Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Battling Mendez, der einbeinige Kampfhahn, ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Philippinen, ein Fernsehstar, der für eine Biermarke wirbt und die Bänder bei Supermarkteröffnungen durchtrennt. Mit von der Partie sind: ein anscheinend Irrer, der mit Stinkbomben reiche Touristen attackiert; ein gesitteter Kopfjäger mit Plastikbeilchen, der japanische Touristen erschreckt; eine Piratenbande, die durch die Boatpeople im chinesischen Meer reich wurde und inzwischen beste Verbindungen in höchste Kreise hat. Kein Wunder, dass die Nerven des feingeistigen Lieutenant Elizalde von der Police of Manila blank liegen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2001
Großes Vergnügen scheint er Lutz Krützfeldt bereitet zu haben, der neue Krimi von William Marshall. Und in der Tat hat sich das, was der Rezensent anfangs als dessen Plot mitteilt, ganz gehörig gewaschen. Marshall ist nämlich, so erfährt man, Vertreter einer ganz bestimmten Tradition von Krimiautoren, der von Julian Symons sogenannten "Farceurs". Diese verschmelzen den Detektivroman mit Elementen der Komödie und der Posse, erklärt Krützfeldt. Dabei entstehe eine chaotische Welt voller Bizarrerien, deren Wahnwitz dennoch bei der Auflösung der Krimihandlung diszipliniert im Erklärbaren bleibe. So seien gerade auch Marshalls Krimifarcen von widerstreitenden Zeitebenen und Kulturen beherrscht. Dazwischen sich zurechtzufinden, sei der stetige Kampf seiner Figuren, aber mittels einer adäquaten Erzählform und Sprache auch eine reizvolle Herausforderung an die Leser. Auch am Roman "Manila Bay" sieht der Rezensent eingelöst, dass er die genretypischen Formen nicht als starre Vorgaben benutzt, sondern veränderten Erfahrungen flexibel anpasst.
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