Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.02.2001
Individualität, so Beckers zentrale These, entstand nicht in der Reformation und nicht in der Renaissance, sondern im Moment, in dem dem Menschen seine eigene Sterblichkeit bewusst wurde. Mit dieser Einsicht perspektiviert der Mensch sein Leben in Richtung (individuell endlicher) Zukunft und versucht, "in der Erkenntnis der Einzigartigkeit" seine eigene Außergewöhnlichkeit zu demonstrieren. Die großen Kulturleistungen wie Religion und Gesellschaftsbildung der Menschheit verdanken sich nach Beckers Ansicht diesem Wissen um den Tod - allerdings auch und gerade über den Umweg von "Entlastungsstrategien". Mit der Aufklärung habe eine Umstellung auf ein Gleichheits-Modell stattgefunden, das zwar nicht die Individualität auszuradieren vermag, aber doch dazu führt, dass "heute der Tod lediglich als Einzelfall eines allgemeinmenschlichen Sterbenmüssens betrachtet werde". Die Rezensentin Franziska Meier lobt an der "eindringlichen" Studie, dass sie "klar und verständlich geschrieben" ist, bemängelt nur ein gelegentliches Zuviel an historischen Beispielen und kann des Autors positive Sicht auf den heutigen "Umgang oder Nicht-Umgang mit dem Tod" nicht teilen.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…