William J. Bouwsma

Der Herbst der Renaissance

1550-1640
Cover: Der Herbst der Renaissance
Diaphanes Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783935300452
Broschiert, 320 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andrea Stumpf und Burkhardt Wolf. Mit 25 Abbildungen. Im Gefolge Jacob Burckhardts haben Historiker die Renaissance als Ursprung und Grundlage der modernen Kultur verstanden, von der aus die intellektuellen und künstlerischen Leistungen eine bruchlose Entwicklungslinie bilden. William Bouwsma stellt in seiner Untersuchung diese allgemein anerkannte Sichtweise in Frage. Er argumentiert vielmehr, daß die Renaissance, so wie es für sie einen Anfang und unbestritten einen Höhepunkt gab, ein Ende hatte. Die Künstler und Gelehrten der Renaissance lebten und arbeiteten in einer unsteten, von Widersprüchen geprägten Welt, in der die Befreiung von überkommenen Grenzen und Ausdrucksformen, für die die Renaissance im Grunde ja steht, selbst zunehmend zu Einschränkungen führte und ihre erstickende, destruktive Wirkung entfaltete.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2005

Valentin Groebner lobt den Verlag und verreißt das Buch: Diaphanes, betont er, hat ein ausgezeichnetes kunsthistorisches und philosophisches Programm, mit diesem Titel jedoch tun sie sich keinen Gefallen. William Bouwsma möchte "nachzeichnen, wie mit dem großen intellektuellen Aufbruch des 14. und 15. Jahrhunderts durch Humanismus, Buchdruck und Reformation jene Kräfte freigesetzt wurden, die an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert neue und immer striktere Ordnungssysteme und Hierarchien forcierten." Doch er tut das mit den Mitteln einer überholten Kulturhistorie, die große Denker als "Essenz ihrer Epoche" aufruft, ohne ihr Wirken in einen Kontext zu stellen. Außerdem, urteilt Groebner, ist Bouwsmas Renaissance-Begriff überholt: Einmal mehr wird die Renaissance unkritisch als Wiege des modernen Individuums angerufen, Widersprüchliches bleibt unbeachtet. Fazit: eine Studie, die ihre Fragen nicht beantworten und höchstens passagenweise überzeugen kann.

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