Wolfgang Eßbach

Religionssoziologie I

Glaubenskrieg und Revolution als Wiege neuer Religionen

Klappentext

Zwischen christlichem Glauben und religiöser Indifferenz sind in Europa neue Religionen entstanden, die bis in unsere Gegenwart ausstrahlen und die Wertorientierung leiten. Auf dem Wege einer historisch-soziologischen Analyse der Konjunkturen des Themas "Wiederkehr von Religion" entwickelt Wolfgang Eßbach eine Typologie europäischer Religionen in der Moderne. Behandelt werden Konfessionalismus, Vernunftreligion, Nationalreligion, Kunstreligion, Wissenschaftsreligion und Elemente des Glaubens an Verfahren. Dabei wird nach ihren Verbindungen mit den dominierenden Zeiterfahrungen im modernen Europa, von den Glaubenskriegen der frühen Neuzeit bis zur Artifizierung der Lebenswelt im 20. Jahrhundert, gefragt. Sie haben Intellektuelle immer wieder umgetrieben. Jede neu hinzukommende Erfahrungslage bestimmt die Konjunktur des Religiösen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2015

Wie produktiv ein weberianischer Ansatz in der Religionssoziologie sein kann, erfährt Monika Wohlrab-Sahr bei Wolfgang Eßbach. Die Detailgenauigkeit und die Interdisziplinarität des Autors bei seinen Erkundungen von Religionsdynamik und Religionsentwicklung in europäischen Gesellschaften lassen die Rezensentin staunen. Eßbachs These von der Gleichzeitigkeit des Strebens nach Religiosität und des Bewusstseins ihrer Fraglichkeit mit besonderem Blick auf die Intellektuellen sowie seine Unterscheidung von Religionstypen möchte die Rezensentin zwar nicht unbedingt als Gegenentwurf zu Säkularisierungstheorien lesen, die Arbeit beeindruckt sie jedoch nachhaltig durch religionshistorische Akribie und ihren gesellschaftstheoretischen Zugriff.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.12.2014

Der Zusammenhang von Religion und Gewalt lässt sich kaum leugnen, aber auch schwer systematisieren, ohne ideologisch zu werden, meint Dirk Pilz in seiner Besprechung dieses monumentalen Bandes, der nur der erste Teil einer großen Religionssoziologie sein will. Pilz gefällt daran vor allem dass der bekennend "Konfessionslose" Eßbach pragmatisch und historisch erzählend, aber ohne vorgeprägte Erklärmuster an die Sache herangeht und auf diese Weise eine vielfältige Religionstypologie entwirft. Es gehe in dem Band vor allem um die Glaubenskriege und ihren Zusammenhang mit der Staatenbildung. Als Errungenschaft der Aufklärung werde dabei die Trennung "zwischen öffentlicher Religion und privater religiöser Innerlichkeit" verbucht. Auch Gewalterfahrungen in der Französische Revolution würden in dem Band verhandelt.