"Trakls letzte Tage" beschreibt die letzte Lebensphase des Dichters Georg Trakl (1887-1914), die dieser im "Irrentrakt" des Garnisonshospitals in Krakau verbringt. Trakl, als "Medikamentenakzessist" ins Heer einberufen, erlebte die "purpurne Woge" der Schlacht bei Grodek (in der heutigen Ukraine) gleich am Beginn des Ersten Weltkriegs. Nun ist er "zur Beobachtung seines Geisteszustandes"in Krakau. Seine Begleiter: Verse von Barockdichter Johann Christian Günther, Novalis,Baudelaire und Rimbaud, vor allem die Erinnerungen an seine Schwester Gretl, seinen Förderer Ludwig Ficker und, als treuerster, das Kokain. "Mahlers Heimkehr" spielt im Schlafwagen eines Zuges. Gustav Mahler (1860-1911), in Amerika vor kurzem noch als Star gefeiert, findet seine Werke nun als "triviale jüdische Musik" geschmäht. Von Krankheit und Kränkungen geplagt, wünscht er sich, dass ihm die geliebte Almschi aus den Schriften Gustav Fechners vorliest - und man ihm sein "Lied von der Erde" auflegt. Die beiden Texte schrieb Walter Kappacher im Auftrag der Salzburger Festspiele.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2015
Nico Bleutge scheint nicht einverstanden mit Walter Kappachers Einfühlungsversuch in die letzten Tage Georg Trakls, in das Fühlen, Denken und Reden des Dichters. Das vom Autor erdachte Bild Trakls als braver, wohlerzogener Grübler will dem Rezensenten nicht passen, ebensowenig der artige Ton. Bleutge vermisst den alkoholisierten, den kokainabhängigen, verzweifelten Trakl, den zornigen Dichter bei all der von Kappacher monologisch inszenierten Harmlosigkeit.
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