Wilhelm Heinse

Hildegard von Hohenthal - Musikalische Dialogen

Kommentierte Neuausgabe
Cover: Hildegard von Hohenthal - Musikalische Dialogen
Edition Olms, Hildesheim, Zürich und New York 2002
ISBN 9783487116068
Gebunden, 682 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Werner Keil, unter Mitarbeit von Bettina Petersen. Mit Zahlreichen Notenbeispielen. Lockmann, der Held des Romans ist nach einem dreijährigen Aufenthalt in Italien dem Rufe des rheinischen Fürsten gefolgt und an die Spitze von dessen Kapelle getreten. Der Fürst hat ihn kennengelernt, als er in einer Kirche auf dem Petersberge bei Erfurt die Orgel spielte. Lockmann, der mit der Kapelle das Miserere von Allegrie einübte, vermisste aber, bei guter Besetzung der männlichen Stimmen, eine erste Sopranistin...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.12.2002

Am Roman selbst bekundet der Rezensent Christoph Schwandt "kein sonderliches Interesse": Die Titelheldin werde von ihrem Musiklehrer "innigst unterwiesen" und "heftig begehrt", am Ende heiratet sie einen anderen. Dennoch besteht für den Rezensenten kein Zweifel, dass Autor Wilhelm Heinse von der Literaturwissenschaft verkannt werde. Der Schriftsteller sei Ende des 18. Jahrhunderts einer der wichtigsten Autoren über Theorie und Dramaturgie der Oper gewesen. "Die Handlung des Romans Hildegard von Hohenthal ist nur der Rahmen ausschweifender musikalischer Erörterungen über Naturtöne und Tonarten, die menschliche Stimme und über Oper nicht nur im allgemeinen, sondern auch im besonderen und einzelnen". Ganze Werke - etwa von di Majo, Traetta, oder Jommelli - würden in den Disputen zwischen Schülerin und Lehrer durchgesprochen. Der Opernliebhaber Heinse, erklärt der Rezensent, sei ein Gegner Mozarts und der gesamten Wiener Klassik gewesen und sei vielleicht auch deshalb in Vergessenheit geraten. Dass die Herausgeber Heinse aus dem "Schatten deutscher Klassik-Rezeption" gezogen haben, lobt der Rezensent deshalb als "überfällige Sisyphos-Arbeit".
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