Der Kreislauf zwischen Warenproduktion und Warenverbrauch, der über Marketing und Werbung beschleunigt wird und seit Jahrzehnten unsere Gesellschaft bestimmt, hat auch die Architektur der Stadt ergriffen. Sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht erscheint die sich daraus ergebende Verschwendung problematisch. Die Zerstörung nicht wirklich obsoleter Bauten ist ebenso fraglich wie die Schaffung von extravaganten Architekturen, für die es keinen anderen dezidierten Bedarf gibt. Die in diesem Buch zusammengetragenen Aufsätze sind seit der Mitte der 1990er-Jahre als Aufrufe gegen die exaltierte Globalisierung der Stadt und ihre Auflösung in gesichtslose und unwirtliche Peripherien entstanden. Nicht die ausgewogenen Urteile eines besonnenen Architekturkritikers werden präsentiert, sondern die Vorschläge eines Architekten, Stadtbürgers und -liebhabers, der deutlich Stellung bezieht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2016
Als besonnene Stimme im öffentlichen Diskurs weiß Jürgen Tietz den Architekten Vittorio Magnago Lampugnani schon seit geraumer Zeit zu schätzen. Der vorliegende Band bündelt nun zahlreicher seiner verstreuten Wortmeldungen. Bereits deren Textüberschriften weisen darauf hin, dass Lampugnani sich für eine "Architektur der Mäßigung" ausspricht, so der Rezensent: In einem Zwischenschritt plädiert der Autor einerseits dafür, den historischen Bestand aufs Neue wertzuschätzen, zugleich aber die Errungenschaften der Moderne nicht vollends über Bord zu kippen. Insbesondere vor dem Hintergrund baukultureller Verfallsformen der letzten Jahre - Tietz erwähnt wenig beständige Moden aus den 90ern und die ästhetische Verwahrlosung der Wärmedämmsysteme - sei die moderate Position dieses "beredten Mahners" mit besonderer Aufmerksamkeit zu beachten, so das Fazit der Rezension.
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