Wenn Simon Tanner sich etwas in den Kopf gesetzt hat, kann er ganz schön hartnäckig sein. Außerdem liebt er Shakespeare und ist den Frauen ganz und gar verfallen. Als er von Marokko ins romantische Grenzland zur französischen Schweiz zieht, dann allerdings nicht, weil er die Schönheit der Landschaft genießen will, sondern weil er der Spur eines ungewöhnlichen Verbrechens folgt: den grausamen Morden an kleinen Mädchen. Tanners Ankunft in der Provinz bleibt nicht unbemerkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2003
Über dieses Buch hat sich Martin Halter richtig geärgert. Der Schweizer Autor, seines Zeichens Theaterregisseur, hat in Anlehnung an Shakespeares "Wie es euch gefällt" einen "neckischen Krimi" geschrieben, in dem der "sinnesfreudige" Tanner eine Serie von Kindermorden aufklären will, fasst der Rezensent zusammen. Doch was bei Shakespeare "übermütige Tollheit" ist, wird bei Schaub zur "kindischen Albernheit", bemerkt Halter erbost und zeigt sich zunehmend genervt von den zahlreichen Zoten, Kalauern und Späßen des Autors. Besonders enervierend findet er die Neigung des Autors zu sprachlichen Verkleinerungsformen und auch die vielen schlüpfrigen Bettgeschichten können ihn nicht für das Buch einnehmen. Zudem stört es ihn ungemein, dass sämtliche Figuren in der Geschichte wie "Marionetten" agieren, die kaum ein ernstzunehmendes Eigenleben jenseits der "Hundeleine" des Erzählers entwickeln. Dieser Roman, der zudem von "sprachlichen" und "logischen Ungereimtheiten" wimmelt, ist nichts als eine "Mogelpackung", schimpft der Rezensent. Was Schaub als "heiteren Übermut" gelesen haben will, ist nichts anderes als "knuddelige Infantilität", so der Rezensent streng, und damit kann er rein gar nichts anfangen.
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