Das Buch liefert Überlegungen, Forschungsfragen, Materialien und erste Ergebnisse zur Grundlegung einer Politischen Thanatologie. Er fragt: Was sind die wichtigsten Aufgaben und Elemente einer Politischen Thanatologie? In welcher Weise setzten und setzen sich führende deutsche und amerikanische Politiker (verstorbene wie noch lebende) mit ihrer eigenen Endlichkeit auseinander? Und inwiefern könnten auch die Auseinandersetzung der Menschen eines Landes mit ihrer Endlichkeit sowie ihre konkreten Erfahrungen mit Tod und Sterben Bedeutung für ihr Verhalten als Bürger, als Wähler haben?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Dem Topos, dass heutzutage der Tod systematisch verdrängt werde, widerspricht der Autor vehement, sagt Peter Lösche. Darüber hinaus zeige er enge Verbindungen zwischen Politik und Tod bzw. dem Bewusstsein um die eigene Endlichkeit auf, die unser Handeln bestimme. Die Frage nach "Endlichkeit und Tod" sei zugleich die nach "Leben und Zukunft". Kemp verfahre biografisch, seine Informationen beziehe er aus einer Vielzahl von Quellen von und über vor allem deutsche Politiker. Seine These laute: Die im "Bewusstsein einer Person präsente Gesamtordnung der Dinge" sei nicht "sachlich, sondern persönlich bestimmt", und zwar aus dem "Verständnis von Tod und Endlichkeit". Dabei betone er die Vorläufigkeit seiner Überlegungen und fordere den Leser zum Mitdenken auf. Ein "glänzender Essay" nicht ohne "Augenzwinkern", wenn er beispielsweise den "Urnengang" als "republikanisches Spiel von Tod und Auferstehung" interpretiere, lobt Lösche.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2001
Als eine der originellsten neueren politikwissenschaftlichen Arbeiten bezeichnet Rezensent Lüdger Lütkehaus diese Abhandlung über die Frage, welche Rolle die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod in der Politik spielt. Sowohl Empirie als auch Philosophie komme bei der Behandlung dieser Frage nicht zu kurz und oft genug schaffe es Autor Werner Kremp auch noch, seine Resultate witzig aufbereitet zu präsentieren. Und "trotz der Neigung zur Pointe ist das glänzend geschriebene Buch nicht bloß informativ, sondern überaus ergiebig: Es profitiert eben von einem neuen Blick". Lediglich einige Denkansätze, z.B. von Hegel oder Carl Schmitt, vermisst Lütkehaus in diesem Buch.
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