Walter Grond

Drei Männer

Novelle
Cover: Drei Männer
Haymon Verlag, Innsbruck 2004
ISBN 9783852184562
Gebunden, 108 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

Was für eine Frauengestalt, der sich da drei Männer in unterschiedlichen Lebensaltern annähern! Ihr historisches Vorbild, eine österreichische Comtesse, lebte kurz vor dem Ersten Weltkrieg im königlichen Harem in Kairo und regierte, als Offizier verkleidet, das Land am Nil mit, trat in den 20er Jahren in den literarischen Salons von Berlin und Wien als Femme fatale auf, inspirierte Robert Musil zu einer Komödie und verbrachte das Alter mit einem jugendlichen Liebhaber zurückgezogen in Graz.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2005

Walter Grond hat mit seiner Novelle eine "Dekonstruktion" von Robert Musils Erzählungsband "Drei Frauen" geschrieben, vermutet der Rezensent Samuel Moser. Während Musil in drei Erzählungen völlig verschiedene Biografien beschreibe, würden Gronds "Drei Männer" ein und derselben Femme fatale in verschiedenen Lebensstadien begegnen. Der Mann im mittleren Teil der Novelle sei zudem ein unbenanntes Porträt von Robert Musil in Berlin. Moser bezeichnet Gronds Männer als "Eunuch, Dichter, Sekretär" und vermutet, das letztlich geringere "Überraschungs"-Potenzial von Gronds Novelle gegenüber dem Vorbild Musil könne am Intellektuellendasein der Protagonisten liegen, das von der weitaus interessanteren Frauenfigur überstrahlt werde. Diese sei einfach zu aufregend, "als dass das Schicksal ihrer Opfer uns irritieren müsste". Dagegen sei der letzte Teil der Novelle, ein Nachruf des Sekretärs der Dame, überaus "raffiniert" und erzeuge eine "Endlosschlaufe von Dichtung und Wahrheit".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.02.2005

In seiner Novelle "Drei Männer" erzählt Walter Grond tatsächlich die Geschichte einer Frau: die einer österreichisch-ungarischen Comtesse, die als Djavidan Hanum in einem ägyptischen Harem lebte, später als schriftstellernde, kettenrauchende May Török in Berlin und schließlich in Graz wieder als Davidjan Hanum. Grond erzählt aus der Sicht dreier Männer, die ihr verfallen sind, und für Yvonne Gebauers Geschmack erzählt er diese Geschichte eines "anarchistischen, freien und undruchsichtigen" Lebens etwas zu kunstvoll, zu wohlgeordnet. Gediegen sichere er historische fakten, moniert Gebauer, und arrangiere sie "kunstvoll. Die Rezensentin hätte etwas mehr "Fahrlässigkeit", "Wagemut" und Musilsche "tiefe Zweideutigkeit" nicht gestört.

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