, die keine Rassisten sind - und überhaupt keine Ahnung von Musik haben. Soll ich mir die anhören?" Hendrik Werner widmet sich in der Randglosse dem Namensstreit um den "Hermannslauf", der die Welt zwischen Detmold und Bielefeld in Atem hält. Hanns-Georg Rodek gratuliert Regisseur Volker Schlöndorff zum Siebzigsten (der den Pariser Marathon im vorigen Jahr mit einer Zeit von 4:22 gelaufen ist). Florian Stark schreibt zum Tod der Fotografin Helen Levitt. Sophia Seiderer besorgt den Nachrruf auf den Filmkomponisten Maurice Jarre. Eckhard Fuhr verabschiedet den in Ruhestand tretenden Intendanten des Deutschlandradios Ernst Elitz.
Besprochen werden eine Ausstellung zur Künstlerfreundin "Mutter Ey" im Düsseldorfer Stadtmuseum und eine Schau zur 80-jährigen Geschichte des Vatikanstaats.
Auf der Meinungsseite sieht der britische Ökonom Robert Skidelsky ernsthaft unseren "Gesellschaftsvertrag" in Gefahr, nach dem sich die Eliten bereichern dürften, wenn sie das Land nur gegen die äußeren Feinde verteidigen und die Lebensbedingungen verbessern.
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Der Tagesspiegel, 31.03.2009
Einen Tag vor Beginn der Berliner Internetkonferenz Republica macht sich Gregor Dotzauer Gedanken über den "Kulturkampf zwischen Bloggern und Journalisten". Keine der beiden Seiten sieht dabei gut aus: "Gegenwärtig stehen nicht so sehr rationalisierbare Überzeugungen gegeneinander. Es geht um den Aufstand eines um Hipness bemühten Lebensstils von digital natives gegen ein System, das selbst in seinen namhaftesten Qualitätsprodukten manchmal nicht mehr vermitteln kann, wo die intellektuelle Latte liegt und der Unterschied zwischen einer professionellen und einer amateurhaften Äußerung."
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Aus den Blogs, 31.03.2009
(via turi2) Microsoft ergeht's auch nicht besser als dem Brockhaus. Nach 16 Jahren gibt das Softwarehaus seine Enzyklopädie Encarta auf - wegen Wikipedia, meldet das Technikblog techcrunch: "In the 2000?s Encarta?s popularity died out, largely due to the incredible growth of Wikipedia, the free web-based encyclopedia."
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Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2009
Andrea Köhler hat schon Susan Sontags Tagebücher "Reborn" gelesen, die Sontags Sohn David Rieff nun herausgegeben hat und in denen sie sich "intellectual 'wanting' like sexual wanting" nennt: "Sontags oft hastig hingeworfenes Konvolut aus endlosen Leselisten, guten Vorsätzen und kryptischen Einträgen ist das Logbuch eines ebenso leidenschaftlichen wie egomanischen und frühreifen Intellekts. Die Sicherheit ihres Urteils - 'sein Werk besitzt eine Aktualität, die beim Lesen einen mahlenden blauen Schmerz verursacht', heißt es beispielsweise über Franz Kafka - und die Unabhängigkeit ihres Denkens verraten schon die spätere Essayistin. Es ist jedoch vor allem die harsche Kritikerin, die sich hier mit einem rigiden Erziehungsprogramm zur Ordnung ruft: 'Was ich an mir selber verabscheue: ein moralischer Feigling, eine Lügnerin, indiskret gegenüber mir selbst und anderen, angeberisch und passiv zu sein.'"
Barbara Villiger Heilig lauscht fasziniert den Gastvorlesungen des italienischen Schriftstellers Gianni Celati in Zürich. Michael Wenk gratuliert Volker Schlöndorff zum Siebzigsten.
Besprochen werden die offenbar wider Erwarten zustande gekommene "Tosca"-Inszenierung im Opernhaus Zürich, Florian Werners Kulturgeschichte "Die Kuh" und eine Aufführung von Poulencs "Les Dialogues des Carmelites" im Theater Basel.
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Süddeutsche Zeitung, 31.03.2009
Im Feuilletonaufmacher zieht Thomas Steinfeld eine Parallele zwischen der Glaubenskrise im Spätmittelalter und der jetzigen Finanzkrise, die darum logischerweise in eine Reformation der Märkte münden sollte. Für die Literaturseite besucht der designierte Co-Feuilletonchef der Zeit Ijoma Mangold den katholischen Philosophen Robert Spaemann in seinem Stuttgarter Eigenheim und fühlt sich "sehr rasch wie ein Schüler des Sokrates". Alexander Menden berichtet über eine britische Gesetzesnovelle zur Regelung der Rückgabe von geraubter Kunst an Erben verfolgter Juden. Stefan Koldehoff schreibt zum Tod der Fotografin Helen Levitt. Gottfried Knapp würdigt den ebenfalls verstorbenen Filmkomponisten Maurice Jarre. Und Fritz Göttler gratuliert Volker Schlöndorff zum Siebzigsten.
Auf der Medienseite berichtet Claudia Fromme, dass die International Herald Tribune ihre Website abschafft, um sie mit der des Mutterhauses New York Times zu fusionieren (die Redirects von Links zu IHT-Artikeln führen aber leider immer nur zur Homepage der Times, nie zu den den entsprechenden Artikeln, spottet Gawker). Und cbu/flex berichteten über gelöste Stimmung bei den Redakteuren der nun vom älteren Bruder Dieter übernommenen Holtzbrinck-Blätter, bei dem die Sparmaßnahmen doch süßer schmecken.
Besprochen werden ein Album der Band Who Made Who, "Leonce und Lena" in Köln und Konzerte mit Musik des von der arabischen Tradition beeinflussten Komponisten Klaus Huber in Salzburg.
Im Politischen Teil berichtet Thorsten Schmitz, dass ein palästinensisches Jugendorchester aus dem Flüchtlingslager Dschenin aufgelöst wurde, weil es in einem Versöhnungskonzert vor israelischen Holocaustüberlebenden gespielt hat. "Der Sprecher des Flüchtlingslagers, Adnan Hindi, rechtfertigt die drakonische Maßnahme mit harten Worten. Er leugne nicht, dass es den Holocaust an den Juden gegeben habe, 'aber wir Palästinenser werden bis heute von den Juden verfolgt. Wir haben unser Land verloren, wir mussten fliehen und wir leben in Flüchtlingslagern.'"
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2009
Der Schweizer Schriftsteller Urs Widmer erklärt zum Mitschreiben allen mitlesenden Deutschen und Schweizern nochmal den Unterschied zwischen Schweizern und Deutschen: "Mir, der ich mit vielen deutschen Wassern gewaschen bin, kommt Herr Steinbrück völlig vertraut vor, wie der alltägliche deutsche Kunde, der in die Bäckerei kommt und sagt: 'Ich krieg' das Brot da.' Natürlich kriegt er's , zahlt und geht. So ein Vorgang ist für einen Schweizer unvorstellbar, und wer ihn zum ersten Mal erlebt, steht noch stundenlang unter Schock. Wir sagen, wenn wir eine Bäckerei betreten und ein Brot kaufen wollen: 'Könnte ich vielleicht so ein Brot wie das dort kriegen, wenn's recht ist, bitte?' Dann kriegen wir's auch und zahlen noch mehr als der Deutsche in Deutschland, der inzwischen längst auch beim Schlachter eine Wurst und beim Gemüsehändler ein Kilo Kartoffeln gekriegt und seinen ganzen Einkauf hinter sich hat."
Weitere Artikel: Hans-Christian Rössler porträtiert die Pianistin Elisabeth Leonskaja, die gerade Konzerte in Palästina gibt. Tobias Rüther denkt über den Schokoriegel in Zeiten der Krise nach. In der Glosse verabschiedet sich Jürgen Kaube gern von Bahnchef Mehdorn und seinen Arbeitsmethoden des "management by anblaffing and outspioneering". Karol Sauerland berichtet von Diskussionen in Polen über das Jahr 1989 und insbesondere darüber, "ob man den Runden Tisch als Gründungsakt einer 'Dritten Republik' bewerten kann". Dieter Bartetzko fürchtet, dass Saarbrücken mit seinen Plänen für eine neue Kulturmeile zum "Präzedenzfall blinder städtebaulicher Hektik" werden könnte. Michael Althen schreibt zum Tod des Filmkomponisten Maurice Jarre. Einen knappen Nachruf auf die Fotografin Helen Levitt hat Verena Lueken verfasst.
Besprochen werden Jan Bosses "Leonce und Lena"-Inszenierung in Köln, Robert Carsens Inszenierung der "Tosca" in Zürich, Darius Ruckers neue CD "Learn to Live" und Mary Ann Shaffers Roman "Deine Juliet" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





