Vorgeblättert

Zum Buch: Lob der Kritik

Ausgewählte Leseproben.
26.02.2003. Der 11. September hat in den USA und anderswo zu schrecklichen Vereinfachungen geführt: Gut gegen Böse, Fundamentalismus gegen Demokratie. Gegen die Gewalt dieser simplen Logik schützt allein kritisches Denken, meint die Publizistin Marcia Pally in ihrem neuen Buch. Ein Vorabdruck
Marcia Pally: "Lob der Kritik".
Warum die Demokratie nicht auf ihren Kern verzichten darf


Aus dem Amerikanischen von Michael Bischoff und Ulrike Bischoff.
416 Seiten, gebunden, Berlin Verlag, 22 Euro
erscheint im März 2003

Zur Leseprobe

Weitere Informationen, auch zur Lesung der Autorin, beim Berlin Verlag. In der Berliner Zeitung findet sich heute (26.2.03) ein Interview mit der Autorin, und im Tagesspiegel ein kleiner Essay.


Klappentext:
Nach dem 11. September ist die Entschlossenheit zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus weltweit groß. Die Maßnahmen der USA unter Bush, aber auch anderer westlicher Demokratien tragen allerdings auch Züge einer fatalen politischen Rückwärtsbewegung. Konservativ-chauvinistische oder gar fundamentalistische Deutungsmuster gewinnen an Einfluss und nutzen die allgemeine Verunsicherung zu ihren Gunsten.
Für die amerikanische Kulturkritikerin Marcia Pally ist eine solche Reaktionsweise nichts grundsätzlich Neues: Angesichts komplexer Probleme und Herausforderungen haben Menschen immer schon ihr Heil in einfachen Antworten gesucht. Sie ist jedoch alarmiert von dem Ausmaß, in dem die Bürger aller demokratischen Länder selbst heute in beruhigende, aber naiv-archaische Denkmuster zurückfallen. Im Umgang mit den Krisen der Gegenwart findet Pally überall Beispiele für eine Flucht vor kritischem Denken: Die einen flüchten in eine idealisierte Vergangenheit, andere suchen ihr Heil in einer verklärten Zukunft.


Zur Autorin:
Die amerikanische Professorin und Journalistin Marcia Pally
lehrt Englisch an der New York University. Sie ist ausgebildete Tänzerin und Choreografin und die Gründerin der Organisation "Feminists for Free Expression". Ihr Buch "Sex and Sensibility" (1994) wendet sich gegen jede Form von Zensur. Marcia Pally war Redakteurin der Village Voice; als Filmkritikerin und Kolumnistin hat sie in den USA unter anderem für die New York Times, Penthouse, Film Comment und Cineaste geschrieben, in Deutschland für die tageszeitung, die Zeit, die Süddeutsche Zeitung und den Merkur. Ihre Kolumne "Flatiron Letters" erscheint derzeit regelmäßig im Feuilleton der Frankfurter Rundschau.

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