Die Arbeit von Volker Remmert handelt von Titelbildern wissenschaftlicher Werke im 17. Jahrhundert. Sie zeigt, wie die Veränderungen in den grundsätzlichen Auffassungen über die Art der Naturforschung und den Wandel der Hierarchie der wissenschaftlichen Disziplinen, die im Mittelpunkt der sogenannten Wissenschaftlichen Revolution des 17. Jahrhunderts, in den Titelbildern zeitgenössischer Publikationen aus dem Bereich der mathematischen Wissenschaften visuell repräsentiert und debattiert werden. Dabei meint Wissenschaftliche Revolution nicht bloß eine Periode zuvor ungeahnter wissenschaftlicher Dynamik, sondern eine wesentliche Phase im Entstehungsprozess naturwissenschaftlicher Disziplinen, die zugleich den Anfang der Verwissenschaftlichungsprozesse moderner Gesellschaften markiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2006
Da könne sich auch die englischsprachige Forschung eine Scheibe abschneiden, freut sich Rezensent Caspar Hirschi über eine nicht nur inhaltlich gelungene Habilitationsschrift. Auch sprachlich und durch seine "unprätentiöse" Haltung überzeuge Volker Remmert. Bei seiner Untersuchung zu Titelbildern auf Wissenschaftsbüchern habe sich der Autor zur Recht auf wenige Bildmotive beschränkt, um so ihre unterschiedliche, ja gegensätzliche Instrumentalisierung, herauszuarbeiten. Hintergrund von Remmerts Ansatz, so der Rezensent, sei die mittlerweile allgemein akzeptierte Annahme, dass zur Durchsetzung von Wissenschaft beispielsweise die Selbstinszenierung des Galilei genauso wichtig gewesen isei wie seine wissenschaftliche Beweisführung. Remmert gelingt es laut Hirschi, bisher kaum beachtete "Heroisierungsrituale" der Naturwissenschaften zu entziffern. Visuell besonders fasziniert haben den Rezensenten die Titelbilder auf jesuitischen Mathematik-Abhandlungen.
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