Volker Kutscher

Die Akte Vaterland

Gereon Raths vierter Fall
Cover: Die Akte Vaterland
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2012
ISBN 9783462044669
Gebunden, 576 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Juli 1932, die Berliner Polizei steht vor einem Rätsel: Ein Mann liegt tot im Lastenaufzug von "Haus Vaterland"" dem legendären Vergnügungstempel am Potsdamer Platz, und alles deutet darauf hin, dass er dort ertrunken ist. Kommissar Gereon Rath ist wenig erfreut über den neuen Fall, denn er hat schon genug Ärger. Seine Ermittlungen gegen einen mysteriösen Auftragsmörder, der die Stadt in Atem hält, treten seit Wochen auf der Stelle, seine große Liebe Charlotte "Charly" Ritter kehrt von einem Studienjahr in Paris zurück und fängt als Kommissaranwärterin am Alex an - ausgerechnet in der Mordkommission, was die Dinge nicht einfacher macht. Der Tote vom Potsdamer Platz scheint Teil einer Mordserie zu sein, deren Spur weit nach Osten führt. Während Charly als Küchenhilfe ins Haus Vaterland eingeschleust wird, ermittelt Rath in einer masurischen Kleinstadt nahe der polnischen Grenze und gerät in eine fremde Welt. Er macht Bekanntschaft mit wortkargen Ostpreußen, schwarzgebranntem Schnaps und den Tücken der Natur. Die Widerstände gegen den Ermittler aus Berlin wachsen, als er ein lang gehütetes Geheimnis aufzudecken droht...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2012

Endlich ist mit "Die Akte Vaterland" der vierte Teil von Volker Kutschers Krimiserie um Kommissar Gereon Rath erschienen, freut sich Rezensent Andreas Kilb, der diesen Kostümkrimi gebannt in einem Zug durchgelesen hat. Denn Kutschers Krimis zeichnen sich nicht nur durch ihre Spannung aus, findet Kilb, sondern auch durch die perfekt recherchierte Zeitgeschichte, die nicht nur dazu diene, historische Atmosphäre zu erzeugen, sondern die Geschichte selbst erzählen will, informiert der Kritiker. Und so folgt er Kommissar Rath vom Berlin der dreißiger Jahre, wo von Kanzler Papen und Reichspräsident Hindenburg gerade die preußische Demokratie beseitigen und im größten Vergnügungstempel "Haus Vaterland" ein Mord geschieht, bei seinen Ermittlungen bis in eine Kleinstadt in den Masuren. Während der Rezensent Kutschers meisterhafte Mischung aus historischen und fiktiven Erzählmotiven lobt, kommen ihm Krimielemente wie etwa der finale Showdown ein wenig zu kurz.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.08.2012

Gereon Asmuth schätzt die Krimis von Volker Kutscher, die in einer auf acht Bände angelegten Reihe die Übergangszeit von der Weimarer Republik zum Dritten Reich porträtieren. Im nun vorliegenden vierten Band schickt der Autor seinen Kommissar ins Berlin des Jahres 1932 sowie in die ostpreußische Provinz, um in einem Mordfall im Vergnügungspalast "Haus Vaterland" zu ermitteln. Asmuth lobt Kutschers gekonnte Wechsel der Perspektiven und Zeitsprünge, mit denen Spannung erzeugt wird. Er unterstreicht, dass nicht die große Politik im Zentrum steht, auch wenn immer wieder historische Ereignisse vorkommen, sondern der Alltag der Protagonisten, die noch nicht wissen, wie der Nationalsozialismus die kommenden Jahre prägen sollte.