Aus dem nigerianischen Englisch von Inge Uffelmann. Nigeria in den sechziger Jahren, kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit. Fünf Freunde - ein Journalist, ein Angestellter im Auswärtigen Amt, ein Maler, ein Ingenieur und ein Universitätslehrer -, alle etwa Mitte dreißig, versuchen, sich innerhalb der neuen nigerianischen Gesellschaft zu etablieren. Doch für gut geschulte, aber kritische Geister gibt es keinen Platz in der frisch geschaffenen Bourgoisie. Der Anblick von käuflichen Emporkömmlingen und biegsamen Konformisten treibt sie zwangsläufig zur Flucht in den Spott oder zur Verzweiflung. Wole Soyinkas kunstvoll-satirische Zustandsbeschreibung liefert das Stimmungsbild einer Gesellschaft nach dem misslungenen Dekolonialisierungsversuch - sprachkräftig, geistreich und voller Humor.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2003
Angela Schader ist begeistert von der Neuauflage dieses "faszinierenden, irritierenden, mit Geist, Witz und Brillanz verfassten Buches" des nigerianischen Nobelpreisträgers Soyinka. Dieser porträtiere seine eigene Generation, Künstler und Intellektuelle, die nach einer Ausbildung im Ausland in das mittlerweile unabhängige Nigeria zurückgekehrt sind. Die Geschichte sowie die damit einhergehende Analyse seien oft sehr überraschend ausgearbeitet. So gehe es durchaus um die Spannung der Protagonisten, die sich zwischen traditionell afrikanischen und westlichen Werten sehen, doch gehe der Autor nicht den ausgetretenen Weg entlang der Grenzen zwischen Schwarz und Weiß, sondern finde vielmehr zahlreiche überraschende Mischtöne. Das gleiche gelte für die Erzähltechnik. Soyinka setze die quantitative Präsenz der Protagonisten in Gegensatz zu deren "Kraft und Integrität", was als ein "erzähltechnischer Meisterstreich" zu bewerten sei. Alles in allem zeigt sich die Rezensentin also überaus beglückt darüber, dass dieses zuvor vergriffene Buch nun endlich wieder zu haben sei.
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