Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2002
Reflexivität, ein Kunstbegriff der philosophischen Tradition, ist längst in den alltäglichen Sprachgebrauch eingegangen und wurde geradezu zum Synonym für Denken schlechthin, erklärt der "mim." zeichnende Rezensent in seiner knappen Besprechung von Urs Schällibaums "Reflexivität und Verschiebung". Doch trotz der Prominenz des Begriffs gab es bisher "keine umfassende Untersuchung" über diesen Begriff. Schällibaums Studie, laut Rezensent "nicht nur vom Umfang her gewichtig", möchte hier Abhilfe schaffen. Schällibaum suche darin einen Sinn von Reflexivität freizulegen, wie er in philosophischen Texten immer schon am Werk sei, ohne eigens thematisiert zu werden. Wie der Rezensent ausführt, widmet sich der Autor zunächst dem Vorkommen von Reflexion und Reflexivem in der philosophischen Tradition, um dann nach "Reflexivität als Sache" zu fragen, und schließlich, in Auseinandersetzung mit Lyotards "différend", Derridas "différance" und Heideggers "ontologischer Differenz" seinen Begriff der "reflexiven Verschiebung" zu präzisieren; und zwar "als Name für einen Typus von Differenz überhaupt - Differenz als Prozess mit nur einem Relat", wie der Rezensent den Autor zitiert ohne dies allerdings näher zu erklären.
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