Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ja, die Puristen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

06.03.2008. Die taz kolportiert den Zweifel bemooster Häupter über die Möglichkeit von Volksherrschaft. Die FR weist nach: Als Kris Kristofferson anfing, kritische Lieder über die USA zu singen, zensierte ihn der Markt. In der Zeit sagt Tenor Rolando Villazon, der seine Stimme wieder hat: "Natürlich wusste ich, dass ich mich auf einem gefährlichen Weg befand." In der SZ spricht Natalie Portman über Fortschritte in der Lage der Frauen: Früher wurden sie gezwungen, mit mächtigen Männern zu schlafen, heute tun sie's freiwillig.

FR | NZZ | TAZ | Zeit | Welt | SZ | FAZ

FR, 06.03.2008

Das Forum FreeMuse hat in Oslo ein Symposium über Musik und Zensur veranstaltet. Hans-Jürgen Linke war dabei und hat einiges gelernt über die Mechanismen der Zensur - auch in demokratisch verfassten Ländern wie der Türkei, Norwegen oder den USA. So erzählte Kris Kristofferson, wie er Anfang der 80er Jahre plötzlich keine Platten mehr veröffentlichen konnte: "Der Markt wollte ihn nicht mehr - komischerweise, sagt Kristofferson, wollte der Markt ihn nicht mehr, nachdem er begonnen hatte, sich kritisch mit der Mittelamerikapolitik der US-Regierung auseinanderzusetzen und wenig später auch mit der Irak-Politik unter Präsident Bush dem Älteren."

Weitere Artikel: Der deutsch-amerikanische Literaturprofessor Helmut Müller-Sievers denkt angesichts des amerikanischen Wahlkampfs über Rasse und Geschlecht nach. Oliver Herwig plädiert für einen Masterplan zur Sanierung des Münchner Olympia-Geländes. In der Kolumne Times Mager sinnt Harry Nutt aus aktuellen Anlässen über das Verhältnis von Literatur und Politik. Dresden wird den Unesco-Titel "Weltkulturerbe" definitiv verlieren wird, sollte es die Waldschlösschenbrücke realisieren, informiert uns eine Meldung.

Besprochen werden Justin Chadwicks Historienfilm "Die Schwester der Königin", Roland Emmerichs Vorzeitdrama "10 000 B.C." (aus Sicht von Harry Nutt ein rasanter Mythencocktail, "in dem Jasons Gefährten, Chingachgook, Frodo und die anderen suchenden Helden der Kindertage ein animiertes Klassentreffen abhalten") und Paul Haggis' Irak-Heimkehrer-Film "Im Tal von Elah" (die Schauspieler - allen voran "der große" Tommy Lee Jones - spielen, so Heike Kühn, "als hafteten sie mit ihrem Leben, als stünde Amerika vor Gericht.")

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NZZ, 06.03.2008

Skandal um eine Ausstellung zum Maler Albin Egger-Lienz im Wiener Leopold-Museum. Vierzehn Gemälde stehen im Verdacht, NS-Raubkunst zu sein, berichtet Paul Jandl. Sammler Rudolf Leopold wehrt sich gegen die Vorwürfe: er habe alle Bilder "im guten Glauben" erworben. "Da das österreichische Restitutionsgesetz nur für die Bundesmuseen gilt, bleibt es für die in der privaten Stiftung Leopold versammelten Werke wirkungslos. Während die zuständige Ministerin Claudia Schmied lediglich einen Appell an Rudolf Leopold richtet, hat die jüdische Kultusgemeinde jetzt mit einem von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten feststellen lassen, dass die Sammlung doch gezwungen werden kann, fragwürdige Werke zu restituieren."

Besprochen werden Aufführungen von Strawinskys "The Rake's Progress" und Wagners "Parsifal" in der Pariser Oper, Paul Haggis' Dokudrama "In the Valley of Elah", Justin Chadwicks Historiendrama "The Other Boleyn Girl" und Bücher, darunter ein Band über "Social Cooking Romania" und Carlos Eugenio Lopez' Erzählband "Bordell der Toten" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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TAZ, 06.03.2008

Alle Gewalt geht vom Volke aus? Der Historiker Michael Wildt stellte sich dieser Frage in einem Vortrag am Hamburger Institut für Sozialforschung, berichtet Christian Semler. Die anschließende Diskussion, "meist von bemoosten Häuptern geführt, oszillierte zwischen Nähe und Ferne, zwischen der Klage über die Abgehobenheit der parlamentarischen Demokratie und dem Lob des konfuzianischen Ideals wohlwollender Eliten. Jan Philipp Reemtsma steuerte eine ebenso exzentrische wie beunruhigende Frage bei: Ob wir nicht, augenzwinkernden Auguren gleich, von Volksherrschaft redeten, wohl wissend, dass diese eine Fiktion sei und bleibe."

Weitere Artikel: Peter Unfried unterhält sich in der tazzwei mit dem Kabarettisten und Schauspieler Josef Harder über schwindende Lebenszeit und wachsenden Trotz bei gleichzeitigem Bewusstsein für die Sinnlosigkeit allen Strebens.

Besprochen werden der dritte Spielfilm des aus dem Tschad stammenden Regisseurs Mahamat-Saleh Haroun über den Bürgerkrieg in seinem Land und dessen Folgen "Daratt - Zeit der Entscheidung", Roland Emmerichs zotteliges Vorzeitelefantenmovie "10.000 BC" (dem Ines Kappert "heillose Dümmlichkeit" bei der Inszenierung bigotter rassistischer und neoliberaler Gründungsmythen der USA bescheinigt), die israelischen Spielfilme "Tehilim" von Raphael Nadjari und "Jellyfish" von Edgar Keret und Shira Geffen, Paul Haggis' Thriller über einen aus dem Irakkrieg heimgekehrten Soldaten, der plötzlich verschwindet, "Im Tal von Elah", und eine Ausstellung mit den international gefeierten Holzschnittkünstlern Gert und Uwe Tobias im Kunstmuseum Bonn.

Und Tom.

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Zeit, 06.03.2008

Sechs Monate hat Startenor Rolando Villazon seine überstrapazierte Stimme kurieren müssen, jetzt ist er wieder zurück auf der Bühne. Im Interview mit Petra Reski bestreitet er allerdings, von einem unersättlichen Opernbetrieb verheizt worden zu sein. "Ja, die Puristen, die wissen genau, wo die Kunst zu sein hat: Hier bleibt die Oper - und nur wir wissen, wo sie versteckt wurde! Natürlich wusste ich, dass ich mich auf einem gefährlichen Weg befand. Und wie immer im Leben gibt es die Weisen, die einem sagen, was man machen soll und was nicht. Und sie sagten zu mir: Du machst zu viel, du musst lernen, Nein zu sagen! Man muss aber auch bedenken, an welcher Stelle der Karriere man sich befindet: Am Anfang ist es unmöglich, Nein zu sagen. Weil man glaubt, dass die Gelegenheit nur einmal an die Tür klopft. Und auch, weil man Lust dazu hat. Es war ein Irrtum? Ja, vielleicht, aber das Leben ist auch dazu da, Irrtümer zu begehen."

Karsten Polke-Majewski beklagt ausführlich, dass es im anonymen, bösen Internet nur darum geht, Klicks zu generieren - als würde es nicht die eine oder andere Adresse mit Niveau geben. Ganz ausschließen will er es aber nicht, dass man im Internet auch Qualität produzieren könne: "Uwe Hasebrink vom Hamburger Hans-Bredow-Institut für Medienforschung sagt: 'Noch haben die Internetnutzer nicht wie bei herkömmlichen Medienernsthafte inhaltsbezogene Gewohnheiten entwickelt. Die gibt es erst bei alltäglichen Dingen wie: Welchen Routenplaner nutze ich, wo suche ich das Kinoprogramm. Aber das könnte sich langfristig ändern. Dann aber wird Qualität wichtig sein. 'Denn Bildungsbürger können mit dem Netz besonders viel anfangen', sagt Hasebrink."

Weiteres: Thomas E. Schmidt schildert, was es für die Journalisten der Berliner Zeitung bedeutet, ein Blatt nicht für Leser, sondern für die Anteilseigner der Mecom zu machen: Inzwischen müssen sie 20 Prozent Rendite erwirtschaften. Der Hamburger Strafrechtler und Rechtsphilosoph Reinhard Merkel verteidigt den in die Kritik geratene Staatsrechtler Horst Dreier. Der habe zurecht darauf hingewiesen, dass das Unterlassen der Folter die Menschenwürde eines Opfer verletzen könnte. Jan Ross schreibt zum fünfundachtzigsten Geburtstag von Walter Jens. Thomas Groß unterhält sich mit Billy Bragg, Europas letztem Singer-Songwriter der Arbeiterklasse.

Besprochen werden neue Theaterstücke von Roland Schimmelpfennig und Theresia Walser sowie Doris Dörries Drama "Kirschblüten"

Im Aufmacher des Literaturteils widerspricht Jochen Jung der Annahme, der politische Roman sei wieder auferstanden. Es kommen nur in einigen Romanen Politiker vor. Im Dossier geht es Auslandsadoptionen. Der Wirtschaftsteil beschäftigt sich ausgiebig (hier, hier und hier) mit der Frage, warum Frauen in Deutschland im Schnitt ein Viertel weniger verdienen als Männer - bei gleicher Qualifikation, versteht sich.

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Welt, 06.03.2008

In der Leitglosse fürchtet Jacques Schuster anlässlich einer Rede des Microsoft-Bosses Steve Ballmer auf der Cebit um die repräsentative Demokratie, wenn die jüngste Internetgeneration "ihren Missmut per Mausklick direkt an die Regierung" senden kann. "Die Welt ist fest in den Händen der iPod-Generation. Sie verfügt kaum noch über ein vernünftiges Maß an Argwohn gegenüber Neuerungen. Ihr fehlt ein Sinn für die Geisteswissenschaft und für die Anfälligkeit der menschlichen Seele, vom Wert der repräsentativen Demokratie abgesehen."

Im Aufmacher erzählt Wieland Freund die Geschichte des Jungen Ernst Lossa, der von den Nazis im Alter von 14 Jahren "euthanisiert" wurde - der Autor Robert Domes hat ihm ein neues Jugendbuch gewidmet. Uwe Wittstock hat zum Streit um das Buchmessengastland des Jahres 2011 recherchiert - Buchmessenchef Jürgen Boos bestreitet, dass Finnland wegen Nokia ausgebootet worden sei. Zugleich moniert Wittstock aber auch einen unklaren Einfluss des Auswärtigen Amts auf die Gastlandentscheidungen. Michael Pilz unterhält sich mit Marianne Rosenberg über den deutschen Schlager einst und jetzt.

Besprochen werden eine Ausstellung der malenden Zwillinge mit den drei Vornamen Gert und Uwe Tobias in Bonn, Roland Emmerichs Vorzeit-Schmonzette "10.000 b.C." und Rosa von Praunheims Film "Meine Mütter".

Auf der Forumsseite erinnert Marko Martin an die Zeitschrift Der Monat, die 1968 interessante Beiträge zur Reflexion der Studentenbewegung brachte unter anderem von Günter Grass. Und auf der Magazinseite schreibt Matthias Kamann über den Einzug der Grünen in den Bundestag vor 25 Jahren.

Stichwörter: Finnland

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SZ, 06.03.2008

"Das ökologisch hochgerüstete Eigenheim auf der grünen Wiese bietet keine Antwort auf die eigentlichen Herausforderungen der Zeit", erklärt der Architekt und Stadtplaner Robert Kaltenbrunner in einem Manifest zu Sinn und Unsinn ökologischen Bauens. "Bei hochwärmegedämmten Gebäuden ist das Nutzerverhalten von entscheidendem Einfluss auf den Energieverbrauch; doch gilt die einfache Wahrheit: Das energieeffiziente Gebäude und der schlampige Nutzer passen nicht zusammen. Insofern wäre es eine Illusion zu glauben, dass die bessere Technik (allein) es schon richten werde."

Für Frauen hat sich seit den Tagen Anna Boleyns nicht viel geändert, erklärt die Schauspielerin Natalie Portman kategorisch im Interview: "Gar nichts ist vorbei. Damals waren es die Familien, die ihre Töchter in arrangierte Hochzeiten hineintrieben - oder einfach dazu, mit einem mächtigen Mann zu schlafen. Das konnte die Position des ganzen Klans verbessern. Heute beschließen viele Frauen freiwillig, auf dieselbe Weise eine Position in der Gesellschaft zu erreichen. Warum tun sie das? Sind es internalisierte Rollenmuster, von denen wir uns bis heute nicht völlig gelöst haben? Oder ist es wirklich der einzige oder gar der beste Weg, den ihnen die gegenwärtige Gesellschaft bietet?"

Weitere Artikel: Jörg Hänzschel schickt einen Bericht aus New York von der diesjährigen Biennale des Whitney-Museums, wo ihm insgesamt eine neue "lessness" auffällt: "Sie ist nicht politisch, sie hat kein großes Thema, sie hat keine besonderen Vorlieben, was Materialien und Medien angeht, auf einen Kanon der Referenzen kann sie sich erst recht nicht einigen." Thomas Steinfeld berichtet von gekränkten Finnen, die vermuten, dass wegen der Schließung des Nokiawerks in Bochum Island statt Finnland als Gastland der Buchmesse 2011 ausgewählt wurde. Von Johannes Willms erfahren wir, dass in Paris eine multimediale Gedenkstätte für Charles De Gaulle eingeweiht wurde. Fritz Göttler freut sich über eine Helmut-Käutner-Retrospektive im Münchner Filmmuseum,

Besprochen werden Burghart Klaußners Inszenierung von Thomas Bernhardts "Der Ignorant und der Wahnsinnige" (Otto Sander ist in der Rolle des Vaters so bravourös wie lange nicht mehr, freut sich Martin Krumbholz), die Ausstellung "Kulturkosmos Renaissance" zum 450. Geburtstag der Bayerischen Staatsbibliothek, Sidi Larbi Cherkaouis neues Tanzstück "Origine" im Tanzhaus NRW, Justin Chadwicks Historienfilm "Die Schwester der Königin" (der Hans Schifferle nur als "Geschichtsstunde in Form des erotischen Kintopps" überzeugen konnte) und Bücher, darunter Franz Xaver Karls Roman "Fünf Tage im Juli" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Stichwörter: Finnland

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FAZ, 06.03.2008

Jürgen Kaube schreibt über das Verhältnis der SPD zur PDS. Vorgestellt wird das bei der bei der jährlichen Branchen-Selberbauchbepinselung der Lead Awards gekürte Foto des Jahres - es zeigt Demonstranten beim G8-Gipfel, aufgenommen von Daniel Rosenthal. Jordan Mejias kommentiert in der Leitglosse die amerikanischen Vorwahlen. Gemeldet wird, dass nun Island Gastland der Buchmesse wird, obwohl Finnland sich seit zehn Jahren bemüht und für das zugehörige Programm 12 Millionen Euro ausgegeben hätte. Wolfgang Schneider verfolgte ein Berliner Gespräch zwischen dem Schriftsteller Michael Kumpfmüller und Joschka Fischer.

Auf der Filmseite spricht Natalie Portman im Interview mit Andreas Kilb über ihren neuen Film "Die Schwester der Königin". Vorgestellt wird eine Filmreihe über Lenin im Berliner Arsenal. Verena Lueken stellt ein aus Filmschnipseln zusammengeschnittenes Werbevideo Jack Nicholsons für Hillary Clinton vor.

Auf der Medienseite stellt Thomas Thiel die Website Wikileaks vor, die brisante Dokumente präsentiert, deren Echtheit allerdings nicht immer erwiesen ist. Gemeldet wird, dass sich die Unternehmensberater von Roland Berger bei der NZZ tummeln. Auf der Forschung-und-Lehre-Seite porträtiert Reinhard Wandtner den Ameisenforscher Rüdiger Wehner, der den King Faisal Award erhält.

Auf der letzten Seite stellt Martin Halter einige Seniorentheatertruppen vor. Lorenz Jäger geht einigen Fällen von Mythomanen nach, die mit ihren erlogenen Lebensgeschichten Bucherfolge feierten. Und Wolfgang Sandner porträtiert den neuen Intendanten der Bamberger Symphoniker Wolfgang Fink.

Besprochen werden Paul Haggis' Film "Im Tal von Elah" mit Tommy Lee Jones, die Ausstellung "Europop" im Kunsthaus Zürich und ein Konzert Alicia Keys' in Frankfurt.

Stichwörter: Finnland

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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