Die Untersuchung geht der Frage nach, wie die Vertreter der beiden großen Volksparteien und der Bundesregierung die fremdenfeindlichen Gewaltausschreitungen in der ersten Hälfte der neunziger Jahre in den Bundestagsdebatten der 12. Legislaturperiode thematisieren. Mit einer vergleichenden Diskursanalyse werden die Argumentationsmuster der CDU/CSU und SPD sowie die institutionellen Mechanismen der parlamentarischen Themenbearbeitung rekonstruiert. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, daß eine an parteipolitischen Interessen orientierte, selektive und unterkomplexe Thematisierung für die parlamentarische Bearbeitung des Rechtsextremismus charakteristisch ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.02.2001
Steffen Kalitz lobt den Band für die Präzision, mit der der Autor die Argumente von CDU/CSU und SPD zum Rechtsextremismus aus Bundestagsdebatten der frühen neunziger Jahre herausschält. Den Analysen Lynen von Bergs mag er allerdings nicht immer folgen, denn wenn die CDU zum Beispiel behaupte, dass es Rechtsextremismus auch anderswo gebe, so sei das nicht als eine "Relativierung" des Problems aufzufassen. Schließlich entspreche diese Aussage der Realität. Auch die von Lynen von Berg behauptete Anbiederung der Volksparteien an eine rechtsextreme Wählerschaft mag Kalitz nicht erkennen. Triftiger findet der Rezensent da schon den Vorwurf der gegenseitigen Instrumentalisierung des Themas für parteipolitische Zwecke.
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