Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

22.09.2003. Die FAZ gruselt sich vor dem als Hitler verkleideten Bruno Ganz. Die FR freut sich über französische Cover-Girls mit Hammer und Sichel auf dem Hintern. Die taz hat bei der Feuilleton-Tagung in Halle gelernt, dass man auch mit Kulturfundamentalismus aufs Blech hauen kann. In der NZZ plädiert Laszlo F. Földenyi für eine Ästhetik der Negation. Die SZ fürchtet sich vor EU-Kommissar und Klonbefürworter Philippe Busquin.

FAZ, 22.09.2003

Kerstin Holm hat in St. Petersburg bei den Dreharbeiten zu Oliver Hirschbiegels Film "Der Untergang" das Gruseln gelernt, als sie Bruno Ganz in Hitler-Verkleidung sah. "Dass sich diese Hitler-Verkörperung auch beim flüchtigen Betrachter tief einprägen dürfte, liegt nicht bloß an der Präzision, mit welcher der zu groß gewordene Anzug, die ungesunde Physiognomie, Bart und Frisur die fotografisch überlieferte Erinnerung an den untergehenden Diktator zum szenischen Leben erweckt. Noch als Ganz während einer Sendepause sich im Sessel ausruht, glaubt man, ein Zittern der Hände, einen Wahnwitz im verzagten Blick und in der zusammengesunkenen Haltung etwas von der historischen Nemesis zu spüren, die sich frostig auf die Seele legen und die Erinnerung an frühere Rollen des Schauspielers wegwischen." Der Film über die letzten Tage des Dritten Reichs basiert auf Joachim Fests gleichnamigem Buch und den Erinnerung von Hitlers Sekretärin Traudl Junge.

Ilija Trojanow schildert den Kampf des Bulgaren Georgi Konstantinow um Aufklärung über seine fünfzigjährige Verfolgung durch die bulgarische Staatssicherheit. Der Mann kämpft vor allem um das Recht, seine Akten einsehen zu dürfen. Damit steht er in Bulgarien ziemlich allein: "Nur wenige Bulgaren zeigen Interesse an ihrer düsteren Vergangenheit", erklärt Trojanow. "Während ehemalige Staatssicherheitsleute wieder hohe Ämter beziehen, beschäftigt sich der Ministerpräsident, ein Mitglied der früheren Zarenfamilie, damit, den Berg Musalla im Rila-Gebirge, der ehemals Stalins Namen trug, als ehemaliges Familieneigentum für sich zu reklamieren. In Bulgarien haben die Gestrigen mit den Vorgestrigen eine unheilvolle Allianz geformt, an der das Land weiter zugrunde geht."

Weitere Artikel: Jürg Altwegg berichtet von einem Streit in Frankreich über die Frage, ob Jean-Pierre Jeunets neuer Film in den Genuss französischer Filmförderung kommen darf: es ist ein französischer Film nach einer französischen Vorlage (Sebastien Japrisots "Un long dimanche de fiancailles" mit französischen Schauspielern (u.a. Audrey Tautou), doch wird er von Warner mitproduziert, einer amerikanischen Firma. Und die darf auf keinen Fall von französischer Förderung profitieren, so die einheimischen Produzenten. Anton Thuswaldner schreibt zum Tod des österreichischen Schriftstellers Helmut Eisendle. "Wir vom Bundesarchiv" stellen einen Vermerk von Hans-Jürgen Niehoff aus dem Ministerium für Post- und Fernmeldewesen aus dem Jahr 1990 zur Einführung der "Wir sind das Volk"-Briefmarke vor. Kerstin Holm meldet die Restaurierung der Mariä-Entschlafungskathedrale nahe St. Petersburg. Zur Kirche gehört der größte Friedhof für deutsche Gefallene in Europa.

Auf der Medienseite berichtet Frank Kaspar über eine Podiumsdiskussion zum Kulturradio. Auf der letzten Seite liefert Heinrich Wefing eine schöne Reportage über den amerikanischen Baukonzern Bechtel Inc.: "Sie haben mitgeholfen, den Tunnel unter dem Ärmelkanal zu bohren. Sie haben die Flughäfen in Hongkong und Riad gebaut, schon 1940 die erste transarabische Pipeline durch die Wüste gelegt, die Reaktorruine in Tschernobyl aufgeräumt und nach dem ersten Golfkrieg die brennenden Ölfelder in Kuweit gelöscht. Wenn heute irgendwo eine Pyramide zu bauen wäre - Bechtel hätte gute Chancen, den Zuschlag zu bekommen." Jetzt sollen sie den Irak wiederaufbauen. Hussein Al-Mozany stellt den in Köln lebenden Dichter und Verleger Khalid Al-Maaly vor, und Martin Kämpchen meldet Neuigkeiten über den indischen Streit um den Bauplatz von Ayodhya.

Besprochen werden die Ausstellung "In den Schluchten des Balkan" im Kasseler Fridericianum, die Uraufführung von Rene Polleschs "Splatterboulevard" in Hamburg, Molieres "Tartuffe", mit dem Klaus Weise seine Intendanz in Bonn antritt, die Ausstellung "Wert des Lebens" in der Gedenkstätte Schloss Hartheim, eine Ausstellung mit Oliver Bobers Betonszenarien im Kunstverein Hannover und Bücher, darunter Gerd Koenens Band über "Vesper, Ensslin, Baader" (Leseprobe) und ein Buch über Quantenphysik mit dem schönen Titel "Dr. Bertlmanns Socken" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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FR, 22.09.2003

"Keine Spreewaldgurken auf den Champs-Elysees", aber immerhin Good Bye, Lenin!-Plakate, wie ein überraschter Michael Schmid-Ospach, Geschäftsführer der Filmstiftung Nordrhein- Westfalen, zu berichten weiß. Die DDR ist in Frankreich angekommen und vielleicht auch der deutsche Film: "Telerama, Frankreichs bekanntes Kulturmagazin, titelte sogar mit Good Bye, Lenin! und der Ostalgie, das Cover-Girl mit Hammer und Sichel auf dem Hintern und Inlineskates. Die Tageszeitung Liberation stellte fest, dass der Film ein Historienfilm sei, wie man ihn in Frankreich gar nicht mehr zu produzieren verstehe. (...) Man kann gespannt sein, wie sich im Kintopp die Sache zwischen Deutschen und Franzosen weiterentwickelt."

Wir bleiben in Frankreich: Uta Goridis zählt nocheinmal auf, warum unsere Nachbarn unglücklich sein könnten: Rentree, Streiks, Zentralisierung. Diana Galbadon (Homepage), Autorin der millionenfach aufgelegten Outlander-Serie, hat in Köln vor vielen Fans und Petra Kohse gelesen; warum die nun drüber schreibt, wird nicht ganz klar. Vielleicht, um diese schönen Wörter übers Publikum unterzubringen: "Eher Lippgloss als Farbe, Ohrringe natürlich, Hüftspeck keine Schande". Michael Rudolf reitet in Times mager eine feine Hasstirade auf das Modewort "lecker", übrigens eng verbunden mit der "Guidoknoppisierung". Reinhart Wustlich plädiert für persönlicheres Wohnungsbauen. Gemeldet wird, dass der tschechische Schriftsteller Pavel Kohout vor "Hasslawinen" in der deutsch-tschechischen Vergangenheitsdiskussion warnt.

Auf der Medienseite schildert Ulrich Glauber, wie der Streit um die Krone zwischen der WAZ und der österreichischen Verlegerdynastie Dichand eskaliert. Und Katrin Wilkens kann das neue Coupe für Frauen nicht ernst nehmen. Die Grafiken erst recht nicht: "kleine Strichellinien führen zu den beschriebenen Zonen, damit man auch weiß, wo die Ohren sitzen und die Achseln und die Schenkel-Innenseiten".

Die beiden Besprechungen widmen sich der Uraufführung von Händl Klaus' monströser Familienharmonie "Wilde - Der Mann mit den traurigen Augen" beim "steirischen herbst" in Graz und Michael Talkes recht manierierter Version von "Emilia Galotti" am Hamburger Thalia Theater.

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TAZ, 22.09.2003

Die Feuilleton-Tagung in Halle war für Dirk Knipphals zwar "selbstverständlich auch ein Betriebsausflug und eine Klassenfahrt", aber auch so stupide und klug, so langweilig und aufregend wie Fachkongresse nun mal sind. Beeindruckt hat ihn Jens Jessens antiliberale Volte vom "Ekel, Hass und Verachtung" gegenüber Deutschland. "So ließ sich in Halle also auch erfahren, dass es gar keiner Wende zum Wissenschaftsfeuilleton, politischen Feuilleton oder wozu auch immer bedarf, um aufs Blech hauen zu können. Ein sich aggressiv und elitär gebender Kulturfundamentalismus kann das auch." (Mehr zur Tagung, einige Vorträge und weitere Presseberichte finden Sie hier.)

In den Tagesthemen erfahren wir von Fereshta Ludin im Gespräch mit Heide Östreich und Edith Kestra, warum sie bis vor das Bundesverfassungsgericht gegangen ist (Hintergrund), um auch als Lehrerin eines ihrer fünfzig Kopftücher tragen zu können: "Ohne Kopftuch fühle ich mich nackt."

Auf der Medienseite versucht Silvia Helbig zu erklären, warum sich Teenager darum reißen, in Florida bis zur Erschöpfung für ihre Popstarkarriere zu trainieren: sie wollen einfach einen Job. Jean Francois Tanda fragt sich, ob der Protest gegen die Haft des Al-Dschasira-Reporters Taisir Aluni deshalb so verhalten ist, weil der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzon und Reporter ohne Grenzen miteinander verbandelt sind.

Im Feuilleton wird Berlinerisches rezensiert, und zwar Georg Flegels aquarellierte Blumenstudien im Kupferstichkabinett sowie Benjamin Biolays verrockt-verbrummte französische Neo-Chansons bei den Francofolies.

Und dann noch Tom.

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NZZ, 22.09.2003

Der ungarische Literaturwissenschaftler Laszlo F. Földenyi plädiert wortreich für eine "Ästhetik der Negation" und streift nebenbei noch das Thema Dialektik der Moderne. Am Beispiel dreier Mahnmale in Berlin, Wien und Budapest reflektiert er über eine mögliche Formensprache des 21. im Umgang mit der Erinnerung an die Gräueltaten des 20. Jahrhunderts: "Wenn wir diese drei Werke mit den unzähligen vergleichen, die weltweit auf öffentlichen Plätzen, auf Friedhöfen, an Mauern und an den einstigen Standorten von Lagern aufgestellt und angebracht wurden, besteht der augenfälligste Unterschied darin, dass sie sich auf das Thema des Holocausts und des Totalitarismus nur am Rande einlassen. Sie erzählen nicht von der Gewalt, sie bieten keine in Worte fassbaren Geschichten an, sie verwenden keine Allegorien, sie wollen das am gegebenen Ort Geschehene nicht berichten und den Betrachter nicht gefühlsmäßig darauf einstimmen, er solle versuchen, etwas von dem Entsetzen nachzuvollziehen. Wichtiger ist es ihnen, das Koordinatensystem aufzuheben, die Perspektive umzustürzen, Positives und Negatives auszuwechseln und in Frage zu stellen, was Draußen und Drinnen, Unten und Oben, Äußeres und Inneres ist."

Weitere Artikel: Susanne Ostwald gelangt nach einem Streifzug durch die Schauplätze und die anwesenden "großen Namen" des nun zu Ende gegangenen Berliner Literaturfestivals zu einem durchaus positiven Resümee: immer größere Namen, immer mehr Besucher und viele spannende Leseorte. Peter Hagman schwärmt von dem diesjährigen Lucerne Festival und ganz besonders von den Berliner Philharmonikern, die für das "krönende Finale einer ausgesprochen vielfältigen, an Glanzpunkten reichen Ausgabe von Lucerne Festival" gesorgt haben. Schließlich liefert Derek Weber noch ein Resümee der zu Ende gegangenen und einen Ausblick auf die Salzburger Festspiele im nächsten Jahr.

Besprochen wird Matthias Hartmanns Inszenierung von Smetanas "Die verkaufte Braut" am Zürcher Opernhaus, Rafael Sanchez' Interpretation von Gotthelfs "Geld und Geist" im Basler Schauspielhaus und Margarethe von Trottas neuer Film "Rosenstrasse". Gemeldet wird außerdem der Tod des österreichischen Schriftstellers Helmut Eisendle.

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SZ, 22.09.2003

In den nächsten Monaten stehen einige weitreichende Entscheidungen rund um das Klonen an, schreibt Alexander Kissler alarmiert. In der EU ist es bisher vor allem die Kommission, die die "endgültige Fiktionalisierung" des Menschen anstrebt. Forschungskommissar Philippe Busquin ist die finster treibende Kraft der Klonbefürworter. "Busquin ist vom Ehrgeiz getrieben, dass die europäische Industrie mit der amerikanischen Biotech-Branche gleichzieht. Weder rechtliche noch wissenschaftliche Gegenargumente scheinen den belgischen Sozialisten ins Grübeln zu bringen."

Weitere Artikel: "jsc" meldet, dass pikanterweise der Leiter des Instituts für Totalitarismusforschung die als totalitär geltenden Scientologen gelobt hat. Das Goethe-Institut in Kabul ist wieder geöffnet, weiß Sonja Zekri. Im Oktober soll das erste kurdische Theaterstück in der Türkei Premiere haben, notiert "csc". Stefan Koldehoff erklärt uns noch einmal, worüber Margarete von Trotta und Wolfgang Benz sich eigentlich streiten. Und "bml" zeigt uns, was es mit der italienischen Posta del Cuore und nächtlichem Meteorismus auf sich hat. Die Literaturseite wartet mit Egon Bahrs euphorischer Rezension von "Power and Mission" auf, Detlef Junkers Studie zur Außenpolitik der USA.

Auf der Medienseite widmet Harald Hordych dem Komödianten Heinz Baumann ein fröhliches Porträt. Und Klaus Podak stellt uns Maximilian Harden als großen Journalisten und fast "neurotischen Wahrheitsverfolger"vor.

Besprochen wird viel: Lone Scherfigs flamboyant-schamloser Film "Wilbur Wants To Kill Himself", die Ausstellung über die Dresdner Malerei des 18. Jahrhunderts im Wallraf-Richartz-Museum Köln, ein fulminanter Konzertabend mit Nachwuchsdirigent Daniel Harding bei den Münchner Philharmonikern, Michael Talkes Pantoffeldrama "Emilia Galotti" am Hamburger Thalia Theater, ein knatterbunter Nestroy-Abend und Klaus Pohls "Kanari" am Wiener Theater in der Josefstadt, eine Schau der explosiven Kunst des Katastrophen-Maschinisten Roman Signer in St. Gallen, und Bücher, darunter Tatjana Tolstajas erdig-vollmundiger Roman "Kys", Walter Kliers oft zu hemingwayverehrende südamerikanische Erzählung "Hotel Bayer" sowie die von Hans-Walther Schmuhl herausgegebene Studie zur "Rassenforschung" in Deutschland vor und nach 1933 (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Weitere Medien, 22.09.2003

"Müsste man einen gelben Haftzettel auf die Veranstaltung kleben, würde wohl 'Schön, aber eitel' draufstehen", meint Ronald Meyer-Arlt von der Hannoverschen Allgemeinen zum Feuilleton-Kongress in Halle. Er war beeindruckt von der Eloquenz der Kritiker, "und erstaunlicherweise schien ihr sprachlicher Ausdruck dem Erscheinungsbild ihrer Zeitungen zu entsprechen. Patrick Bahners von der FAZ etwa hielt aus dem Stand in größter Eloquenz einen vielfach untergliederten Vortrag. Er führte seine Unterpunkte an, auf die er zurückkommen wolle, und er kam auf sie zurück, auf jeden einzelnen."

Stichwörter: FAZ, Zeitungen

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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