Veronika Peters

Nackt war ich am schönsten

Roman
Cover: Nackt war ich am schönsten
Kindler Verlag, Reinbek 2024
ISBN 9783463000510
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Antonia Bachmann, genannt Toni, kehrt aus der Bretagne in ihr oberhessisches Heimatdorf zurück, nachdem sie das alte Haus ihrer Mutter am Waldrand geerbt hat. Seit Jahren ließ Toni sich nicht mehr blicken, das Verhältnis zur Mutter war angespannt, und auch jetzt taucht sie erst zwei Wochen nach der Beerdigung in Lindbach auf. Das Haus will sie so schnell wie möglich loswerden, doch wer ist diese mysteriöse, extravagant gekleidete Greisin, die sich im Gartenatelier eingerichtet und offensichtlich auf Toni gewartet hat? Sie stellt sich als Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven vor, Dada-Künstlerin der ersten Stunde, 1874 in Swinemünde geboren, 1927 in Paris gestorben, danach spurlos verschwunden, vergessen, ausgelöscht. Was nicht sein kann, ist trotzdem so, denn warum sollte die einstige "Baroness of Madness", deren Kunst vor mehr als hundert Jahren die erste heftige Debatte über weibliche Sexualität und männliche Kontrolle auslöste, sich nicht auf ihre Weise einen Weg ins 21. Jahrhundert bahnen? Es gibt schließlich noch viel zu tun, nicht nur für Toni und die Bewohner von Lindbach.  

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2024

Rezensentin Rose-Maria Gropp hat Veronika Peters' neuen Roman mit Vergnügen gelesen. Darin kehrt die Restaurateurin Toni, eigentlich Antonia Bachmann, widerwillig in ihre Heimat, ein kleines Dorf in der oberhessischen Provinz, zurück, um das Erbe ihrer verstorbenen Mutter, mit der sie keinen Kontakt mehr hatte, aufzulösen. Noch jemand allerdings kehrt wieder: die "Dada-Baroness" Elsa von Freytag-Loringhoven, die, geboren 1847, ein unkonventionelles Leben zwischen New York, Berlin und Paris führte und im Rückblick, schreibt Gropp, als unerkannte Konzept- und Performancekünstlerin zu gelten hat. Es werden also zwei Befreiungsgeschichten parallelisiert: die der Baroness, die 1927 mit einem eventuellen Freitod in Paris endete, und die Tonis, deren Fortsetzung inmitten des dörflichen Verwirrspiels noch aussteht. In leichtem Ton und mit Witz, lobt die Rezensentin, erzählt Peters von Frauenleben dreier Generationen und lässt dabei wie nebenbei die Möglichkeit der Emanzipation von überkommenen Regeln aufscheinen. Ein gelungener Roman, findet die Rezensentin.

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