Maximilian Kisch ist ein Besessener. Schon sein halbes Leben jagt der Kunsthistoriker vergeblich ein verschwundenes Gemälde des Blaue-Reiter-Malers Franz Marc. Dessen Spuren verloren sich nach der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" in der privaten Sammlung Hermann Görings. Seitdem rätselt die Kunstwelt über den Verbleib. Ein letztes Mal will Max im Getty Center in Los Angeles Nachlässe auf neue Hinweise durchforsten - und macht, unterstützt von seiner Kollegin Jessica Steiner, tatsächlich einen erstaunlichen Fund. In Rückblenden erzählt Uwe Fleckner die Geschichte des berühmten Gemäldes: von seiner Entstehung, seinen Sammlern, einer trickreichen Entführung und einem ungeheuren Verdacht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2023
Franz Marcs sagenumwobenes Gemälde "Turm der blauen Pferde" gilt als verschollen, ob es noch existiert, ist nicht bekannt. Der Kunsthistoriker Uwe Fleckner hat dem Werk nun einen Roman gewidmet, Fakten und Fiktion dabei gekonnt verbindend, versichert Rezensentin Rose-Maria Gropp. Überhaupt macht der Autor in diesem Roman vieles richtig, fährt die Kritikerin fort, die hervorhebt, dass Fleckner keineswegs nur für die eigene Gilde schreibt. Und so begibt sie sich gespannt mit dem Ich-Erzähler Maximilian Kisch, ebenfalls Kunsthistoriker, auf eine nahezu manische Suche nach dem Bild, begegnet unter anderem Hermann Göring, der das Gemälde aus der Schau "Entartete Kunst" nahm mit dem Ziel, es ins Ausland zu verkaufen oder, in einem Exkurs, Marlene Dietrich neben Erich Maria Remarque in Hollywood. Ab hier setzt notwendigerweise die Fiktion ein, erklärt die Rezensentin, aber auch die gelingt Fleckner schlüssig. Wie fesselnd Provenienzforschung sein kann, bringt Fleckner der Kritikerin nahe, nur die Liebesgeschichte im Roman hätte sie nicht zwingend gebraucht.
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