Yoshiharu Tsuge

Rote Blüten

Cover: Rote Blüten
Reprodukt Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783956401916
Gebunden, 400 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von John Schmitt-Weigand. Yoshiharu Tsuge, geboren 1937 in Tokio, begann seine Laufbahn als Mangaka, indem er Geschichten für Leihbuchhandlungen entwickelte, die im Japan der Nachkriegszeit aufgeblüht waren. In den frühen 1960er-Jahren begann er, erste Arbeiten für die avantgardistische Zeitschrift "Garo" zu zeichnen, die es ihren Autoren ermöglichte, ohne redaktionell abgesteckte Grenzen mit neuen Erzählmethoden zu experimentieren. Diese neu gefundene Freiheit erlaubte es ihm, ein Genre zu entwickeln, in dem autobiografische und fiktionale Elemente eine neue Form der Authentizität hervorbringen - es trägt bald den Namen "Watakushi-Manga" ("Ich-Comic").Zusammen mit Yoshihiro Tatsumi  erneuerte er die japanischen Comics, indem er Geschichten über das reale Leben einführte und sie mit wahrhaftigen Charakteren besetzte. Es sind häufig blasse, unauffällige Gestalten - in jedem anderen Comic wären es Randfiguren -, die seine Comics bevölkern.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.01.2020

Rezensent Frank Meyer freut sich über die erste auf Deutsch erschienene Comicsammlung von Yoshiharu Tsuge, der in Japan eine Comicberühmtheit ist und bereits vielfach verfilmt wurde. In seinen surrealen Comics - hier 20 voneinander recht unabhängige, die in Japan zwischen 1966 und 1973 veröffentlicht wurden, wie Meyer erklärt - führt Tsuge den Leser in ein fremdes, "vormodernes" Japan, erzählt dabei aber von einer immer aktuellen Unruhe des Menschen, so Meyer. Der Rezensent hebt hervor, dass Tsuge mit seiner Verhandlung auch autobiografischer Träume, Ängste und Sinnfragen als "entscheidender Erneuerer" des japanischen Comics gelte, und staunt über Tsuges Einfälle und die bedrohlich-mysteriöse Stimmung der Bilder. Besonders beeindruckt hat ihn der Gegensatz zwischen den fein gearbeiteten Landschaften oder Hintergründen und den eher groben, zuweilen fratzenhaften Figurenzeichnungen - eine "interessante Spannung" in Tsuges ohnehin schon "komplexen" Geschichten, lobt Meyer.
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