Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

23.09.2003. Die SZ erkennt in der Bayernwahl die Sehnsucht der Deutschen nach Bürokratie. In der FAZ will Jürgen Todenhöfer den USA dabei helfen, sich gesichtswahrend aus dem Irak zurückzuziehen. Die FR freut sich über die lebhafte Vertreibungsdebatte in Europa. Die taz widmet sich einmal mehr den schrumpfenden Städten.

Süddeutsche Zeitung, 23.09.2003

Keine "Richtungswahl" sondern vielmehr Ausdruck der "Sehnsucht nach Bürokratie" interpretiert Gustav Seibt die Bayernwahl. "Hält man Schröder und Stoiber als Politikertypen gegeneinander, verdichtet sich der Kontrast zum Bild: Hier der improvisierende, manchmal taschenspielerisch geschickte, auf den Stimmungen surfende, von Coup zu Coup eilende, hakenschlagende Bundeskanzler Schröder; dort der unglamouröse, oft staubig wirkende, unbrillante, aber grenzenlos fleißige, ja beflissene, bestens informierte bayerische Ministerpräsident Stoiber. Wenn man höher greifen will: hier die charismatische, dort die bürokratische Form der Regierung. Die Bayern haben sich wieder einmal für eine zwar in Loden auftretende, aber durch und durch bürokratische Politik entschieden, mit all den Vorzügen, um deretwillen Bürokratie einmal erfunden wurde: überparteiliche Sachlichkeit, Gemeinwohlorientierung, Unpersönlichkeit, Effizienz, Verlässlichkeit, Freiheit von Ideologie, in einem Wort Sicherheit."

Bernd Graf war einer von 1000 Journalisten aus ganz Europa, den "die Firma Microsoft an einen schönen Ort geflogen [hat], um eine Party für ihren Spielecomputer Xbox steigen zu lassen". Aus Juan les Pins an der Cote d'Azur ist diesbezüglich zu erfahren, dass das neue Motto "It's Good To Play Together" lautet, wodurch "das Bild eines vielleicht verführten, unkommunikativ vor seiner Box ballernden Einzelspielers verwischt und stattdessen der Selbstwert der sozialen Interaktion des Spiels hervorgehoben" werde. Blutrünstig blieben die Spiele allemal - wenn auch "tatsächlich innovativ und grafisch fantastisch umgesetzt".

Thomas Steinfeld kommentiert die Entscheidung für einen Juristen als neuen Generalsekretär des Goethe-Instituts, Andreas Schlüter, der zuletzt Geschäftsführer der Bertelsmann-Stiftung war: "Könnte es sein, dass es im Goethe-Institut jemanden gibt, der die auswärtige Kulturarbeit aus ihrer Umklammerung durch das Auswärtige Amt lösen will?" Gert Kähler erklärt, wie Hamburg "die Architektenausbildung optimieren" will, die eine Kommission unter dem ehemaligen Ersten Bürgermeister Klaus von Dohnanyi im Rahmen einer "Strukturreform für Hamburgs Hochschulen" vorgelegt hat. Alexander Kissler beschwärmt die "schmählich unbekannte" Band Willard Grant Conspiracy, die derzeit auf Deutschlandtournee ist ("Meisterwerk an Meisterwerk"). Volker Breidecker rekapituliert einen Vortrag des Philosophen Friedrich Niewöhner im Frankfurter Jüdischen Museum über Adornos Empfindlichkeit bezüglich sämtlicher Äußerungen über "das ausgewählte Volk", der "in die routinierten Feierlichkeiten zum Adorno-Jahr einige Momente der Beunruhigung" gebracht habe. Helmut Mauro berichtet vom Festival für zeitgenössische Musik "Klangspuren" im österreichischen Schwaz, und Ralf Berhorst resümiert das "reich bestückte und gut besuchte" 3. Internationale Berliner Literaturfestival. In Burkard Müllers verdienstvollen Italien-Erhellungen geht es heute um "Miss Italia": "Als Faustregel gilt: "L'altezza e mezza bellezza", Höhe ist die halbe Schönheit". Und in der "Zwischenzeit" lauscht Harald Eggebrecht auf Streuobstwiesen den unterschiedlichen Aufprallplopps von Boskop und Co.

Besprochen werden eine Ausstellung im dänischen Humblebaek, die Roy Lichtenstein als Bilderverdoppler" zeigt, eine Schau des Berliner Filmmuseums über Luchino Visconti, ganz begeistert ist Helmut Schödel von Klaus Händls Stück "(wilde) - der mann mit den traurigen augen" beim Steirischen Herbst in Graz ("gehört zu den besten Stücken dieser Saison") und die deutsch-kubanische Kino-Beziehungskiste "Heirate mich" von Uli Gaulke und Jeannette Eggert.

Rezensiert werden die "Selbstthematisierung" der Frankfurter Literaturwissenschaftlerin Christa Bürger und Norbert Elias' Betrachtungen über "Sport und Spannung im Prozess der Zivilisation" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 23.09.2003

Klaus Bachmann kommentiert den deutsch-polnischen Streit um das geplante Zentrum gegen Vertreibung. "Wer die Leserbriefspalten polnischer Zeitungen studiert, kommt zu dem Schluss, dass die Debatte über das Vertreibungszentrum sogar emotionaler und verbissener geführt wird als der Streit um die Anerkennung der polnischen Westgrenze in den Jahren 1990 und 1991." Doch möglicherweise liege in der Auseinandersetzung auch eine Chance: "Sind wir also - nach der europaweiten Debatte um den Österreich-Boykott von 1999 - Zeugen einer zweiten 'europäischen Debatte', die uns einen Schritt weiter in Richtung europäische Öffentlichkeit bringt?"

Claus Leggewie resümiert einen Wiener Kongress des in Kanada gegründeten Netzwerks aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft Metropolis, auf dem Visionen einer "multikulturellen Stadtbürgerschaft" diskutiert wurden. Alexander Kluy empört sich über den geplanten Abriss des ehemaligen Ostberliner Diplomatenviertels in Pankow. In der Kolumne Times mager räsoniert Christian Schlüter anlässlich der Bayernwahl über die Gleichung "Volkspartei = Entpolitisierung". Und "H.K.J." würdigt in einem Nachruf die "beharrliche Unangepasstheit" des österreichischen Schriftstellers Helmut Eisendle.

Besprochen werden die Ausstellung "Baustellen der Subversion" mit Arbeiten unter anderem von Manfred Pernice, Bruce Nauman, Fischli/Weiss und Georg Herold im Kunstmuseum Wolfsburg und eine Schau des Schweizer Designers Ruedi Baur in der Galerie der Kölner International School of Design (KISD) . Außerdem das neue Buch von Christa Wolf "Ein Tag im Jahr. 1960 - 2000" (mehr dazu in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 23.09.2003

Die taz hat's mit den Schrumpfstädten. Nach einem Bericht über das Projekt "Shrinking Cities" der Bundeskulturstiftung im August informiert Daniel Dahm heute noch einmal über die Problematik. "Die Zivilgesellschaft wird nach und nach als Ausgleichsfaktor marktökonomischer Folgekosten und staatlicher Einsparungen missbraucht. Die Menschen der Stadt sollen selbst leisten, was der 'Markt' und die Kommunen im globalen Wettbewerb nicht mehr schaffen. Die zivilgesellschaftlichen Kräfte werden in der Gewährleistung der alltäglichen Daseinsgrundfunktionen und -bedürfnisse zur Sicherung des Status quo des Wohlfahrtsstaats aufgezehrt, und so können kaum 'Plus-Effekte' aus bürgerschaftlichem Engagement in die Gesellschaft und die Volkswirtschaft zurückfließen. Anstelle eines kooperativen Miteinanders marktlicher, staatlicher und ziviler Akteure werden sie mit dem Keulenargument der Wettbewerbsfähigkeit gegeneinander ausgespielt. Und lassen es gelähmt zu."

Georg M. Oswald rechnet vor, dass die CSU am Sonntag eigentlich 75 Prozent errungen hat (die Nichtwähler nämlich eingerechnet). "GBA" ergänzt literarische Preise und liefert einen Beleg für deren Halbwertszeit. Und auf der Medienseite berichtet Ralf Leonhard von einer "grotesken Schlammschlacht", die sich der österreichische Verleger Hans Dichand (Neue Kronenzeitung) und die Essener WAZ-Gruppe liefern. Ersterer wirft letzterer vor, mit der Mafia unter einer Decke zu stecken.

Besprochen werden Giorgio Agambens Fortführung seines Essays "Homo sacer", "Was von Auschwitz bleibt", Ernst Augustins Roman "Die Schule der Nackten", eine bisher nur auf englisch erschienene Monografie zum Werk des britischen "Cultural-Studies-Doyens" Stuart Hall, Birgit Müllers Studie "Die Entzauberung der Marktwirtschaft. Ethnologische Erkundungen in ostdeutschen Betrieben", und eine Untersuchung über Varianten des Wohlfahrtsstaats "Der deutsche Sozialstaat im internationalen Vergleich" (siehe auch unsere Bücherschau ab 14 Uhr).

Und hier TOM.

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Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2003

Christina Thurner ist begeistert von den Beiträgen bedeutender weiblicher Choreografinnen beim Festival "Basel tanzt": Kulturelle und Geschlechterunterschiede "ergänzen einander in ihrer jeweiligen Besonderheit, ob sie nun harmonieren, sich miteinander auseinandersetzen, sich auflehnen oder auch gelassen nur noch ein wenig triezen". Zum achtzigsten Geburtstag des mit "mit unauffälliger Brillanz" agierenden Kunsthändlers und Auktionators Eberhard W.Kornfeld stimmt Martin Meyer eine Hymne an. Und Reiner Martin macht sich Gedanken über die Wirtschaftlichkeit von Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systemen - auch "integrierte betriebswirtschaftliche Software" genannt und verweist auf sein eigenes Buch zum Thema.

Besprochen werden die Ausstellung "Japans Schönheit, Japans Seele" in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, eine Saurier-Ausstellung im Natural History Museum in London und Bücher, darunter die bisher nur auf französisch erschienene Feminismusschelte von Elisabeth Badinter "Fausse route", Jean-Philippe Toussaints Roman "Sich lieben" und Nuruddin Farahs Roman "Yesterday, Tomorrow" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2003

Wolfgang Schneider ist hoch erfreut: Dem Berliner Literaturfestival ist es offensichtlich gelungen, ein lebendiges Bild von der Weltliteratur zu vermitteln: "Der Lyriker Raymond Federman rappte, die Irin Nuala Ni Dhomhnaill sang von nackten Männern und Meermenschen, Navid Kermani lud zur Neil-Young-Nacht, bis die Polizei bei den Rückkopplungsorgien wegen Ruhestörung einschritt." Und Schneiders Moral von der Geschicht: "Courage ist die Mutter solcher Projekte, die natürlich immer auf Kleinmut und Bedenkenträgerei treffen."

Der CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer, der sich unermüdlich für einen Dialog mit der arabischen und islamischen Welt einsetzt, analysiert das "Fiasko" des Irak-Kriegs und kommt zu folgendem Schluss: "Wir Europäer sollten ein schrittweises Disengagement der Vereinigten Staaten partnerschaftlich, gesichtswahrend und ohne Häme unterstützen. Die amerikanische Regierung hat mit dem Krieg gegen den Irak einen desaströsen Fehler begangen. Das ist kein Grund, sie jetzt allein zu lassen." Todenhöfer schlägt außerdem einen ständigen Sitz der moslemischen Staaten im Sicherheitsrat der UN vor.

Weitere Artikel: Eberhard Rathgeb stellt die in einer bibliophilen Ausgabe erschienenen, bisher unveröffentlichten Tagebücher Samuel Becketts von seiner Hamburg-Reise im Jahr 1936 vor. Beckett setzt sich unter anderem mit Emil Nolde und intensiv mit der deutschen Literatur auseinander. Christian Geyer beschwert sich in der Leitglosse, dass Edmund Stoiber auf Rat eines Wahlkampfmanagers die "Leute nicht mehr Leute nannte, sondern notabene dazu übergegangen war, sie in 'Menschen' beziehungsweise in 'Bürgerinnen und Bürger' umzutaufen". In einer Meldung wird ein Manifest von 60 Wissenschaftsakademien vorgestellt, das sich gegen ein reproduktives Klonen und für ein therapeutisches Klonen einsetzt. Wolfgang Sandner würdigt die neu zustande gekommene Liaison zwischen Christoph Eschenbach und dem Philadelphia Orchestra, das der Dirigent mit neuer, amerikanischer, aber auch romantischer Musik ins 21. Jahrhundert führen wolle. Oliver Tolmein berichtet über die Ermittlungen Luis Moreno-Ocampos, des Chefanklägers des neuen Internationalen Strafgerichtshofes, gegen Menschenrechtsverletzungen und internationale Geldtransfers im Kongo. Joseph Croitoru berichtet über Behinderungen an archäologischen Forschungen durch ultraorthodoxe Juden in Israel. Giuseppe Veltri schreibt zum Tod des jüdischen Philsophen Emil Fackenheim.

Drei bedeutende Menschen werden sechzig: Antonio Tabucchi (Gratulation: "rtg"), György Dalos (Gratulation: Hermann Kurzke), Julio Iglesias (Gratulation: Dieter Bartetzko).

Auf der Medienseite versucht Felicitas von Lovenberg zu erklären, "warum die Fernsehserie 'Friends' bedeutend ist". Und Heike Hupertz bedauert: "Die 'Emmys' gehen fast immer an die Falschen." Auf der letzten Seite erzählt ein erleichterter Thomas David, dass der Literaturwissenschaftler und Shakespeare-Forscher Harold Bloom von einer Bypass-Operation genesen ist und nun wieder in Yale lehrt. Und Andreas Rossmann resümiert fortdauernde Urheberrechtsstreitigkeiten um Marcel Breuers Stahlrohrhocker "B 9"

Besprochen werden eine Ausstellung über den Architekten Vincenzo Scamozzi, einen Nachfolger Palladios im Palazzo Barbaran da Porto in Vicenza und zwei Uraufführungen, nämlich Klaus Pohls "Kanari" und Klaus Händls "Wilde".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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