Aus dem Englischen von Elisabeth Liebl. Die Psychologie-Professorin Woo-kyoung Ahn ist überaus populär bei ihren Studenten. Warum? Weil ihre Ansätze und Thesen, wie gutes Denken funktioniert und sinnvolle Entscheidungen getroffen werden können, den Studierenden ganz konkret weiterhelfen, weil sie sich auf den Alltag jedes Einzelnen beziehen und in ihrer Klarheit überzeugen. Ahn erklärt zum Beispiel das aus der Kognitionspsychologie bekannte Phänomen des "Bestätigungsfehlers" (confirmation bias): die Neigung, Informationen so auszuwählen und zu interpretieren, dass sie die eigenen Erwartungen bestätigen. Durch Testbeispiele erläutert sie, wie wir systematische Fehler beim Denken machen. Acht ihrer grundlegenden Thesen über das Denken hat Ahn nun für dieses Buch zusammengefasst − konzis, fundiert und humorvoll: ein bahnbrechendes Buch über das Denken.
Rezensentin Katharina Granzin fühlt sich beim Lesen von Woo-kyoung Ahns "oft ertappt", so plastisch führt ihr die in Yale lehrende Psychologie-Professorin gängige und evolutionär vorprogrammierte "Denkfehler" vor Augen, die uns allen wohl oder übel immer wieder unterlaufen. So zum Beispiel der "Verfügbarkeitseffekt", gemäß dem wir fälschlicherweise annehmen, eine bestimmte Bewegung oder Tätigkeit nach mehrmaliger Beobachtung selbst ausführen zu können; oder der für Granzin besonders erschreckenden Mechanismus, dass wir nach einer einmal gefassten Annahme nur noch selektiv die Informationen aufnehmen, die diese Annahme bestätigen. Bewundernswert findet die Kritikerin dabei Ahns "Anekdotenreigen", mit dem sie ihre Erklärungen sehr anschaulich mache. Zum Glück halte die Autorin auch fest, dass die präsentierten Denkfehler, nicht unsere Schuld sind, sondern beispielsweise auch Vögeln unterlaufen, liest Granzin erleichtert. Ein lehrreiches, mit Beispielen ausführlich illustriertes Buch "mitten aus der akademischen Praxis", lobt sie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2022
Rezensentin Nele Pollatschek kann Woo-kyoung Ahns Anleitung zum klaren Denken als gute Schule in Selbtskritik empfehlen. Was Ahn dabei vorträgt, erscheint Pollatschek nicht unbedingt neu, aber immer wieder richtigt: immer die Gegenthese mitdenken, in großen Zahlen und nicht an einem einzigen Beispiel entlang argumentieren. Ein bisschen ermüdend findet die Rezensentin, dass Ahn bei ihren eigenen vielen Beispielen Denkfehler nur bei Konservativen findet, aber das schult der Rezensentin zufolge eigentlich auch - in der Fähigkeit, Denkfehler nicht nur bei anderen zu suchen.
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