Wolfgang Koeppen

Reisen nach Russland und anderswohin

Werke in 16 Bänden: Band 8
Cover: Reisen nach Russland und anderswohin
Suhrkamp Verlag, FRankfurt am Main 2007
ISBN 9783518418086
Gebunden, 453 Seiten, 39,80 EUR

Klappentext

Im deutschen Sprachraum ist Wolfgang Koeppen der einzige Reiseschriftsteller nach 1945 von Rang. In den Jahren 1955 bis 1957 bereiste er im Auftrag des Süddeutschen Rundfunks unter anderem Spanien, die Niederlande, die Sowjetunion, London und Rom. Zu dieser Zeit entstanden jene Reise-Essays, die unter dem Titel "Nach Russland und anderswohin. Empfindsame Reisen" 1958 erstmals erschienen. Der vorliegende Band beinhaltet darüber hinaus ein umfangreiches Konvolut bislang unveröffentlichter Notizen der Reisen nach Rußland und Italien. Bei aller Genauigkeit der Schilderung sind Koeppens Reiseimpressionen mehr als fotografische Reproduktion. Die Faszination des Bandes beginnt, wo der Reisende dem Schriftsteller das Wort überlässt. Der Wirklichkeit kommt er dort am nächsten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2008

Als bloßen Ersatz für den von Wolfgang Koeppen leider nicht mehr verfassten großen Zeitroman nach der Nachkriegstrilogie möchte Walter Hinck die jetzt im Rahmen der Werkausgabe erschienene "Reiseprosa" nicht verstanden wissen. Dafür erscheinen ihm Koeppens Berichte aus Rom, London oder Moskau in ihrer Literarizität als zu eigenständig. "Touristisches Geplauder"? Von wegen, meint Hinck. Er entdeckt hier die gleiche "sprachliche Verve" wie in der Erzählprosa. Eine "unerhörte Dynamik" gepaart mit einem exaktem Blick und historischer Tiefe macht den Rezensenten fast atemlos. So dass sein Rat an uns lautet: Mit Pausen zu lesen (etwa um das informative Nachwort zu konsultieren).

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.02.2008

Im achten Band der Gesamtausgabe von Wolfgang Koeppens Werk kann man nun noch einmal die Reiseessays genießen, die der Schriftsteller für das Radio schrieb und die vor 50 Jahren erstmals gedruckt vorlagen, annonciert Ansgar Werner. Der Rezensent zeigt sich beeindruckt, was das Radio seinen Hörern 1957 beispielsweise mit Koeppens Reisebericht aus Russland zumutete, der sie ganze vier Stunden lang beanspruchte, und konstatiert, dass heute so etwas wohl nicht mehr möglich wäre. Während dem Schriftsteller von manchem Kritiker vorgeworfen wurde, keine politische Position zu beziehen und seine Radiotexte dadurch verstörten, dass sich der Romancier dem Nichtfiktionalen zuwendete, was für viele einem "Verstummen" gleichkam, schwärmten andere, die Radioarbeiten seien pure, "ergreifende Literatur". Für Werner zählen die Beobachtungen aus Russland, Spanien, England oder Holland immer noch zu fesselnden Texten, und er wünscht sich jetzt nur noch, dass irgendein Verlag sich bereit findet, nun auch die Radioaufnahmen als Hörbücher zu publizieren.

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