Aus dem Slowakischen übersetzt von Zorka Ciklaminy. Die Protagonistin Karola Vojtylová findet sich als achtjähriges Roma-Mädchen in einer slowakischen Adoptivfamilie wieder. Sie wächst wohlbehütet mit ihren neuen Eltern und ihrem Stiefbruder Oskar auf, den sie über alles liebt. Oskar ist Astralreisender, der Vater ein Gutmensch, und in der Nachbarschaft leben seltsame Neoliberale. Karolas beste Freundin ist Karols Mutter, und Karol wiederum ist Oskars bester Freund. Karola erzählt aus ihrem Alltag, über ihre Zukunftsträume und von ihren Kindheitstraumata, die sie mit ihrer leiblichen Familie erlebt hat. Oberflächlich scheint sie mit ihrer Vergangenheit im Reinen zu sein, doch als sich in der neuen Familie eine weitere Tragödie abspielt, durchlebt Karola eine Katharsis, und ihre unterdrückten Gefühle brechen hervor. Dies fordert auch seine Opfer ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2022
Rezensent Thomas Combrink überzeugt Vanda Rozenbergovas Roman über das Aufwachsen in einer Roma-Familie nicht. Der leichte Ton und das schwere Schicksal der weiblichen Hauptfigur klaffen zu weit auseinander, findet er. Außerdem nehmen vergleichsweise harmlose, im ironischen Plauderton gehaltene Alltagsbeschreibungen so viel Raum im Buch ein, dass die Protagonistin "wie eine Zuschauerin" ihres eigenen Daseins wirkt, erklärt Combrink. Dass die Autorin die "problematischen Aspekte" des Lebens ihrer Figur zwischen Isolation und Integration der besseren Konsumierbarkeit des Textes opfert, kann der Rezensent nicht verstehen.
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