Werner Eberlein

Geboren am 9. November

Erinnerungen
Cover: Geboren am 9. November
Neue Kritik Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783360009272
Broschiert, 536 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Werner Eberleins Lebenserinnerungen sind von den großen politischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts bestimmt. Dass er schon in jungen Jahren auf Seiten derer stand, die sich für die Idee des Sozialismus engagierten, hat ihn mehrfach im Leben in Konflikte gebracht, wovon die Emigration und die 14 in sibirischer Verbannung verbrachten Jahre eine so schmerzliche wie prägende Zeit waren, in denen sich menschliche und politische Ansprüche formten. Seine Tätigkeit als Berater und Funktionär in der DDR-Führung brachte ihn mit wichtigen Persönlichkeiten zusammen. Dazu zählen Begegnungen mit Mao Zedong, Indira Gandhi, Urho Kekkonen ebenso wie die intensiven Arbeitskontakte mit Walter Ulbricht oder Nikita Chruschtschow. Sein Rückblick auf seine Arbeit und die eigenen Ideale wird auch zu einer Analyse über die Machtkämpfe in den politischen Führungen und einer Einschätzung der Auseinandersetzung der Systeme über den Untergang der DDR hinaus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2001

"Spannend" da, wo Eberlein von seinen persönlichen Lebensumständen erzählt, langweilig doktrinär und schwer zugänglich, wenn in Oberlehrermanier Politisches thematisiert wird, so beurteilt der Rezensent Thomas Kunze die Lebenserinnerungen des SED-Funktionärs Werner Eberlein. Ein "Gemälde" des "sozialistischen Zeitgeistes des vergangenen Jahrhunderts" mit bisweilen "erschreckenden Einblicken in die Gedankenwelt einer kommunistischen Funktionärskaste". Dies klingt wie Geschichten aus längst vergangenen Zeiten und so versteht der Rezensent wohl auch diese Biografie. Jedenfalls wird sein Unmut extrem spürbar, wenn Eberlein abschließend eine "Bestandsanalyse" der Gegenwart versucht: diese sei eben "weder falsch noch neu" und gebe vor allem jenseits des ominösen Begriffs "demokratischer Sozialismus" keine neuen Antworten. So bleibt ein etwas genervter Rezensent zurück, dem wohl die spannenden Elemente mächtig durch den erhobenen Zeigefinger des Besserwissers Eberlein vergällt worden sind.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.11.2000

Enttäuschend wie die meisten Bücher dieser Art findet Hermann Weber die "Rechtfertigungsmemoiren" Werner Eberleins. Ein "ungewöhnlicher Lebensweg" zwar, räumt Weber ein. Und im Verbund mit den Darstellungen des stalinistischen Terrors, werde auch das klare Negativurteil des Sohnes des KPD Mitbegründers Hugo Eberlein über Stalin plausibel. Allein die Reflexion über das Leben im Kommunismus hat gleich mehrere Haken: "Oberflächlich und farblos", so Weber, seien die Ausführungen zur SED-Herrschaft, weder Einblicke in den Apparat noch in die Mechnismen der Diktatur vermittele der Autor. Schlimm allerdings, das lässt der Rezensent durchblicken, wird es erst bei der Schuldfrage: Ohne das typische "aber" oder den Hinweis auf die "Schuld" des Westens komme Eberleins Kritik am System nicht aus.

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