Wo von Engeln gesprochen wird, ist von Musik die Rede. Das Motiv zieht sich durch die Musikgeschichte und durch alle Gattungen. Volkslied, Choral, Chanson, Oper, Operette und große Kompositionen für Chor und Orchester - sie alle kennen den Gesang der himmlischen Heerscharen. Warum singen und musizieren Engel? Diese Frage erscheint umso relevanter, vergegenwärtigt man sich das große Interesse moderner Gesellschaften am religiösen Phänomen der Engel. Bei aller religionswissenschaftlichen Beschäftigung mit der Funktion des Engel-Booms bleiben jedoch Leerstellen: Ausgeklammert ist neben dem Motiv der musizierenden Engel der interreligiöse Aspekt der Engelsmusik. Anhand von ausgewählten Themenkreisen und Musikbeispielen zeigt Wolfgang W. Müller, welche Bedeutung und Funktion das Bild der musizierenden Engel für das religiöse Bewusstsein und für das Verständnis von Musik hat. Unter religionsphilosophischer, theologischer, interreligiöser und musikalischer Perspektive geht er der Gestalt der singenden Engel auf den Grund.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2024
Mit diesem Buch über Engelsfiguren und ihr Fortleben in der religiösen und populären Kultur trotz Aufklärung und Säkularisierung spürt Rezensentin Christiane Wiesenfeldt den "Mysterien der Religion" nach. Das Buch des renommierten Theologen - so stellt sie Wolfgang W. Müller einleitend selbst vor - hat ihr offenbar gut gefallen. Müller unternehme in seiner Studie den Versuch, eine Lehre von den Engeln durch Musikstücke zu formulieren, die diese Gestalten geprägt oder getragen haben, versucht so, die Dogmatik seines Faches musikalisch zu durchdringen, fasst Wiesenfeldt zusammen, und schreibe damit eine Musikgeschichte der Engel. Wiesenfeldt ist sichtlich beeindruckt von der Breite der Studie, die die musikalische Tugend der Engel in der antiken Praxis bis hin zu den unterschiedlichsten Engeltypologien sucht. Und vor allem gefällt Wiesenfeldt der Kern von Müllers Vorhaben, der darin besteht, dass Musik oft das Unsagbare artikuliert, sowie Engel, die gleichzeitig anwesend und unsichtbar sind. In diesem Zusammenspiel, so Wiesenfeldt, findet eine Annäherung von Himmlischem und Irdischem statt. Und so muss Wiesenfeldt mit einem weiteren Lob ausklingen: So reizvoll und anregend das Buch erscheint, seine Komplexität sollte nicht unterschätzt werden.
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