Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

23.09.2003. Die SZ erkennt in der Bayernwahl die Sehnsucht der Deutschen nach Bürokratie. In der FAZ will Jürgen Todenhöfer den USA dabei helfen, sich gesichtswahrend aus dem Irak zurückzuziehen. Die FR freut sich über die lebhafte Vertreibungsdebatte in Europa. Die taz widmet sich einmal mehr den schrumpfenden Städten.

Süddeutsche Zeitung, 23.09.2003

Keine "Richtungswahl" sondern vielmehr Ausdruck der "Sehnsucht nach Bürokratie" interpretiert Gustav Seibt die Bayernwahl. "Hält man Schröder und Stoiber als Politikertypen gegeneinander, verdichtet sich der Kontrast zum Bild: Hier der improvisierende, manchmal taschenspielerisch geschickte, auf den Stimmungen surfende, von Coup zu Coup eilende, hakenschlagende Bundeskanzler Schröder; dort der unglamouröse, oft staubig wirkende, unbrillante, aber grenzenlos fleißige, ja beflissene, bestens informierte bayerische Ministerpräsident Stoiber. Wenn man höher greifen will: hier die charismatische, dort die bürokratische Form der Regierung. Die Bayern haben sich wieder einmal für eine zwar in Loden auftretende, aber durch und durch bürokratische Politik entschieden, mit all den Vorzügen, um deretwillen Bürokratie einmal erfunden wurde: überparteiliche Sachlichkeit, Gemeinwohlorientierung, Unpersönlichkeit, Effizienz, Verlässlichkeit, Freiheit von Ideologie, in einem Wort Sicherheit."


Bernd Graf war einer von 1000 Journalisten aus ganz Europa, den "die Firma Microsoft an einen schönen Ort geflogen [hat], um eine Party für ihren Spielecomputer Xbox steigen zu lassen". Aus Juan les Pins an der Cote d'Azur ist diesbezüglich zu erfahren, dass das neue Motto "It's Good To Play Together" lautet, wodurch "das Bild eines vielleicht verführten, unkommunikativ vor seiner Box ballernden Einzelspielers verwischt und stattdessen der Selbstwert der sozialen Interaktion des Spiels hervorgehoben" werde. Blutrünstig blieben die Spiele allemal - wenn auch "tatsächlich innovativ und grafisch fantastisch umgesetzt".

Thomas Steinfeld kommentiert die Entscheidung für einen Juristen als neuen Generalsekretär des Goethe-Instituts, Andreas Schlüter, der zuletzt Geschäftsführer der Bertelsmann-Stiftung war: "Könnte es sein, dass es im Goethe-Institut jemanden gibt, der die auswärtige Kulturarbeit aus ihrer Umklammerung durch das Auswärtige Amt lösen will?" Gert Kähler erklärt, wie Hamburg "die Architektenausbildung optimieren" will, die eine Kommission unter dem ehemaligen Ersten Bürgermeister Klaus von Dohnanyi im Rahmen einer "Strukturreform für Hamburgs Hochschulen" vorgelegt hat. Alexander Kissler beschwärmt die "schmählich unbekannte" Band Willard Grant Conspiracy, die derzeit auf Deutschlandtournee ist ("Meisterwerk an Meisterwerk"). Volker Breidecker rekapituliert einen Vortrag des Philosophen Friedrich Niewöhner im Frankfurter Jüdischen Museum über Adornos Empfindlichkeit bezüglich sämtlicher Äußerungen über "das ausgewählte Volk", der "in die routinierten Feierlichkeiten zum Adorno-Jahr einige Momente der Beunruhigung" gebracht habe. Helmut Mauro berichtet vom Festival für zeitgenössische Musik "Klangspuren" im österreichischen Schwaz, und Ralf Berhorst resümiert das "reich bestückte und gut besuchte" 3. Internationale Berliner Literaturfestival. In Burkard Müllers verdienstvollen Italien-Erhellungen geht es heute um "Miss Italia": "Als Faustregel gilt: "L'altezza e mezza bellezza", Höhe ist die halbe Schönheit". Und in der "Zwischenzeit" lauscht Harald Eggebrecht auf Streuobstwiesen den unterschiedlichen Aufprallplopps von Boskop und Co.

Besprochen werden eine Ausstellung im dänischen Humblebaek, die Roy Lichtenstein als Bilderverdoppler" zeigt, eine Schau des Berliner Filmmuseums über Luchino Visconti, ganz begeistert ist Helmut Schödel von Klaus Händls Stück "(wilde) - der mann mit den traurigen augen" beim Steirischen Herbst in Graz ("gehört zu den besten Stücken dieser Saison") und die deutsch-kubanische Kino-Beziehungskiste "Heirate mich" von Uli Gaulke und Jeannette Eggert.

Rezensiert werden die "Selbstthematisierung" der Frankfurter Literaturwissenschaftlerin Christa Bürger und Norbert Elias' Betrachtungen über "Sport und Spannung im Prozess der Zivilisation" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Rundschau, 23.09.2003

Klaus Bachmann kommentiert den deutsch-polnischen Streit um das geplante Zentrum gegen Vertreibung. "Wer die Leserbriefspalten polnischer Zeitungen studiert, kommt zu dem Schluss, dass die Debatte über das Vertreibungszentrum sogar emotionaler und verbissener geführt wird als der Streit um die Anerkennung der polnischen Westgrenze in den Jahren 1990 und 1991." Doch möglicherweise liege in der Auseinandersetzung auch eine Chance: "Sind wir also - nach der europaweiten Debatte um den Österreich-Boykott von 1999 - Zeugen einer zweiten 'europäischen Debatte', die uns einen Schritt weiter in Richtung europäische Öffentlichkeit bringt?"


Claus Leggewie resümiert einen Wiener Kongress des in Kanada gegründeten Netzwerks aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft Metropolis, auf dem Visionen einer "multikulturellen Stadtbürgerschaft" diskutiert wurden. Alexander Kluy empört sich über den geplanten Abriss des ehemaligen Ostberliner Diplomatenviertels in Pankow. In der Kolumne Times mager räsoniert Christian Schlüter anlässlich der Bayernwahl über die Gleichung "Volkspartei = Entpolitisierung". Und "H.K.J." würdigt in einem Nachruf die "beharrliche Unangepasstheit" des österreichischen Schriftstellers Helmut Eisendle.

Besprochen werden die Ausstellung "Baustellen der Subversion" mit Arbeiten unter anderem von Manfred Pernice, Bruce Nauman, Fischli/Weiss und Georg Herold im Kunstmuseum Wolfsburg und eine Schau des Schweizer Designers Ruedi Baur in der Galerie der Kölner International School of Design (KISD) . Außerdem das neue Buch von Christa Wolf "Ein Tag im Jahr. 1960 - 2000" (mehr dazu in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 23.09.2003

Die taz hat's mit den Schrumpfstädten. Nach einem Bericht über das Projekt "Shrinking Cities" der Bundeskulturstiftung im August informiert Daniel Dahm heute noch einmal über die Problematik. "Die Zivilgesellschaft wird nach und nach als Ausgleichsfaktor marktökonomischer Folgekosten und staatlicher Einsparungen missbraucht. Die Menschen der Stadt sollen selbst leisten, was der 'Markt' und die Kommunen im globalen Wettbewerb nicht mehr schaffen. Die zivilgesellschaftlichen Kräfte werden in der Gewährleistung der alltäglichen Daseinsgrundfunktionen und -bedürfnisse zur Sicherung des Status quo des Wohlfahrtsstaats aufgezehrt, und so können kaum 'Plus-Effekte' aus bürgerschaftlichem Engagement in die Gesellschaft und die Volkswirtschaft zurückfließen. Anstelle eines kooperativen Miteinanders marktlicher, staatlicher und ziviler Akteure werden sie mit dem Keulenargument der Wettbewerbsfähigkeit gegeneinander ausgespielt. Und lassen es gelähmt zu."


Georg M. Oswald rechnet vor, dass die CSU am Sonntag eigentlich 75 Prozent errungen hat (die Nichtwähler nämlich eingerechnet). "GBA" ergänzt literarische Preise und liefert einen Beleg für deren Halbwertszeit. Und auf der Medienseite berichtet Ralf Leonhard von einer "grotesken Schlammschlacht", die sich der österreichische Verleger Hans Dichand (Neue Kronenzeitung) und die Essener WAZ-Gruppe liefern. Ersterer wirft letzterer vor, mit der Mafia unter einer Decke zu stecken.

Besprochen werden Giorgio Agambens Fortführung seines Essays "Homo sacer", "Was von Auschwitz bleibt", Ernst Augustins Roman "Die Schule der Nackten", eine bisher nur auf englisch erschienene Monografie zum Werk des britischen "Cultural-Studies-Doyens" Stuart Hall, Birgit Müllers Studie "Die Entzauberung der Marktwirtschaft. Ethnologische Erkundungen in ostdeutschen Betrieben", und eine Untersuchung über Varianten des Wohlfahrtsstaats "Der deutsche Sozialstaat im internationalen Vergleich" (siehe auch unsere Bücherschau ab 14 Uhr).

Und hier TOM.

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Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2003

Christina Thurner ist begeistert von den Beiträgen bedeutender weiblicher Choreografinnen beim Festival "Basel tanzt": Kulturelle und Geschlechterunterschiede "ergänzen einander in ihrer jeweiligen Besonderheit, ob sie nun harmonieren, sich miteinander auseinandersetzen, sich auflehnen oder auch gelassen nur noch ein wenig triezen". Zum achtzigsten Geburtstag des mit "mit unauffälliger Brillanz" agierenden Kunsthändlers und Auktionators Eberhard W.Kornfeld stimmt Martin Meyer eine Hymne an. Und Reiner Martin macht sich Gedanken über die Wirtschaftlichkeit von Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systemen - auch "integrierte betriebswirtschaftliche Software" genannt und verweist auf sein eigenes Buch zum Thema.


Besprochen werden die Ausstellung "Japans Schönheit, Japans Seele" in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, eine Saurier-Ausstellung im Natural History Museum in London und Bücher, darunter die bisher nur auf französisch erschienene Feminismusschelte von Elisabeth Badinter "Fausse route", Jean-Philippe Toussaints Roman "Sich lieben" und Nuruddin Farahs Roman "Yesterday, Tomorrow" (siehe auch unsere Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2003

Wolfgang Schneider ist hoch erfreut: Dem Berliner Literaturfestival ist es offensichtlich gelungen, ein lebendiges Bild von der Weltliteratur zu vermitteln: "Der Lyriker Raymond Federman rappte, die Irin Nuala Ni Dhomhnaill sang von nackten Männern und Meermenschen, Navid Kermani lud zur Neil-Young-Nacht, bis die Polizei bei den Rückkopplungsorgien wegen Ruhestörung einschritt." Und Schneiders Moral von der Geschicht: "Courage ist die Mutter solcher Projekte, die natürlich immer auf Kleinmut und Bedenkenträgerei treffen."


Der CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer, der sich unermüdlich für einen Dialog mit der arabischen und islamischen Welt einsetzt, analysiert das "Fiasko" des Irak-Kriegs und kommt zu folgendem Schluss: "Wir Europäer sollten ein schrittweises Disengagement der Vereinigten Staaten partnerschaftlich, gesichtswahrend und ohne Häme unterstützen. Die amerikanische Regierung hat mit dem Krieg gegen den Irak einen desaströsen Fehler begangen. Das ist kein Grund, sie jetzt allein zu lassen." Todenhöfer schlägt außerdem einen ständigen Sitz der moslemischen Staaten im Sicherheitsrat der UN vor.

Weitere Artikel: Eberhard Rathgeb stellt die in einer bibliophilen Ausgabe erschienenen, bisher unveröffentlichten Tagebücher Samuel Becketts von seiner Hamburg-Reise im Jahr 1936 vor. Beckett setzt sich unter anderem mit Emil Nolde und intensiv mit der deutschen Literatur auseinander. Christian Geyer beschwert sich in der Leitglosse, dass Edmund Stoiber auf Rat eines Wahlkampfmanagers die "Leute nicht mehr Leute nannte, sondern notabene dazu übergegangen war, sie in 'Menschen' beziehungsweise in 'Bürgerinnen und Bürger' umzutaufen". In einer Meldung wird ein Manifest von 60 Wissenschaftsakademien vorgestellt, das sich gegen ein reproduktives Klonen und für ein therapeutisches Klonen einsetzt. Wolfgang Sandner würdigt die neu zustande gekommene Liaison zwischen Christoph Eschenbach und dem Philadelphia Orchestra, das der Dirigent mit neuer, amerikanischer, aber auch romantischer Musik ins 21. Jahrhundert führen wolle. Oliver Tolmein berichtet über die Ermittlungen Luis Moreno-Ocampos, des Chefanklägers des neuen Internationalen Strafgerichtshofes, gegen Menschenrechtsverletzungen und internationale Geldtransfers im Kongo. Joseph Croitoru berichtet über Behinderungen an archäologischen Forschungen durch ultraorthodoxe Juden in Israel. Giuseppe Veltri schreibt zum Tod des jüdischen Philsophen Emil Fackenheim.

Drei bedeutende Menschen werden sechzig: Antonio Tabucchi (Gratulation: "rtg"), György Dalos (Gratulation: Hermann Kurzke), Julio Iglesias (Gratulation: Dieter Bartetzko).

Auf der Medienseite versucht Felicitas von Lovenberg zu erklären, "warum die Fernsehserie 'Friends' bedeutend ist". Und Heike Hupertz bedauert: "Die 'Emmys' gehen fast immer an die Falschen." Auf der letzten Seite erzählt ein erleichterter Thomas David, dass der Literaturwissenschaftler und Shakespeare-Forscher Harold Bloom von einer Bypass-Operation genesen ist und nun wieder in Yale lehrt. Und Andreas Rossmann resümiert fortdauernde Urheberrechtsstreitigkeiten um Marcel Breuers Stahlrohrhocker "B 9"

Besprochen werden eine Ausstellung über den Architekten Vincenzo Scamozzi, einen Nachfolger Palladios im Palazzo Barbaran da Porto in Vicenza und zwei Uraufführungen, nämlich Klaus Pohls "Kanari" und Klaus Händls "Wilde".

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Gruß über den Gartenzaun

25.05.2013. In der FAZ erneuert Giorgio Agamben seine Kritik an der politischen Führung der EU. Hans Christoph Buch fordert Daniel Cohn-Bendit in der FR zum europäischen Dornröschenkuss auf. Die SZ fordert von den Grünen die Aufarbeitung ihrer Pädophilen-philen Wurzeln. Die Welt bringt ein einmütiges Pro und Contra zu Joseph Beuys. Die NZZ gratuliert dem Antidemokraten Henry Kissinger zum Neunzigsten. Die taz ist ernüchtert vom postrevolutionären Ägypten. Ansonsten herrscht allgemeine Zufriedenheit mit dem Programm von Cannes und Vorfreude auf den Fußballgipfel von Wembley. Mehr lesen

Spiele zuerst einmal drei Akkorde

24.05.2013. In britischen Medien wird nach der Abschlachtung eines britischen Soldaten durch einen islamistischen Fanatiker darüber diskutiert, wieviel man davon zeigen soll. Die NZZ erläutert anhand des preisgekrönten Fotos von Paul Hansen aus Gaza die Tücken der digitalen Fotografie und ihrer Manipulierbarkeit. Die taz ergründet den Begriff der "Critical Whitness". Die Welt beklagt die grassierende Verniedlichung der DDR. Die BBC bringt verwirrende Umfrage-Ergebnisse: Demnach ist Deutschland das beliebteste Land der Welt. Mehr lesen

Darling flüstert die Amsel

23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen

Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes

22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen  bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb

21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen

Das nenne ich totalitär

18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen

Tagtäglich dem Leser zugemutet

17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen

Ist Gott jetzt zufrieden?

16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen

Samples der Oberflächenwelt

15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen

Filzhaltige Kunstzeichen

14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen

Es zeichnet sich der Morgenstern ab

13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen

Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht

11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen

Was öffentlich ist und was nicht

10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen

Hegemoniale Metaerzählung

08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen.  Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen  bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen

So sehr haben die Chefs Angst

07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen

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