Zoran Hocevar

Herr Schühlein von Breg

Roman
Drava Verlag, Klagenfurt 2002
ISBN 9783854353898
Gebunden, 304 Seiten, 19,50 EUR

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2003

Dies, so der Rezensent Uwe Stolzmann, ist Zoran Hocevars erster Roman, der bei seinem Erscheinen 1991 in Slowenien auf Ablehnung stieß, wahrscheinlich, vermutet Stolzmann, weil man den Autor für einen "Trottel" hielt. Der Trottel sei hier allerdings jemand anderes, nämlich Hocevars Protagonist mit dem "seltsamen" Namen "Herr Schühlein von Breg", ein Name, der für den Rezensenten unweigerlich in "selige k.u.k. Zeiten" verweist. Der Protagonist Kolenc, denn Schühlein ist bloß sein Spitzname und Breg sein Wohnviertel im slowenischen Ljubljana, "hat sich eingerichtet", wie Stolzmann erklärt: "in seinem unschuldigen Dünkel, in seiner mit halbintellektuellen Sprüchen garnierten Weltsicht, in der Einsamkeit und dem nichtigen Tagwerk des Pensionärs". Ein "Langweiler" also, der nichts tun könnte, als langweilen, würde seine "belanglose" Art und deren Beschreibung nicht zur "Provokation" geraten: Denn Kolenc ist so etwas wie der Slowene schlechthin, der stolze Slowene bei Anbruch der neuen "post-roten" Ära, der in dieser "Aufschwung" und "Weltgeltung" für sein Land wittert, und das trotz der eigenen Belanglosigkeit.
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