Er ist auf dem Gipfel seines Ruhms. Seine Werke sind gesucht, er verkehrt mit Künstlern wie Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann, Gerhart Hauptmann oder Stefan Zweig, und die Frauen umschwärmen ihn auch in seinem fortgeschrittenen Alter noch. Eigentlich hat der 66-jährige Arthur Schnitzler im Sommer des Jahres 1928 alles erreicht. Doch dann begeht seine erst 18 Jahre alte Tochter Lili in Venedig Selbstmord, und mit ihr verliert Schnitzler jenen Menschen, der ihm auf eigentümliche Weise am nächsten stand.
Was ihm nun noch bleibt und was sein ganzes Leben bestimmt hat, das ist die Anziehungskraft auf Frauen. Die Liebe, die ihm bis zu seinem Tod angetragen, bisweilen aufgedrängt wird, stützt und bestürzt ihn gleichermaßen. Sie wird ihm bis zum letzten Atemzug erhalten bleiben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2018
Simon Strauß liest Volker Hages melancholischen Roman über Arthur Schnitzler und stellt fest: Es geht nicht um Zeitumstände oder Schnitzler als Mediziner oder Schriftsteller, sondern um den Erotomanen Schnitzler. Wie Hage seine Figur im Buch unterscheiden lässt zwischen Geliebter, Frau, Freundin und Gefährtin, wie er sie Buch führen lässt über erotische Gedanken und Erlebnisse, zeigt die Libido-Fixierung für Strauß klar und deutlich. Konzentriert versetzt sich der Autor in das alternde Dichter-Ich, lässt Tagebuchaufzeichnungen und andere Quellen einfließen und verbindet sie mit suggestiven Fiktionen und Gedanken aus Schnitzlers Kopf, erklärt Strauß die raffinierte Machart des Buches.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…