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Ulrich J. Schneider: Die Erfindung des allgemeinen Wissens

29.10.2012. "Die Erfindung des allgemeinen Wissens" so Ulrich Johannes Schneider, begann im 18. Jahrhundert mit der erfolgreichen Vermarktung enzyklopädischer Werke. Beispielhaft ist Zedlers 68-bändiges Universal-Lexicon von 1732-1754, dessen Analyse auch die Strategien zeigt, die Leseerwartungen und die Leser selbst in das enzyklopädische Schreiben einzubinden. Lesen Sie hier einen Auszug.
Ulrich Johannes Schneider: Die Erfindung des allgemeinen Wissens
Enzyklopädisches Schreiben im Zeitalter der Aufklärung

Akademie Verlag, Berlin 2012
270 Seiten, gebunden, Euro 49,80

Erscheint am 9. November 2012

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Klappentext: Die Produktion allgemeiner, alle Wissensgebiete abdeckender Enzyklopädien im 18. Jahrhundert markiert den Beginn der modernen Wissensgesellschaft. Enzyklopädisten aller Länder bemühten sich um die Definition des allgemein Interessanten - nicht in Theorien, sondern in erfolgreich vermarkteten enzyklopädischen Werken. Ein genauer Blick auf einschlägige Schriften der Aufklärungsepoche wie Chambers' "Cyclopaedia", Diderots "Encyclopédie", Zedlers "Universal-Lexicon" oder die "Encyclopaedia Britannica" zeigt den Kampf um neue Ideen eng verschränkt mit der Bemühung um redaktionelle Exzellenz. Insbesondere die mit Abstand größte damals abgeschlossene Enzyklopädie, das "Universal-Lexicon" (1732-1754), erweist sich als Musterbeispiel für vielfältige Strategien, die Lesererwartungen in das enzyklopädische Schreiben einzubinden. Das 68-bändige Mammutwerk wird hier erstmals exemplarisch analysiert.
Was das "Universal-Lexicon" auszeichnet, wird durch seine Größe verraten und gleichzeitig verdeckt: Hier werden andere Lexika und zahlreiche andere Quellenwerke ab- und umgeschrieben. Der Text des "Universal-Lexicons" ist eine Kompilation, eine Montage, das Ergebnis einer komplexen Redaktion. Dabei kann man an vielen Artikeln erkennen, dass für die Leser geschrieben wird. Die medizinischen Artikel beispielsweise sind besonders praktisch ausgerichtet. Die - häufig erstmaligen - Artikel über Länder und Städte sind deutlich von einer mitteleuropäischen Perspektive geprägt. Erstaunlicherweise werden die Leser sogar ausdrücklich eingeladen, Texte einzusenden. Das "Universal-Lexicon" verdankt sich einer Gruppe anonym gebliebener Aufklärer, die sich - kaum anders als heute die Wikipedianer - für die Verbreitung des allgemeinen Wissens einsetzten.

Zum Autor: Ulrich Johannes Schneider, geboren 1956, studierte Philosophie in Frankfurt, Berlin und Paris, lehrte nach der Wende am Institut für Philosophie in Leipzig, leitete die Abteilung Forschungsprojekte an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel und ist seit 2004 außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Universität Leipzig und seit 2007 am Institut für Kulturwissenschaften. Von 2005 bis 2009 leitete er das Frankreichzentrum der Universität Leipzig. Seit 2006 ist er Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig.

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