Wolfgang J. Mommsen

Der erste Weltkrieg

Anfang vom Ende des bürgerlichen Zeitalters
Cover: Der erste Weltkrieg
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783596157730
Taschenbuch, 215 Seiten, 13,90 EUR

Klappentext

Über die dramatische Vorgeschichte und die Radikalisierung des Krieges, der die Fundamente der politischen und gesellschaftlichen Ordnung erschütterte. Der Erste Weltkrieg markiert den Anfang vom Ende des bürgerlichen Zeitalters. Seine Eigendynamik ließ alle Versuche einer diplomatischen Beendigung scheitern ungeachtet des Leidens von Soldaten und Zivilbevölkerung. Wolfgang J. Mommsen behandelt die zentralen Aspekte des Kriegsgeschehens und die weitreichenden Folgen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.07.2004

Wolfgang Mommsen, "einer der besten Kenner der Materie" in Deutschland, beschreibt in seiner Aufsatzsammlung den titelgebenden Ersten Weltkrieg als "fortschreitende Radikalisierung der Kriegsführung", die "immer näher an die Grenze eines totalen Krieges" geführt habe, so Rolf Wörsdorfer. Zugleich zeichnet Mommsen "Kontinuitätslinien" von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs bis "direkt in die Kriegs- und Krisenregionen der 1990er und 2000er Jahre" nach. Denn der "Große Krieg" habe "neben der Balkanhalbinsel auch den Nahen und Mittleren Osten dichter an Zentraleuropa" herangerückt. Ethnische Konflikte, vor allem mit Minderheiten innerhalb der deutschen, russischen und österreichischen Grenzen, waren dabei unvermeidbar. So habe der Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes, Heinrich Claß, in einer 1914 erschienenen Denkschrift eine "völkische Flurbereinigung" gefordert. Unschwer lässt sich darin eine "'Politik der Ausräumung und Verpflanzung' nationaler Minderheiten" erkennen, unter der vor allem die "auf der Wiederherstellung ihrer nationalen Einheit beharrenden Polen" zu leiden hatten. Wörsdorfer meint, Mommsen stimme, wenn er im Ersten Weltkrieg das "Ende des bürgerlichen Zeitalters" erblickt, nachträglich August Bebel zu, der 1911 für den Fall eines europäischen Krieges den "Zusammenbruch der überkommenen bürgerlichen Welt" prophezeit hatte. Auch zur "poetischen Mobilmachung" liefere Mommsen einen "instruktiven Text".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.05.2004

Gerd Krumeich bespricht vier neue Bücher über den Ersten Weltkrieg und lobt sie, jedes für sich und "auf seine eigene Weise", als nützliche Orientierung über ein komplexes Gebiet. Wolfgang J. Mommsens Darstellung des Ersten Weltkriegs in gesammelten Beiträgen aus den letzten 10 Jahren sowie bisher nicht veröffentlichten Texten hat dem Rezensenten ausnehmend gut gefallen und er weist speziell darauf hin, dass die Aufsätze sehr "geschickt ausgewählt" sind. Schon das erste Kapitel, in dem Mommsen den Ersten Weltkrieg als "Epochenumbruch" charakterisiert, preist er als "virtuose Mischung von politik-, kultur- und sozialgeschichtlichen Analysen". Insgesamt zeigt sich Krumeich sehr eingenommen vom Streben des Autors, verschiedene Ansätze der Forschung miteinander zu verbinden und er lobt auch die "flüssige" Darstellungsweise. Dieses Buch stellt eine "überzeugende Synthese" dar und weitet den "Blick", so der Rezensent begeistert. Etwas verunsichert hat ihn lediglich, dass Mommsen die Darstellung der historischen Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg in den verschiedenen Aufsätzen des Buches "mehrfach variiert", aber das tut seiner allgemeinen Begeisterung über dieses Buch keinen Abbruch.
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