Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Dekadente Festbrüder

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

07.03.2008. Die FR erteilt anlässlich von Raoul Schrotts Homer-Buch dem Graecozentrismus eine weitere Absage. Die Welt versucht herauszufinden, was die Arbeitsgruppe Analytische Röntgenspektroskopie an der Technischen Universität Berlin über die Schriftrollen von Qumran sagen kann. In der SZ kritisiert Michail Gorbatschow die Ersatzmänner in der Duma. Die NZZ berichtet über eine Bürgerbewegung zur Verteidigung der Homosexuellen in Marokko.

Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2008

Die Schweizer meckern nicht nur übers Internet, sie gucken auch mal hin. Diesmal geht's um die Vermessung der Welt. S. B. beschreibt, wie Google Earth und Microsoft Virtual Earth unsere Weltsicht verändern können: "Von einem Landschaftsgemälde unterscheidet sich eine Landkarte dadurch, dass sie nicht an die Sichtweise eines einzelnen Beobachters gebunden ist; sie basiert nicht auf einem Augenpaar, sondern auf einem Netzwerk von trigonometrischen Messungen. Diese Loslösung vom Betrachter, die Suche nach einem übergeordneten Standpunkt war ein zentraler Prozess in der Entwicklungsgeschichte der Kartografie. Bei Google Maps scheint die Entwicklung in eine andere Richtung zu gehen. Die Karte verweist nicht mehr auf die Außenwelt, sondern auf den Betrachter, der hier seine subjektive Befindlichkeit geografisch verorten kann."

Weitere Artikel: Daniel Meierhans schildert erste Versuche, Städte in 3-D-Modellen darzustellen. Kurt Haupt betrachtet die Schweiz in 660 560 000 000 Pixeln. H. Sf. beschreibt, wie die Polizei das Internet nutzt. Sieglinde Geisel schildert den Kampf der engagierten Redaktion der Berliner Zeitung für die Qualität ihrer Zeitung, die gegen Verleger und Chefredakteur verteidigt werden muss.

In Marokko wird Homosexualität zwar durchaus gelebt, berichtet Beat Stauffer im Feuilleton, wer sich aber öffentlich dazu bekennt, lebt gefährlich. "Mit einem Aufruf zur Verteidigung der individuellen Freiheitsrechte wandten sich kürzlich 130 führende marokkanische Intellektuelle - darunter die bekanntesten Schriftsteller des Landes - an die Öffentlichkeit. Anlass bot die Affäre um eine angebliche Schwulenhochzeit in der nordmarokkanischen Provinzstadt Ksar El Kebir, welche die Stadt während Wochen ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit rückte. Ein paar ins Internet gestellte Filmchen, die an einer feuchtfröhlichen Party gedreht worden waren und auf denen unter anderem Transvestiten zu sehen waren, führten zu einem öffentlichen Aufruhr, der hysterische Züge annahm und sich in einer gewalttätigen Demonstration entlud. Dass ein eifriger Imam kurz zuvor in einer Moschee zur Bestrafung der 'dekadenten' Festbrüder aufrief, dürfte dabei eine wesentliche Rolle gespielt haben." Die sechs Beteiligten wurde vor Gericht gestellt und "zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen verurteilt". Hier ein Auszug aus dem Appell.

Weitere Artikel: Sieglinde Geisel beobachtet den Shakespeare-Übersetzer Frank Günther bei der Arbeit mit seinen Studenten. Alexandra Stäheli erinnert an die Ikone der Italianita, Anna Magnani, die heute Hundert geworden wäre.

Besprochen werden eine Jean-Prouve-Ausstellung im Design Museum London und Bücher, darunter ein Buch von Christian Wipperfürth über "Russland und seine GUS-Nachbarn" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Auf der Phono-Seite zeichnet Peter Hagmann ein Porträt der Pianistin Angela Hewitt. Daniel Ender setzt sich detailliert mit der These des amerikanischen Dirigenten und Musikwissenschafters Joshua Rifkin auseinander, Bachs h-Moll-Messe sei für Solostimmen geschrieben. Besprochen werden CDs, darunter eine Aufnahme der Schubertlieder durch die Osttiroler Gruppe Franui.

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Die Tageszeitung, 07.03.2008

Auf den vorderen Seiten erinnert Gabriele Lesser an das 1968 von Polen: "Für viele Intellektuelle in Polen ist es ein Schock: Über 80 Prozent der Jugendlichen kann den 'März 1968' historisch nicht zuordnen. Damals gab es eine antisemitische Hetzkampagne der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PVAP), Studentenproteste wurden brutal niedergeschlagen und rund 20.000 Juden flohen aus Polen. Das alles ist in Vergessenheit geraten, wie die linksliberale Gazeta Wyborcza zum 40. Jahrestag des polnischen "März der Schande 1968' aufdeckte. Einige der jugendlichen Befragten etwa sind überzeugt, dass im März 1968 der Zweite Weltkrieg ausgebrochen sei oder Karol Wojtyla zum Papst gewählt wurde." 

Es wird besprochen in der taz, und zwar die Ausstellung zu Mark Rothko in der Hypo-Kunsthalle München (die Brigitte Werneburg als "eine der letzten Gelegenheiten, das Werk Mark Rothkos in so umfassender Form zu sehen", empfiehlt), drei neue Indie-Folk- Platten sowie die Doppel-CD der "Carl Craig Sessions" des gleichnamigen Techno-Mixers.

Und dann noch Tom.

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Frankfurter Rundschau, 07.03.2008

Morgen erscheint Raoul Schrotts Buch, in dem er "Homers Heimat" in den Südosten der heutigen Türkei, ins ehemalige Kilikien verlegt. Für die FR ein Grund, dem ersten namentlich bekannten Dichter der Menschheit eine "Homer-Story" zu widmen. Schrott ist ja nicht der erste, der dem Graecozentrismus eine Absage erteilt, weiß Christian Thomas. "Wer jedoch wollte in Zweifel ziehen, dass der Homerkosmos schon seit geraumer Zeit als eine Schöpfungsgeschichte verstanden wird, in der gewaltige Kräfte aufeinander wirkten. Heute würde man sagen: ein Clash der Kulturen, ein Crossover von high and low: Göttern, Helden und Menschen."

Desweiteren folgt der argentinische Autor Alberto Manguel den Zeugnissen von Homers Blindheit durch die vergangenen Jahrtausende. Und Christian Thomas rekapituliert den immer wieder aufflackernden Streit um die historische Realität Trojas. Im Rest des Feuilletons begegnen Jamal Tuschick beim Prozess gegen die "Frankfurter U-Bahn-Schläger" nicht die Vorboten einer neuen Gewaltwelle, sondern zu seiner Erleichterung und Ernüchterung nur ganz normalen Randgruppenalltagsprobleme. In der Times mager setzt sich Judith von Sternburg für eine sparsamere Verwendung des Ausrufezeichens ein. Auf der Medienseite informiert uns Rene Martens über den neuen Schlachtruf visionärer Verleger bei den Lead Awards: "Frag nicht, was du für deinen Leser tun kannst, sondern, was der Leser für dich tun kann."

Besprochen werden die Reihe "Doing Identity - Bastard München" an den Münchner Kammerspielen und die Uraufführung von William Forsythes neuer Choreografie-Installation "Yes we can't" im Hellerauer Festspielhaus Dresden.

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Twitterfeed der Verlage

Die Welt, 07.03.2008

Joelle Verreet berichtet, dass in Berlin derzeit Physiker und Chemiker die Schriftrollen von Qumran an einem geheimen Ort einer neuartigen Röntgenanalyse unterziehen, um weitere Aufschlüsse über ihre Entstehung zu gewinnen. Von Erhabenheit keine Spur: "'Die Experimentierräume unterliegen dem Strahlenschutz und bei den Messungen darf die bleiabgeschirmte Hütte nicht betreten werden', sagt Birgit Kanngießer, Leiterin der Arbeitsgruppe Analytische Röntgenspektroskopie an der Technischen Universität Berlin, deren Institut für Optik und Atomare Physik zusammen mit der Bundesanstalt für Materialforschung und der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek Jerusalem dieses größte naturwissenschaftliche Forschungsprojekt um die ältesten Bibelhandschriften trägt."

Hendrik Werner ringt sich in der Randspalte dazu durch, es richtig zu finden, dass in Deutschland auch die plakativste Religionskritik erlaubt ist und eine Indexierung von Michael Schmidt-Salomons "Wo bitte geht?s zu Gott?, fragt das kleine Ferkel" abgelehnt wurde. Hans-Jörg Schmidt wundert sich, dass die Unesco offenbar nichts gegen Hochhäuser hat, die das Bild Prags arg verschandeln würden. Sehr seltsam findet Stefan Pannor, dass ausgerechnet der christliche Fanatiker und Frauenhasser Dave Sim ("Frauen denken nicht") einen Comic "Judenhass" über den Holocaust vorgelegt hat

Besprochen werden die Ausstellung "Glück - welches Glück" im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden (bei der laut Eckhard Fuhr "wissenschaftlicher Ernst und billige Schaubudeneffekte" dicht beieinander liegen), Jens Lekmans Indiepop-Album "Night Falls Over Kortedala" Stefan Bachmanns "Maria Stuart" am Düsseldorfer Schauspiel und die demnächst auf arte laufende Ulla-Hahn-Verfilmung "Das verborgene Wort".

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Weitere Medien, 07.03.2008

Ivo Bozic unterhält sich in der Jungle World mit Jan Egesborg von der dänischen Künstlergruppe Surrend, deren Plakat "Dummer Stein" in Berlin zu Drohungen islamistischer Muslime geführt hatte. "Es ist eine Tragödie, dass eine Kunstausstellung nur unter Polizeischutz stattfinden kann. Die Situation erinnert mich an die dreißiger Jahre in Deutschland. Damals war es auch sehr schwierig, politische Kunst zu machen, und es gab auch diese Stimmung gegen die Freiheit Kunst, gegen 'entartetete Kunst'. Da gibt es eine Parallele. Das ist sehr gefährlich."

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Süddeutsche Zeitung, 07.03.2008

Michail Gorbatschow, einst Generalsekretär der KPdSU, ruft zu einer Modernisierung seines Landes und vor allem des Wahlsystems auf: "Am wichtigsten ist es, die Parlamente wieder nach dem Gemischtwahlsystem zu besetzen, sodass das Volk sowohl Parteilisten als auch einzelne Kandidaten wählen kann. Dabei muss gewährleistet sein, dass die Abgeordneten, die das Volk wählt, auch wirklich für das Volk arbeiten. Nach den Duma-Wahlen im Dezember traten 113 führende Kandidaten, die auf den Listen der siegreichen Parteien vertreten waren, ihre Mandate an kaum bekannte Ersatzmänner ab. 113 - das ist ein Viertel der Gewählten!"

Weitere Artikel: Oliver Müller fordert, in der Stammzellendebatte auch über die dynamischen Menschenbilder der Moderne nachzudenken, die den verschiedenen Positionen zu Grunde liegen. Patrick Illinger schreibt den Nachruf auf den Gesellschaftskritiker Joseph Weizenbaum, der nach eigener Aussage nur zufällig ein Vordenker des Computers wurde (hier mehr zu seinem Eliza-Programm). Gary Fisketjon, Vizepräsident und Lektor des New Yorker Alfred A. Knopf-Verlags, hat dem Publikum in der Berliner American Academy glaubhaft versichert, dass das Geschäft des Verlegens und Lektorierens weder durch Internet noch Globalisierung groß verändert wurde, berichtet Kai Wiegandt. Gemeldet wird, dass der Deutsche Kulturrat Dresden dringend empfiehlt, statt Waldschlösschenbrücke einen Tunnel zu bauen. Die Schwedische Kunstakademie will ihr berühmtes Rembrandt-Gemälde "Der Treueeid der Bataver für Claudius Civilis" verkaufen, infomiert Kristina Maidt-Zinke.

Besprochen werden die Ausstellung "Glück - welches Glück" im Deutschen Hygienemuseum in Dresden (die Jens Bisky aufgrund der fehlenden gemeinschaftlichen Komponente als "ungewohnt spannungsarm" erlebt), die gar nicht so "abwegige" Inszenierung von Verdis "Aida" als fanatisches US-Sektentreiben an der Deutschen Oper Berlin durch Christopher Alden, Nuran Calis' "sehr konventionelle, dabei aber schlüssige" Version von Schillers "Kabale und Liebe" am Schauspiel Hannover, Igor Strawinskys "The Rake's Progress" und Richard Wagners "Parsifal" in der Pariser Oper, Roland Emmerichs "herzerwärmend kindischer Trash"-Film "10,000 BC" und Bücher wie Barbara Köhlers lyrisches Gegenepos "Niemands Frau" (mehr in unserer Bücherschau des Tages).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2008

Patrick Bahners doziert anlässlich eines Vortags des Rechtsphilosophen Günther Jakobs über Freiheit und Sicherheit über Freiheit und Sicherheit. Jürgen Kaube verfolgte einen Vortrag des Staatsrechtlers Otto Depenheuer über sein umstrittenes Buch "Selbstbehauptung des Rechtsstaats". Regina Mönch schreibt im Aufmacher über neue strittige Fälle von Kunstwerken Berliner Museen, die einst in jüdischem Besitz waren - es geht unter anderem um die Plakatsammlung Sachs im Deutschen Historischen Museum. Gerhard Stadelmaier zieht in der Leitglosse Parallelen zwischen Wagner, Verdi, Shakespeare und Protagonisten der Tagespolitik. Eduard Beaucamp liest für seine Kolumne "Kunststücke" die Schriften des DDR-Malers Wolfgang Mattheuer und bewundert seine "Selbstverpflichtung zur Wahrheit" in einer Diktatur. Michael Martens gratuliert Karl Schlögel zum Sechzigsten. Timo John begutachtet eine vom Architektenbüro Kulka entworfene Feuerwache in Heidelberg. Ernst Horst lauschte einem Vortrag des Stanford-Bibliothekars Michael A. Keller in München und empfiehlt einen Blick in die "Parker Library on the Web", in der man kostbare Wiegendrucke virtuell durchblättern kann.

Auf der Medienseite wird kurz ein Gutachten der Zeitungsverleger vorgestellt, das die Online-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen, die ihre Inhalte gegen Geld doch gern bei den Zeitungen platzieren würden, hoch bedenklich findet (vielleicht auch deshalb, weil dort keine Bilderstrecken a la "Erraten Sie die Frau durch einen bloßen Blick in ihr Dekollete" in 82 Klicks angeboten werden?")

Für die letzte Seite unterhält sich Hannes Hintermeier mit Walter Kempowskis Lektor Karl Heinz Bittel über zwanzig Jahre Zusammenarbeit mit dem Autor. Karen Krüger porträtiert die türkische Schlagersängerin Bülent Ersoy, die mutige Worte gegen die Invasion der Türken im Nordirak fand. Und Andreas Rossmann verfolgte eine Kölner Diskussion der Autoren Alain de Botton und Erich Schneider-Wessling über Glück und Architektur.

Besprochen werden eine Reihe neuer Stücke beim Berner Festival "Der Fremde ist nur in der Fremde fremd", eine Ausstellung mit Aquarellen Maria Sibylla Merians in Amsterdam, Doris Dörries' Film "Hannami - Kirschblüte und Sachbücher.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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