Vincenzo Latronico

Die Verschwörung der Tauben

Roman
Cover: Die Verschwörung der Tauben
Secession Verlag, Zürich 2016
ISBN 9783905951837
Gebunden, 336 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Klaudia Ruschkowski. Alfredo Cannella ist der Sohn eines reichen venezianischen Unternehmers, Donka Berati ein mittelloser Albaner, der mit einem Stipendium im selben Jahrgang wie Alfredo an der Mailänder Wirtschaftsuniversität Bocconi studiert. Beide sind brillant, ambitioniert, entschieden, sich zu nehmen, was sie glauben zu verdienen. Zwischen ihnen erwächst eine Freundschaft, die sie auf ihren zunächst parallelen, dann immer häufiger auch kollidierenden Werdegängen begleitet, die gespickt sind mit Finanzspekulationen, kleinen Betrügereien und großen Immobilienprojekten. Beide gehen ihre Karriere wie einen Wettstreit an: Alfredo, um seinem Vater zu zeigen, wie er sich irrt, den Sohn für unfähig und verwöhnt zu halten, Donka, um gegen ein scheinbar vorgezeichnetes Schicksal anzugehen. Doch aus einem unfairen Wettstreit geht derjenige als Sieger hervor, der die wenigsten Skrupel hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.07.2016

Rezensentin Maike Albath schwört auf diesen rasanten, erstmals 2013 erschienenen Roman von Vincenzo Latronico. Der Autor legt einen Finanzthriller um Macht und Gier und zugleich ein Porträt einer verlorenen Generation Italiens vor, schreibt sie begeistert, und verbindet dabei eine Pychopathologie der Nullerjahre mit archaischen Motiven. Laut Albath macht Latronico das sehr geschickt, erschafft eine Kain-und-Abel-Konstellation, spielt mit Metafiktion, Autofiktion, Spieltheorie und Anleihen bei Houellebecq, Foster Wallace und Roberto Bolaño und kennt sich mit Bauspekulation und dem Erzählton des 19. Jahrhunderts gleichermaßen aus. Einprägsame Figuren und analytisches Geschick beim Blick auf die Berlusconi-Ära und die Mailänder Lokalpolitik machen das Buch für Albath zusätzlich lesenswert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2016

Mit seinem zweiten Roman beweist der italienische Autor Vincenzo Latronico erneut sein Ausnahmetalent, versichert Rezensent Niklas Bender, der "Die Verschwörung der Tauben" für einen der "ambitioniertesten" Romane der letzten Jahre hält. Wie Latronico sprachlichen Anspruch, spannende und kluge Handlung und Psychologie zu verbinden weiß, ringt dem Kritiker größte Anerkennung ab. Und so liest Bender gebannt die Geschichte um die Freunde Alfredo und Donka, die als italienischer Firmenerbe und albanischer Arbeitersohn unterschiedlicher nicht sein könnten. Bender bewundert, wie der Autor seine Geschichte um Wirtschaft, Liebe, Freundschaft und menschliches Sozialverhalten mit zahlreichen Nebenfiguren anreichert. Latronico erscheint ihm hier als leichthändiger und humorvoller Erzähler, der nicht nur gekonnt Spieltheorie und Ethologie verbindet, sondern bisweilen auch an Michel Houellebecq erinnert.
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