William Butler Yeats

William Butler Yeats: Die Gedichte

Cover: William Butler Yeats: Die Gedichte
Luchterhand Literaturverlag, München 2005
ISBN 9783630872148
Gebunden, 463 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen neu übertragen von Marcel Beyer, Mirko Bonne, Gerhard Falkner, Norbert Hummelt und Christa Schuenke. Eine Übersetzerin und vier der namhaftesten Lyriker in deutscher Sprache haben sich einer gewaltigen Aufgabe gestellt: Sie haben sämtliche Gedichte, die Yeats in mehr als 50 Jahren geschrieben hat, neu übersetzt. Damit liegt zum ersten Mal dieses reiche und in seiner poetischen Vielfältigkeit nicht zu überbietende lyrische Werk eines der bedeutendsten Dichter der europäischen Literatur in kongenialen Übersetzungen komplett auf Deutsch vor. Ein Meilenstein in der Veröffentlichungsgeschichte des genialen irischen Dichters.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.11.2005

Was bislang an Übersetzungen von Yeats' Gedichten vorlag, ließ sich kaum als "viertklassig" bezeichnen, schimpft Helmut Krausser, obwohl er den englischen Dichter - etwas vollmundig - zugleich für überschätzt hält. Ein großer Dichter wurde Yeats seines Erachtens erst im Alter. So "viel gedankliche Tiefe", wie ihm stets unterstellt worden sei, habe Yeats nie besessen, rüttelt Krausser am Dichterdenkmal, dieser sei "eher Sänger als Dichter" gewesen. Aber gerade deswegen sei sein "windig-murmelnder Klang" stets schwer nachzuahmen gewesen, resümiert Krausser und freut sich über die nun vorliegende Ausgabe mit Übersetzungen aller Yeats-Gedichte, an denen eine Handvoll Übersetzer und deutsche Lyriker mitgearbeitet haben. Am ehesten komme der Dichter Mirko Bonne dem Yeats-Sound nahe, findet der Rezensent: leicht, spielerisch, humorvoll, lobt Krausser. Insgesamt blieben die übersetzenden Lyriker näher am Original als die Berufsübersetzer, stellt Krausser fest, der Christa Schuenkes Lösungen nicht für durchweg überzeugend hält. Einzig Marcel Beyers Übertragung ist ihm zu "knallig" - die hält keine zehn Jahre, mutmaßt er.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.10.2005

William Butler Yeats ist wieder in Mode, stellt Andreas Dorschel, der Rezensent dieses Bandes mit neuen deutschen Übersetzungen seiner Gedichte, erst einmal sehr erfreut fest. Das Buch kommt also zur rechten Zeit, auch um gerade die Vielseitigkeit Yeats' herauszustellen, in dem sich, so Dorschel, die Temperamente eines Stefan George und Bertolt Brecht zur mehr oder minder friedlichen Poeten-Gemeinschaft zusammenfanden. Und die Unterschiedlichkeit in Ton wie Inhalt, die aus dieser Konjunktion folgt, die sei in den Übersetzungen gut getroffen, was wohl auch daran liege, dass mit Mirko Bonne oder Marcel Beyer namhafte Lyriker verpflichtet wurden. Kritik übt der Rezensent nur im einzelnen, indem er Stellen zitiert, in denen zuviel vom Original verlorenging - oder die hinter existierende Übersetzungen zurückfallen. Das aber sind Kleinigkeiten. Wirklich gar nicht gefallen hat ihm dagegen das biografistische Nachwort von Herausgeber Norbert Hummelt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2005

Eigentlich ist Werner von Koppenfels überglücklich, dass der Luchterhand-Verlag sich zu einer Neuübersetzung des gesamten lyrischen Werkes von Yeats entschieden hat. Und auch die Methode, jeden einzelnen der Übersetzer mehrere der 14 Sammlungen übersetzen zu lassen, erscheint ihm schlüssig und erfolgversprechend. Warum also, fragt er, wird man mit diesem Band trotzdem nicht froh? Es stehe außer Frage, dass Yeats schwer zu übersetzen ist. Aber der "unbeschwerte Dilettantismus", mit dem die Nachdichter ihre Aufgabe erledigen bringt den Rezensenten aus der Fassung. Er diagnostiziert "schlichte Reimnot" und gar "Sprachimmunität" und ruft schließlich: "Gibt es denn kein Ohr mehr für den Unterschied zwischen Gesang und Geleier?" Nur noch zynisch klingt daher die Feststellung, dass sich zumindest alle Übersetzer in gleichem, dem Rezensenten unerträglichen Maße von der Vorlage entfernen. Wie der Rezensent bitter bemerkt, herrscht Mangel an Grundsätzlichem: Mangel an Respekt für Yeats und Mangel an Vetrautheit mit ihm. Unter diesen Umständen wäre die zweisprachige Ausgabe, die der Rezensent sich eigentlich gewünscht hätte, wohl zur reinen "Peinlichkeit" für die deutsche Übertragung geraten - doch manches Mal (und nicht nur bei den zahlreichen "Heulern") benötige man das englische Original eben doch - um den deutschen Text zu verstehen.
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